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Monatsworte


Gedanken zum Monatsspruch

Monatlich erscheinen Gedanken zum Monatsspruch.

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Hebr. 10,24
Monatswort, Oktober 2021
Monatsworte
Einmal im Monat
Oktober 2021

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Hebr. 10,24

Da steht er nun der Monatsspruch. Aussagekräftiger könnte er nicht sein, wie ich finde. Gern wird er als Trauspruch gewählt, denn wie kann eine gut funktionierende Ehe ohne Liebe, gute Werke und das aufeinander Achthaben bestehen? Doch wohl lediglich auf dem Papier.
Wir lesen im Monatsspruch von aufeinander achthaben. Zu Zeiten der Pandemie machte es den Anschein, dass es uns sichtlich schwerer fällt, um aufeinander achtzuhaben. Es fehlte dazu schlicht an Nähe. Freunde, Verwandte, Nachbarn - sie wirkten alle weit in der Ferne. Gefühlt gaben wir jegliche Zügelführung unserer Freiheit an die Regierung ab. Aber mit genauerem Blick müssen wir doch feststellen, dass wir genau in dieser intensiven Zeit, umso mehr aufeinander achthaben mussten. Wir waren, jeder für sich, in der Verantwortung, dass wir andere und uns nicht gefährden. Wir gaben dafür viel auf. Dennoch war und ist ein Zusammenhalt zu spüren. Um aufeinander achtzuhaben, müssen wir eben nicht unbedingt physisch anwesend sein. Auch aus der Ferne sind wir dazu fähig.
Im Monatsspruch finden wir auch das Wort Liebe. Es gibt viele Arten von Liebe: Nächstenliebe, Vorliebe, Mutterliebe, Heimatliebe, Eigenliebe. Aber alles hängt miteinander zusammen und kommt aus einer Quelle, von Gott. Würden wir ohne die Liebe eine solche Zeit gemeinsam durchstehen? Wo wäre da der Ansporn? Im Korintherbrief heißt es: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ Könnten wir uns ohne Liebe zu guten Werken anspornen und aufeinander achthaben? Die Liebe ist einfach fundamental und ein jeder trägt sie bei sich.
Dann sehen wir die guten Werke. Biblisch gesehen sind die guten Werke Früchte des Glaubens und entstehen aus eigenem Antrieb und werden freudig vollbracht. Aber was verstehe ich beispielsweise als gutes Werk? Was kann ich als einzelne für gute Werke vollbringen? Worin liegen meine Stärken, um meine Werke gut werden zu lassen? Fakt ist, dass wenn wir aufeinander achthaben und wir dabei stets die Liebe in uns tragen, ist jeder für sich und auch wir als Gemeinschaft zu guten Werken fähig. Gute Werke finden wir in allen Dimensionen. Wir alle sind dazu fähig. Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.
Es lohnt also, sich stets gegenseitig anzuspornen, um in der Liebe und das ständige aufeinander Achthaben gute Taten zu vollbringen – miteinander und füreinander.

Es grüßt ganz herzlich Franziska Notzke
Lektorin der ev. Kirchengemeinde Golzow-Planebruch

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September 2021

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel.

Haggai 1,6

Ein pessimistisches Monatswort wird uns im September zur Herausforderung, vor allem in dieser Absolutheit, mit der der Prophet dieses Gerichtswort spricht.
Erschreckend nahe ist es vielen Menschen gerückt, die bei der Flut alles ver­loren haben. Sie mögen sich genau so fühlen, wenn ein Regentag die Frucht von jahrzehntelangem Arbeiten hinwegschwemmt und den Menschen, die in Südeuropa von den Feuersbrünsten betroffen ist, mag es genauso ergehen.
Der Prophet lenkt unseren Blick darauf und macht uns die Zerbrechlichkeit unseres Lebens bewusst und erinnert daran, dass unser Besitz und das irdische Leben nicht für die Ewigkeit bestimmt ist, sondern auch geprägt ist von Hunger und Durst.
Haggai greift das Jammern seiner Zeitgenossen auf, die nach dem Exil in ein zerstörtes und verwüstetes Land zurückgekommen sind. Sie sehen nur sich selbst. Sie sehen nur die eigene Not und versuchen mit allen Mitteln dieser Not ein Ende zu setzen. Das ist menschlich. Das Haus Gottes und die Hinwendung zu ihm sind ihre geringste Sorge. Sie fragen, warum greift Gott nicht ein? Und dennoch erwarten sie in der Not sein eingreifen. Das hinterfragt der Prophet kritisch. Wir erwarten in der Not alles von Gott, aber wenn es uns geht, dann vergessen wir ihn. Das passt nicht zusammen.
Die Lösung unserer Probleme bringt nicht unermüdliches Arbeiten. Die Lösung geschieht durch eine veränderte Blickrichtung. Unsere Wertvorstellungen müssen sich verändern. Nicht die eigenen Häuser haben den Vorrang. Vorrang hat das Haus Gottes. Sobald sie die Arbeit am Tempel aufnehmen, wird auch ihrem persönlichen Tun Erfolg beschieden sein. So sieht das der Prophet. Im neuen Testament heißt es dazu: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“. Beides ist in diesem Satz enthalten, die Aufforde­­rung zum Gottesdienst und zum Dienst am Nächsten. Gott wünscht sich eine Welt, in der Gerechtigkeit und Liebe wohnen. Ihren Anfang nimmt diese Welt, wo Menschen sich Gott öffnen und sich von ihm verändern lassen.[1]

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Matthias Welsch

[1] Gedankengänge von  Adelheid M. von Hauff in Pastoralblätter 09/21 übernommen.

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August 2021

Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!

2. Könige 19,16
Kann das denn sein? Gottes Ohr verschlossen, seine Augen sehen vorbei?

Kann das denn sein? Dass uns das passiert – das ist wohl klar. Wie oft hören wir weg oder hören nicht, weil wir nicht hören wollen: vor allem kritische Dinge, vor allem was schwierig ist oder konflikthaft. Und auch wegschauen praktizieren wir täglich, weil wir Leid nicht sehen wollen, schlechte Nachrichten nicht wahrhaben wollen oder weil etwas einfach nicht in unser Bild vom Leben passt.
Aber Gottes Ohr verschlossen, seine Augen blind – kann das denn sein?
Der Beter, der die Worte des Monatsspruches formuliert, der hat das offensichtlich befürch­tet. Er hat sie wahrscheinlich verzweifelt ausgerufen in seiner besonderen Situation. Er schreit Gott an: „neige Dein Ohr, öffne deine Augen – jetzt wach doch endlich auf, sei doch endlich da!“ Siehst Du denn nicht wie unsere Welt von den Menschen kaputt gemacht wird, wie es immer heißer wird durch den Klimawandel, Arten verschwinden und unsere Lebensgrundlage bedroht ist? Hörst Du denn nicht das Schreien oder das leise Jammern derer, die in dieser Pandemie erkrankt sind und siehst Du nicht die Tränen der Trauer auf den Gesichtern derer, die einen Menschen durch Corona verloren haben?
Kann das sein, Gott, dass Du nicht hörst und nicht siehst?
Nicht nur damals als der König Hiskia Gott angesichts der Übermacht der Assyrer anrief, ist das das Gefühl von uns Menschen gewesen. Bis heute spüren wir diese Ohnmacht und Gottesferne in unserem Leben. Hiskias verzweifeltes Rufen blieb nicht unerhört. Der Prophet Jesaja ließ ihm die Trostworte Gottes ausrichten, zumindest ein paar Hoffnungs­worte, die dem Rest Israels nach der Katastrophe Mut machte von vorne zu beginnen. Vermutlich aber, konnte Hiskia die Hoffnung erst sehen und den Trost hören, nachdem er sich mit seiner Verzweiflung an Gott gewandt hatte. Nachdem er selbst also seine Ohren und seine Augen für die Botschaft der Hoffnung geöffnet hatte und so ein Weg aus der Verzweiflung sichtbar wurde.
Es kann also auch sein, dass wir unsere eigene Taubheit und Blindheit Gott unterstellen, statt uns an ihn zu wenden. Also vielleicht sollten wir die Frage in diesem Monat mal so herum stellen, kann es sein, dass wir nicht hören und sehen (wollen), was Gott uns an Trost und Hoffnung schenken will?

Gott, öffne meine Augen und Ohren,
damit ich höre und sehe, was so gar nicht in mein eigenes Bild vom Sein passt, mein eigenes Bild von mir selbst, mein eigenes Bild von der Welt.
Schärfe meine Wahrnehmung vor allem für die auf die niemand hört und an denen auch ich meistens blicklos vorübergehe. Lass mich wahrnehmen, dass Du mir da begegnest, statt im Klagen über Deine Ferne stehen zu bleiben.
Und, sende auch mir Boten, die Hoffnung machen und Trost spenden und vor allem, lass mich erkennen, wenn solche Boten kommen. Amen.

 

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Matthias Welsch

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Juli 2021

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Apostelgeschichte 17,27

Gottesferne. Von uns Menschen aus gesehen ist Gott oft fern. Für viele Menschen gerade heutzutage sowieso. Viele bestreiten gar gänzlich seine Existenz. Sie glauben nicht an ihn.
Gottesferne. Das beschreibt auch einen Weltzustand. Wenn Gewalt herrscht, Menschen ein­ander bekriegen. Wenn wir verantwortungslos mit der Welt und ihren Ressourcen umgehen.
Gottesferne. Darin steckt ein Gefühl der Verlassenheit, allein gelassen. Geradezu apokalyptisch.

Wenn der gute alte Paulus heute wiederkäme, wenn er statt nach Athen – wie damals – nach Brandenburg käme. Würde er den Satz noch so selbstverständlich sprechen? Erst recht! Denn die Athener fühlten sich nicht minder entfernt von dem Gott, den Paulus meint, als wir heute.
Dagegen setzt er dieses „in ihm leben, weben und sind wir“. Ob wir das merken oder nicht, ob wir das wissen oder nicht, auch ob wir dran glauben oder nicht. Gottesferne ist nicht die Entfernung Gottes von uns, sondern umgekehrt unser mehr oder weniger bewusstes uns selbst von ihm entfernen. Wir deuten unser Leben anders, eben in Entfernung zu ihm oder in bewusster Abkehr oder unbewusster Unkenntnis. Es ist unsere Entscheidung, nicht Seine. Gott hat sich trotzdem für uns entschieden. Er sucht das Gespräch und die Beziehung, immer wieder neu. Gott ist nahe, jederzeit.
Paulus sagt: Unser Leben ist immer in ihm. Er hat uns das Leben geschenkt. Er liebt uns, egal wie weit wir uns entfernen, er ist da und lässt sich finden, wenn wir denn nach ihm suchen. Er gibt Sinn und dem Leben ein Ziel. Er hat diese Schöpfung ins Leben gerufen und durchdringt sie bis heute mit seinem Geist.
Wer auf die Suche geht, egal wie skeptisch er ist oder wie weit entfernt, der wird Anzeichen für seine Anwesenheit finden und vor allem Geborgenheit und Sinn.
Der alte Paulus: er lädt uns noch heute ein, mit ihm zu suchen.

Gott ist nahe. Ganz gleich, was Du tust, welche Fehler Du machst und welche Schuld Du auf Dich lädst, er ist nahe und vergibt.
Gott ist nahe. Wie einsam und verlassen Du auch sein magst oder Dich fühlst – richte Dein Wort an ihn und sei gewiss, er hört Dich, auch wenn Du die Antwort (jetzt noch) nicht hörst.
Gott ist nahe. Wie sinnlos die Zeit erscheinen mag und wie hoffnungslos die Aussicht ist, wir dürfen zu ihm nach Hause kommen in seine liebenden Arme.
Denn in ihm leben und weben und sind wir. Amen.

 

Ich grüße Sie ganz herzlich als ihr neuer Theologischer Vorstand
Pfarrer Matthias Welsch

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Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 5,29
Dieser Satz macht mich erst einmal nachdenklich, doch man sollte ihn wohl immer im Zusammenhang lesen, solche Sätze werden auch gern von Fanatiker des Glaubens miss­braucht.

In der Geschichte wird davon berichtet, dass den Aposteln durch die Ratsver­sammlung in Jerusalem das Predigen und das Lehren des Wortes Gottes verboten wurde. Doch damit wollten sie sich nicht abfinden, denn Sie hatten eine Botschaft zu verkünden, die Ihnen am Herzen lag. So geht es uns auch heute noch. Wir wollen auf Gottes Wort hören, der mit seiner Liebe und Gnade zeigt, was wichtig ist, was gemacht werden muss. Er will, dass wir aufeinander achten, wir aufmerksam machen auf Dinge, die nicht gut laufen, dass wir uns einsetzen gegen Hass, Gewalt, Armut und Ausgrenzung in jeder Form. Das heißt für uns als Christinnen und Christen, dass wir Orientierung finden in der Bibel und Antworten auf die Fragen, die uns bewegen. An anderer Stelle haben wir in der Diakonischen Unternehmensverantwortung die Frage in den Raum gestellt “Was würde Jesus dazu sagen“.
Menschen vor uns haben ihre Erfahrungen mit Gott aufgeschrieben. An vielen Stellen in der Bibel, besonders in den Gleichnissen und der Bergpredigt, bekommen wir Antworten. Das kann uns Mut machen und wir können fröhlich ans Werk gehen, jeder an seiner Stelle und immer den Menschen im Blick. Aus dieser Lebenshaltung heraus konnten auch Martin Luther in Worms und Dietrich Bonhoeffer sich den damaligen Machthabern entgegenstellen und auf Gottes Wort verweisen. Sie folgten ihren Gewissen und waren so Gott gegenüber gehorsam. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2.Thimoteus 1,7)  Das gibt uns Mut.
Deshalb sollen und müssen wir uns einmischen, damit es auf der Welt friedlicher, ökologischer und menschlicher zugeht. Und so können mit den Worten des Psalms 86 Vers 11 beten: „Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit, erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.“

Schließen möchte ich mit einem bekannten Gesangbuchliedes von Cornelius Beck:

Wohl denen, die da wandeln, vor Gott in Heiligkeit,
nach seinem Worte handeln und leben allezeit;
die recht von Herzen suchen Gott und sein Zeugnis halten, sind stets bei ihm in Gnad.
 

Von Herzensgrund ich spreche, dir sei Dank allezeit,
weil du mich lehrts die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Die Gnad auch ferner mir gewähr, ich will dein Rechte halten, verlass mich nimmermehr.

Mein Herz hängt treu und feste an dem was dein Wort lehrt.
Herr tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden wird.
Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.

Dein Wort, Herr nicht vergehet, es bleibet ewiglich,
soweit der Himmel gehet, der stets beweget sich;
dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erden, durch deine Hand bereit.

 

Ihre Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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Mai 2021

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen.

Sprüche 31,8

Viele kennen den Moment im Leben, an dem man sich fragt, warum tust du dir das eigentlich an. Oftmals sind das die Momente, wo alles auf einmal und dann oft ganz Dicke zusammen kommt.
In dieser Zeit, die uns nun schon über ein Jahr - außerhalb unserer regulären Arbeit und unseres vertrauten Handelns - mit immer wiederkehrenden unvorhersehbaren Situationen konfrontiert, ist es umso wichtiger, einen Fels sein Eigen nennen zu können. Einen Glauben, an dem wir uns aufrichten können und der eben unser Fels ist.
Nun leben wir in einer Zeit, in der es den Menschen immer häufiger an Glauben fehlt und es dadurch für Menschen ohne Glauben umso schwieriger ist.

Wir, die in der Eingliederungshilfe täglich für und mit Menschen mit Beeinträchti­gung arbeiten, setzen uns für diese mit voller Kraft und ganzem Herzen ein. Und so sind die Worte Lemuels, des Königs von Massa, die ihn seine Mutter lehrte, unser Fels und unsere Aufgabe.
Täglich müssen wir erfahren, wie wichtig selbst in einer aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren dieser Einsatz ist. Immer noch sind Ausgrenzung und Ablehnung dem anderen, dem unbekannten, dem Menschen, der nicht der rituellen Norm entspricht, an der Tagesordnung. Allzu oft erleben wir in der Gesellschaft eine notgedrungene Akzeptanz, selten ein offenes Miteinander.
Leider müssen wir uns selbst auch oftmals fragen, wie offen wir mit unserer Arbeit umgehen. Wie oft bauen wir selbst vermeintliche Schutzwälle auf und verhindern dadurch ein Hineinwachsen in die Gesellschaft. Ist es nicht an der Zeit, nicht nur die Türen zu öffnen, sondern nach draußen zu gehen und die Menschen, für die wir da sind, mit in die Gesellschaft zu nehmen?

Ein inklusives Leben für alle Menschen wird es nur dann geben, wenn auch wir unsere Arbeit zur Normalität werden lassen, wenn wir jedem einzelnen zeigen, wie normal auch die Menschen sind, für die wir uns jeden Tag einsetzen und denen wir Gehör verschaffen. Bis wir dies gemeinsam geschafft haben, bis wir voller Überzeugung behaupten können, dass jeder Stumme gehört und jeder Schwache sein Recht bekommt, vereint uns in der Lafim-Diakonie - ob mit oder ohne Glauben - der Spruch des Monats „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen“.

 

Nico Vogel
Fliedners Lafim-Diakonie

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April 2021

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Kolosserbrief 1,15

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie groß das Problem für die ersten Christen war: wer oder was war denn dieser Jesus, den wir jetzt den Christus nennen?

Die Leute in der griechischen Stadt Kolossai hatten von dem Apostel Paulus die ganze Geschichte gehört, damit konnte man in seinem Leben wirklich etwas anfangen. Nicht das mit den fernen und unsichtbaren Göttern, von denen man eigentlich gar nichts merkt, und die bei den großen Problemen des Alltags in keiner Weise helfen können. Wenn es im Leben schwer wurde, dann war von denen nichts zu sehen. Und nun hat ihnen Paulus von einem Mann erzählt, der wirklich da war. Kein Geist, keine Geschichte, kein Märchen. Dabei haben doch die Juden - und dieser Jesus war Jude - immer erzählt: Gott kann man nicht sehen! Und das 2. Gebot* sagt eindeutig: wir sollen uns auch keine Bilder von ihm machen! Die anderen Völker hatten alle Bilder, Statuen oder heilige Tiere - eben irgendwas, was man sehen, ja anfassen konnte. Eben was Handfestes, etwas zum Vorzeigen. Und nun sagt ihnen Paulus, es ist so: Jesus Christus war wirklich da. Der unsichtbare Gott zeigt Gesicht. Mit dem fängt so zusagen noch einmal alles von vorn an. So, als würde mit ihm die Schöpfung, die Erschaffung der Welt wieder neu beginnen. Wunderbar ist das, kaum zu glauben! Bis dahin war man Götter gewöhnt, denen man Opfer zubringen hatte, die nie da waren, wenn man sie brauchte. Kalte Götzenbilder, angsteinflößend und nutzlos. Für die Christen in Kolossai war das völlig neu. Ein Gott, vor dem man keine Angst haben muss, der im Gegenteil die Angst beseitigt. Nur, zu sehen ist er wieder nicht. Menschen mögen Dinge, die sie sehen können. „Was ich nicht sehen kann, das gibt es nicht!“

Ich kann mich mit Schaudern daran erinnern, wie eine Lehrerin mich als 10jährigen vor der ganzen Klasse aufforderte, doch nun mal meinen Gott zu zeigen. Ich habe in diesem Augenblick, wo die „pädagogische Fachkraft“ die ganze Klasse aufforderte, mich nun auszulachen, gebetet: Lieber Gott, mach was! Lass ihr grüne Haare wachsen, oder verwandle sie in eine Kuh! Das hat er nicht getan. War wohl auch etwas zu viel verlangt. Aber mal echt, wäre es nicht wunderbar, wenn gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit unser Gott mit der Faust auf den Tisch hauen würde, so dass alle wach werden. Die Spinner und machtbesessenen Gernegroßen erzählen den größten und gefährlichsten Unsinn, und viele Leute glauben das auch noch. Wo sie doch sonst immer nur an das glauben, was sie sehen können. Von dem guten Gott, der mit Jesus wirklich Gesicht gezeigt hat, wollen sie nichts wissen. Und wenn im Internet die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien verbreitet werden, dann glauben sie es. „Ja,“ sagen sie, „ja, da steht es doch schwarz auf weiß, da kann ich das doch sehen!“
Lasst euch von niemandem betrügen, fallt nicht auf Leute herein, die so tun, als hätten sie die Wahrheit und Lösung für eure Probleme! So sagt es Paulus den Christen damals und auch uns heute. Wenn Menschen Gott spielen und das Heil versprechen, dann wissen wir es besser. Immer kann man hinter die Kulissen schauen, wenn man das will. Leichtgläubig ist das Stichwort. Leichtgläubig sind Menschen immer gewesen. Wir nicht! Wir haben für unseren Glauben einen schweren Grund, eine unerschütterliche Grundlage, die keine Modeerscheinung ist. „Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes“, sagt uns Paulus. Wir haben Bilder, die uns Gott symbolisch zeigen: Nächstenliebe, Geduld, Hoffnung, Glaube und Liebe. Das ist ganz konkret, mit Händen zu greifen. Und das ist für immer, wunderbar!

Ihr Pfarrer Matthias Fiedler

* Das 2. Gebot des Alten Testamentes hat Martin Luther bei den 10 Geboten, wie wir sie kennen, einfach wegfallen lassen.

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März 2021

Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lk 19,40

Im März, ja, da kann ich das glauben. So müde und tot erschien die Erde im Winter. Nun aber schieben sich die ersten Pflanzenstängel ins Licht. Und mir scheint plausibel, dass auch das Totgesagte, Steinerne eine Stimme hat.

 

Der steinerne Glockenturm unserer Kirche steht fest und stabil, wenn die tonnen­schweren Glocken ganz oben zu schwingen beginnen. Sie rufen zum Gottesdienst. Mit weit vernehmbarer Stimme laden sie zum innezuhalten und für ein kurzes Gebet ein. Am Morgen, am Mittag, am Abend.
An diesem Morgen sieht der Glockenturm etwas anders aus als sonst. In der Nacht, während die Glocken schwiegen, ist jemand mit einer Farbdose gekommen. "Gott
ist tot. Amen", hat er mit weißer Farbe in großen Buchstaben auf die Steine gesprüht. Es wirkt fast so, als hätte ein Sprayer den Steinen Worte, die sie herausschreien, in den Mund gelegt. Und die Steine schreien sie dem, der vorbeigeht entgegen. Hier macht einer seine Meinung mit weißer Farbe öffentlich!
„Gott ist tot. Amen“. Warum musste das gesagt werden, was schwingt wohl mit, in diesem stummen und doch so deutlichen Schrei? Ist der, der ihn auf die Steine gesprüht hat, verzweifelt? Vielleicht hat er etwas durchgemacht, was er nicht mit Gott in Verbindung bringen kann. Warum lässt Gott das zu? Ist er zornig über etwas, was er mit der Kirche erlebt hat? Ist er wütend auf jene, die sie repräsentieren? Oder will er einfach nur provozieren? Und warum hat er ein "Amen" hinter sein Statement gesetzt, den typischen Schluss für ein christliches Gebet? Es klingt fast so, als wende er sich an genau die Adresse, die er soeben als nicht existent erklärt hat. Oft steht tatsächlich Verletzung, Wut oder Verzweiflung hinter solch einem Satz. Und wer weiß: Vielleicht gibt es noch einen Funken Hoffnung, dass ich eine Antwort bekomme. Dass mein Gegenüber das Schweigen bricht und Wege findet, die eine Begegnung möglich machen?
Im März, ja, da kann ich es glauben. Dass die Steine lebendig werden und ihre Stimmen vernehmbar sind. Denn die Worte erzählen von ihm, der alles Tote lebendig macht. Die Farbe Weiß aber, die der Sprayer verwendet hat, macht Hoffnung, denn sie ist die Farbe der Auferstehung. Amen.

Zu Beginn des Monats März grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!

Lukas 10, 20

Wo ist unser Name nicht überall verzeichnet; zuerst in der Geburtsurkunde, da wird er offiziell und den/die Vornamen behält man sein ganzes Leben lang. Er begleitet uns, auf ihn hören wir und so werden wir angesprochen.

Wir sind durch unseren Namen eine unverwechselbare, einzigartige, besondere Person und können identifiziert werden, zum Beispiel im Ausweis, Reisepass u. a. Dokumente. Auch wenn wir mit unserem Namen unterschreiben, sind wir erkennbar und unverwechselbar.
Gott hat mich, meinen Namen, im Buch des Lebens, im Namensverzeichnis
im Himmel aufgeschrieben, dort bleiben wir ewig und sind nicht vergessen. Darüber können wir uns freuen. Gott hat uns angenommen, er kennt uns und er hat ein Auge auf uns, egal wo wir sind, soweit der Himmel reicht.
Wir sind nicht übersehen, er vergisst uns nicht, auch nicht, wenn wir mal untertauchen oder wenn wir zweifeln, weil wir vieles nicht verstehen.
Wir dürfen sicher sein, dass unsere Namen bei Gott gut hinterlegt sind und
er überall um uns ist, deshalb können wir mit Freude in den neuen Monat gehen.

In einem Lied von Arno Pötsch heißt es:

Meinem Gott gehört die Welt, meinem Gott das Himmelszelt
ihm gehört der Raum, die Zeit, sein ist auch die Ewigkeit.

Und sein eigen bin auch ich. Gottes Hände halten mich
gleich dem Sternlein in der Bahn; keins fällt je aus Gottes Plan.

Seien Sie herzlich gegrüßt

Christiane Soyeaux
Leiterin der Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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Januar 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Lukas 6,36

Das ist die Jahreslosung für 2021. Was und wohin wird es uns bringen das Jahr 2021? Wo werden wir in einem Jahr stehen? Solche Fragen beschäftigen uns heute mehr als zu anderen Zeiten.

Und es gibt wohl weniger Antworten als in anderen Jahren. Also schauen wir einmal auf den Text aus dem Lukasevangelium, wenn wir dem Folgen, wird es ein barmherziges Jahr. Das sind doch schon mal gute Aussichten. Oder?

Was bedeutet eigentlich „barmherzig“? Im Internet steht dazu: „Die Barmherzigkeit (lateinisch misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barm-herzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an.“ „Barmherzigkeit = aus Mitgefühl helfen, Leiden zu lindern.“

Barmherzigkeit heiß also hinschauen und meine Mitmenschen wahrnehmen. Ich denke gerade in dieser Zeit, wo sich alles nur um Infektionszahlen zu drehen scheint und wir auf Distanz gehen müssen, ist das besonders wichtig. Menschen nicht aus dem Blick verlieren, Nöte, vielleicht Einsamkeit, Sorgen oder Hilflosigkeit wahrnehmen und lindern. Im Nahen, bei Nachbarn, Freunden, in der Familie oder bei Kollegen_innen, im Fernen, nicht wegschauen, denn Flüchtlingsdramen und Klimawandel sind nicht weniger brennend als vor Corona. Barmherzigkeit wird auch als tätige Nächstenliebe beschrieben. Also ein klarer Auftrag, mach was! Losgehen und die Welt verbessern, helfen, trösten, Zeit nehmen... Und schon komme ich in die Defensive: Ich sollte, ich müsste und überhaupt … was denn noch alles. Woher soll ich die Kraft für alle und alles nehmen? Gut, dass die Jahreslosung nicht nur heißt „Seid barmherzig!“, sondern weitergeht „wie auch euer Vater barmherzig ist.“
Wir müssen barmherzig nicht aus uns selbst sein. Gott, schenkt uns seine Barmherzigkeit, seine unermessliche Liebe. Darin sind wir geborgen und daraus können wir schöpfen. Ich darf zuallererst barmherzig mit mir selber sein, mit mir, meiner Schwachheit und all meinen vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Ich mach mein Herz weit, lasse mich von Gottes Liebe und Freundlichkeit berühren und gehe ich los und schenke der Welt ein Lächeln.

Also wenn wir barmherzig sind, den Menschen um uns herum ein wenig Aufmerksamkeit schenken, ein freundlicher Blick, ein paar nette Worte. Wenn wir anderen Menschen mit Nächsten¬liebe, Mitgefühl und Wohlwollen begegnen, kann es doch ein gutes Jahr 2021 werden.

Und dann sind da noch die beiden Stimmen in mir. „Träum weiter“ sagt die eine, „Da müsste schon ein Wunder geschehen, dass die Welt barmherziger wird“. „Na und?“ sagt die andere „Wunder können geschehen!“. „Das glaubst du doch nicht wirklich“.
Naja, da hilft der Blick zurück auf die Jahreslosung 2020 „Ich glaube, hilf meinen Unglauben“

Zu Beginn des neuen Jahres grüßt Sie Ihre
Anette Schmidt – Leiterin Stabsstelle Personal- und Organisationsentwicklung

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Pflegefachleute

400 Stunden

Orientierungseinsatz – ambulant (bei den Menschen zuhause) oder stationär (in unseren Einrichtungen)

400 Stunden

Pflichteinsatz – stationäre Langzeitpflege an einem unserer Standorte

400 Stunden

Pflichteinsatz – ambulante Pflege in unseren ambulanten Stationen

120 Stunden

Pflichteinsatz – in der Pädiatrie bei einem unserer Kooperationspartner

400 Stunden 

Pflichteinsatz – im Krankenhaus bei einem unserer Kooperationspartner

 

Zwischenprüfung

120 Stunden 

Pflichteinsatz – in der Psychiatrie bei einem unserer Kooperationspartner

500 Stunden 

Vertiefungseinsatz – plus 160 Stunden zur freien Verteilung
(ambulant oder stationär) in unseren Einrichtungen

Abschluss der Ausbildung (Dauer in Vollzeit drei Jahre/ in Teilzeit bis zu fünf Jahre)

Pflegehelfer:in

Kaufmann:frau im Gesundheitswesen

Kaufmann:frau für Bürokommunikation

Berufsbegleitende Ausbildung staatlich anerkannte:r Erzieher:in

Hotelfachmann:frau​

Koch/Köchin

Pflegestudium mit integrierter Berufsausbildung

Studiengang: Case Management im Sozial- und Gesundheitswesen (Bachelor of Arts)