2021/10

Da steht er nun der Monatsspruch. Aussagekräftiger könnte er nicht sein, wie ich finde. Gern wird er als Trauspruch gewählt, denn wie kann eine gut funktionierende Ehe ohne Liebe, gute Werke und das aufeinander Achthaben bestehen? Doch wohl lediglich auf dem Papier.
Wir lesen im Monatsspruch von aufeinander achthaben. Zu Zeiten der Pandemie machte es den Anschein, dass es uns sichtlich schwerer fällt, um aufeinander achtzuhaben. Es fehlte dazu schlicht an Nähe. Freunde, Verwandte, Nachbarn – sie wirkten alle weit in der Ferne. Gefühlt gaben wir jegliche Zügelführung unserer Freiheit an die Regierung ab. Aber mit genauerem Blick müssen wir doch feststellen, dass wir genau in dieser intensiven Zeit, umso mehr aufeinander achthaben mussten. Wir waren, jeder für sich, in der Verantwortung, dass wir andere und uns nicht gefährden. Wir gaben dafür viel auf. Dennoch war und ist ein Zusammenhalt zu spüren. Um aufeinander achtzuhaben, müssen wir eben nicht unbedingt physisch anwesend sein. Auch aus der Ferne sind wir dazu fähig.
Im Monatsspruch finden wir auch das Wort Liebe. Es gibt viele Arten von Liebe: Nächstenliebe, Vorliebe, Mutterliebe, Heimatliebe, Eigenliebe. Aber alles hängt miteinander zusammen und kommt aus einer Quelle, von Gott. Würden wir ohne die Liebe eine solche Zeit gemeinsam durchstehen? Wo wäre da der Ansporn? Im Korintherbrief heißt es: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ Könnten wir uns ohne Liebe zu guten Werken anspornen und aufeinander achthaben? Die Liebe ist einfach fundamental und ein jeder trägt sie bei sich.
Dann sehen wir die guten Werke. Biblisch gesehen sind die guten Werke Früchte des Glaubens und entstehen aus eigenem Antrieb und werden freudig vollbracht. Aber was verstehe ich beispielsweise als gutes Werk? Was kann ich als einzelne für gute Werke vollbringen? Worin liegen meine Stärken, um meine Werke gut werden zu lassen? Fakt ist, dass wenn wir aufeinander achthaben und wir dabei stets die Liebe in uns tragen, ist jeder für sich und auch wir als Gemeinschaft zu guten Werken fähig. Gute Werke finden wir in allen Dimensionen. Wir alle sind dazu fähig. Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.
Es lohnt also, sich stets gegenseitig anzuspornen, um in der Liebe und das ständige aufeinander Achthaben gute Taten zu vollbringen – miteinander und füreinander.

Es grüßt ganz herzlich Franziska Notzke
Lektorin der ev. Kirchengemeinde Golzow-Planebruch