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ANgeDACHT


Jede Woche am Montag erscheint unser ANgeDACHT, eine kurze Andacht zum Wochenbeginn.

20.06.2022

„Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir…“

Mit diesen kraftvollen und zugleich zärtlichen Worten beginnt das Wochenlied für diese Woche. Wenige Worte, die doch ganz klar und deutlich eines ausdrücken:
Gott ist Liebe! Gott ist Zuversicht! Gott ist Beziehung!
Eine echte „Dreiecksgeschichte“ ist das, aber im positiven Sinne.
Gott ist eins und ist zugleich drei: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das haben wir in der vergangenen Woche, am Sonntag Trinitatis gefeiert.
Gott ist umfassender, als wir begreifen können. Aber Gott lässt sich auf uns Menschen ein. Und lädt uns zur Beziehung mit sich ein.

Viele Symbole und Bilder beschreiben diesen göttlichen Dreiklang. Der Heilige Patrick nutzte das Kleeblatt, um den Menschen in Irland die drei Wesen Gottes zu erklären. In vielen Kirchen finden wir das Dreieck als Symbol für Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist.
Dreiklänge ziehen sich auch durch unsere Leben:
Wasser, Erde, Luft. Geburt, Leben, Tod. Gestern, Heute, Morgen.
Auch wir sind miteinander verbunden und können mit diesem Symbol gut unsere eigene „Dreiecksbeziehung“ veranschaulichen:
Gott. Ich. Und Du, meine Nächste und mein Nächster.
Allein geht es nicht. Wir brauchen einander. Alles hängt mit allem zusammen. Die Beziehung zu unserer Nächsten ist wie ein Echo unserer Beziehung zu Gott. Ganz so wie Jesus sagt: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäusevangelium 25, 40)

Segensworte aus dem christlichen Kalender für Frauen „Alles hat seine Zeit“ mögen Sie in dieser neuen Woche in jeder Beziehung begleiten:
„Segne meine Schritte, Worte und Taten in der neuen Woche, Herr! Führe mich auf deinem Weg und richte meinen Blick nach vorn, dass ich nicht auf mich selbst schaue, sondern auf die Menschen, denen ich auf diesem Weg begegne.“

 

Wir beten: Guter Gott, du bist Mutter und Vater. Gib uns den Mut und das Herz, deine Zuversicht und Liebe weiter zu verschenken. Amen

Wochenspruch: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lukas 10, 16a)

Wochenpsalm: Psalm 34, 2-11

Wochenlied: EG 365 – Von Gott will ich nicht lassen

 

Aus den Zentralen Diensten in Potsdam grüßt Sie herzlich

Sabine Papies
Stabsstelle Unternehmensentwicklung und diakonische Kultur

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13.06.2022

„Ein Gott – drei Erscheinungen“

Mit dem Sonntag Trinitatis gestern findet das Kirchenjahr mit seinen Offenbarungsgeschichten Gottes in Weihnachten, Ostern und Pfingsten einen ersten Zwischenstopp. Ab jetzt gilt es, die bislang am Lebenslauf Jesu bis zur Ausgießung des Geistes zu Pfingsten orientierten Feste zu deuten. Der Facettenreichtum Gottes wird sprachlich gefasst in Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist – formuliert in Glaubens­bekenntnissen. So ist es nicht verwunderlich, dass in den früheren Jahren Trinitatis auch „Fest des Glaubensbekenntnisses“ genannt wurde.

Mit dem Trinitatisfest feiern wir die Unbegreiflichkeit Gottes. Durch Jesus wissen wir viel von Gott, manchmal meinen wir, etwas zu verstehen – in Wahrheit aber ist Gott unbegreiflich. Wir sehen seine Werke: die Schöpfung, Jesus und den guten Geist, der manchmal unter uns aufleuchtet, wenn Menschen sich anderer Menschen erbarmen – aber schon im nächsten Augenblick verstört uns etwas und wir erkennen: Gott bleibt uns unbegreiflich. Sein Walten in der Welt bleiben uns Rätsel oder Geheimnis.

Geheimnis ist vielleicht das treffendste Wort. „Wer hat des Herrn Sinn erkannt“?  Vielleicht nur die, die ihn mit allen Fasern ihres Herzens und Körpers und ihrer Seele anbeten können. Vielleicht nur die, die vor ihm liegen mit ihrem Gebet und über allem nur dem vertrauen, was Jesus sagte: Dein Wille geschehe. Gott will nicht verstanden, sondern angebetet werden. Vielleicht öffnet er dann ein wenig sein Geheimnis und offenbart sich uns, die wir von begrenztem Verstand sind.

Und wenn wir nur an die Menschen denken, die sich, ohne etwas bekommen zu wollen, unserer erbarmt haben. Gott ist auch da, wo Liebe nicht verrechnet wird. Er ist auf seine Weise da: als Schöpfer, als sich erbarmender Sohn oder als der gute Geist, der uns Freude am Leben schenkt.

 

Wir beten:

Schöpferischer Gott, seit Anbeginn hast du den Himmel über uns gesetzt und die Erde unter unsere Füße. Wir dürfen festen Schrittes gehen und unser Blick darf in die Weite schweifen.
Du, Gott, stehst uns Menschen in ungeahnter Vielfalt gegenüber. Als Schöpfer, Versöhner und Geistkraft. Du bist Geheimnis und Offenbarung. Wir können deine Größe nicht denken oder fassen.
Schenke uns den Glauben, dass du uns so begegnest wie wir dich brauchen in unserem Leben. Schenke uns ein offenes Herz, damit wir deine Vielfalt erkennen und feiern können.
Hilf uns, die in den Blick zu nehmen, die die Schönheit und den Reichtum deiner Schöpfung jeden Tag in ihrer Vielfalt sehen. Die Luftsprünge machen, wenn sie einen Schmetterling sehen, die mit den Bienen tanzen und im Wind deinen Geist erahnen.

 

Wochenspruch:         Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mir uns allen.    2. Korinther 13,13

Wochenpsalm:           Psalm 93

Wochenlied:               EG 139 – Gelobet sei der Herr

Download:                   ANgeDACHT 2022-24

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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06.06.2022

Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft.

In der Pfingstgeschichte (Apostelgeschichte 2) wird berichtet, wie die Jünger vom Heiligen Geist erfüllt wurden und sie plötzlich in verschie­denen Sprachen reden konnten und sie so begeistert von der Liebe Gottes, ihrem Glauben und ihrer Gemeinschaft erzählten. So wurde
und wird die christliche Botschaft bis heute in der Welt verbreitet.
Dazu braucht es Menschen, die davon berichten, dass der Geist Gottes
in vielfältiger Weise wirkt.

Ich möchte Sie mitnehmen in ein Wortspiel: der Geist – die Begeisterung,
Wenn wir von etwas begeistert sind, uns anspornen lassen, dann treten Ängste, Bedenken und Zweifel in den Hintergrund. Wir sind offen und frei für Neues, Ungewöhnliches und ich kann Aktivitäten neu in den Blick nehmen, die mir und meinem Nächsten, meinem Gegenüber guttun.
So entsteht Gemeinschaft, in der die Kraft des Geistes spürbar wird, der verbindet, der die Welt verbessert und Leben schafft.

Lassen Sie uns in das Pfingstlied Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft einstimmen (Singt Jubilate Nr. 26)

 

Kehrvers: Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

  1. Wie das Feuer sich verbreitet und die Dunkelheit erhellt,
    so soll uns dein Geist ergreifen, umgestalten unsre Welt.
  2. Wie der Sturm so unaufhaltsam dring in unser Leben ein.
    Nur wenn wir uns nicht verschließen, können wir deine Kirche sein.
  3. Schenke uns von deiner Liebe, die vertraut und die vergibt.
    Alle sprechen eine Sprache, wenn ein Mensch den andern liebt.

Text: Klaus Okonek, Joe Raile; Melodie: Sarah Levy-Tanai (Volkslied aus Israel)

 

Wochenspruch:   Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.   Sach 4,6b

Wochenpsalm:    Ps 118  –  EG 747

Wochenlied:         EG 129  -  Freut euch, ihr Christen alle

Download:             ANgeDACHT 2022-23

 

Es grüßt Sie aus Potsdam

 

Christiane Soyeaux
Lafim-Diakonie

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30.05.2022

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist!

Psalm 81,2

Singen macht froh und singen macht glücklich, ebenso wie wir uns in jedem Jahr wieder darauf freuen können, dass sich die Blütenpracht der Felder und Wälder erneut erhebet. Die Zeit der Dunkelheit ist im Mai vorüber, die Blumen erblühen wieder und die Bäume schlagen aus.
Das deutsche Frühlingsgedicht von Emanuel Geibel aus dem Jahr 1841, „Der Mai ist gekommen“, nimmt diese Sehnsucht nach Freiheit auf. Justus Wilhelm Lyra vertonte dieses Gedicht im Jahr 1842.

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,
da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus;
wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da weht Gottes Odem so frisch in die Brust,
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
wie bist du doch so schön, du weite, weite Welt!

Strophe eins und sechs dieses Liedes lassen erahnen, was der Dichter uns mit diesem Gedicht mitteilen wollte. Die Freiheit der Natur, das Lobpreisen von Gottes Schöpfung und die Gewissheit, dass es einen gibt der unsere Stärke ist und uns behütet auf unseren Wegen.

 

Segen:
Der Friede Gottes, der größer ist als unsere Vernunft,
lasse uns Singen und Lobpreisen,
um die Hoffnung an die Liebe und das Gute in diesen Zeiten nicht zu verlieren.
So segne uns der dreieinige Gott.
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.

 

Wochenspruch:   Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.  Joh. 12,32

Wochenpsalm:    Ps 27  -  EG 714

Wochenlied:         EG 136  -  O komm, du Geist der Wahrheit

Download:             ANgeDACHT 2022-22

 

Diakon Maximilian Häußler
Einrichtungsleitung

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23.05.2022

„Rogate“ hieß es an diesem Sonntag: „Betet!“

Beten, wie geht das?  Wer erinnert sich nicht an manches Stoßgebet vor einer Klausur in der Schule, einem unangenehmen Gespräch mit Vorgesetzten, einer seelisch bedrängenden Situation, aber auch im Zustand sehnsuchtsvoller Erwartung oder tiefster Dankbarkeit?
War es als Kind nicht geradezu selbstverständlich, Gott um Hilfe anzurufen, geradezu anzuflehen. „Lieber Gott, bitte mach ...“
So oder ähnlich haben Gebete begonnen und tun es noch heute. Für viele Menschen sind Kirchen und Gottesdienste Orte, an denen sie beten; in Gemeinschaft oder für sich allein. Die bekanntesten Gebete sind das Vaterunser oder einzelne Psalmen. Manchmal erleben wir es als befreiend, uns von der Sprachmelodie forttragen zu lassen in einen Raum zwischen Himmel und Erde.
Menschen, die das Gebet als tägliches Ritual in ihrem Tagesablauf haben, betrachten wir bewundernd und verwundert, ähnlich wie die Zusammenkünfte zu den festen Gebetszeiten in Klöstern und Konven­ten. Die Haltung Betender ist von konzentrierter Spannung geprägt. Oft strahlen sie innere Freiheit und Gelassenheit aus. Eine Wirkung, die auch wir gern erzielen würden. Ungläubig lesen wir von Studien, die dem Beten Wirkungskraft bescheinigen. Und dann ertappen wir uns gelegentlich bei dem Gedanken, auch gern beten zu können. Sicher, wir haben es mehrfach versucht. Als jedoch die erhoffte Wirkung des Gebets immer wieder ausblieb, blieben auch die Gebete aus. Dabei würden wir ja gern beten.

Vielleicht einfach ausprobieren? Beten ist gewonnene Zeit. Es unter­bricht das Kreisen der Gedanken um Aufgaben und Lösungswege. Wenn unser Beten Folgen hat, sind das Auswirkungen, die es in unserem Inneren ausgelöst hat. Damit das passiert, müssen wir loslassen und unsere eigene Begrenztheit erkennen. Doch wenn wir Hände und Herzen öffnen, können wir manchmal erkennen, was Gott in sie hin­eingelegt hat. Und dann liegt es wiederum bei uns, was wir mit diesen Gaben machen.
Was wir mit dem Herzen tun, ist der Anfang des Betens.

 

Wir beten:
Gott, unser Vater, du bist es, zu dem wir beten und bitten:
die einen zögerlich, die anderen selbstbewusst, die einen übersprudelnd dankbar, die anderen enttäuscht und mit wenig Hoffnung.
Höre unsere Worte und Gedanken, Gott, in all ihrer Vielstimmigkeit. Lass sie an deine Ohren und an dein Herz dringen.
Schenke uns deinen Heiligen Geist und lass uns auch deine Worte
an unsere Ohren dringen und unsere Herzen berühren.

 

Wochenspruch:     Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.   Psalm 66,20

Wochenpsalm:      Psalm 95

Wochenlied:           EG 344 - Vater unser im Himmelreich

Download:               ANgeDACHT 2022-21

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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16.05.2022

Singt dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98, 1

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Musik. Die biblischen Lesungen fordern uns auf: Erhebt Eure Stimmen! Lobt Gott! Schweigt nicht! Singt und sprecht einander Mut zu!

Egal, wie gut man das beherrscht. Singen tut einfach gut und ja, es darf auch schief sein. Beim Liedermacher Stefan Stoppok heißt es:

„Mal´ dein Herz mit Farbe an,
möglichst bunt, steck´ ne Rose dran.
Dann stell´ dich auf den höchsten Berg,
breit´ die Arme aus und zeig der Welt dein Werk.
Sing dazu ´ne schöne Melodie
mit klarer Stimme, ganz egal wie
ob die Töne stimmen oder es schief klingt
Hauptsache dein Herz singt.“

Im Singen entsteht Gemeinschaft – gemeinsam weben wir einen Klangteppich, der uns verbindet. Er trägt uns und versichert uns einander als Geschwister in Christus. Musik ist das Tor zur Seele.
„Du meine Seele, singe…“ klingt es im Wochenlied von Paul Gerhardt an. Musik öffnet Wege, unsere Emotionen herauszulassen. Da, wo Gefühle manchmal festklemmen oder sich im Alltagstress verheddern, löst Musik oft den Knoten ums Herz. Freude, Begeisterung, Liebe, Trauer, Klage – alles findet einen Ausdruck in der Musik. Mal laut, mal leise. Mal kräftig, mal ganz zart. Im Chor oder allein.
In allem dankbaren Jubel können und wollen wir trotzdem nicht über das Leid hinwegsehen. Darüber, dass eben noch nicht alles gut ist. Da, wo wir „um Fassung“ ringen, mögen wir uns immer daran erinnern, dass wir bereits eine Umfassung haben, die uns trägt: In Gott, unserem HERRN. Einer, der uns Halt gibt und die Hände segnend über uns ausbreitet. Alles hat Raum und Platz bei Gott. Bei Gott finden wir Gehör. Er, der die Welt in Händen hält, lässt uns nicht allein.
„Wir wissen, dass er uns hört“ (1. Joh 5, 15)

 

Wochenspruch: Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98,1

Wochenpsalm:  Psalm 98  -  EG 739

Wochenlied:       EG 302- Du meine Seele, singe

Download:           ANgeDACHT 2022-20

 

Ich wünsche Ihnen ein singendes Herz und grüße Sie herzlich aus Potsdam

Sabine Papies
Mitarbeiterin Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Diakonische Kultur

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09.05.2022

Alles hat seine Zeit, und die Hauptsache ist, dass man mit Gott Schritt hält.

Dietrich Bonhoeffer

Meine Zeit liegt in Gottes Händen …
Die Zeit vergeht wie im Flug, niemand kann sie festhalten, speichern oder zurückholen. Wir erleben sie als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie ist in Stunden, Tage, Monate und Jahre eingeteilt.
Der Begriff Zeit kommt vom Teilen. Zeit ist also ein Teil von einem Ganzen. Sie ist ein Stück unseres Lebens und sie ist nicht unerschöpflich, sie ist begrenzt, vergänglich und das macht sie so kostbar. Zeit kann man nicht kaufen oder ersetzen.
Es gibt gute und schlechte Phasen im Leben: „Alles hat seine Zeit“. Ob diese Phasen tatsächlich gut oder schlecht waren, wissen wir oft erst später.
Wir Menschen sind groß im Erfinden, wenn es ums Zeitsparen geht: Technik bringt uns rasend schnell vorwärts. Was machen wir mit der so gewonnen Zeit? Es ist seltsam, aber kaum jemand sagt: „Ich habe Zeit!“
Zeit ist ein Geschenk, ein Geschenk Gottes. Gott schenkt jeder und jedem von uns Lebenszeit. Gottes geschenkte Zeit: ein wertvolles Gut. Unsere Zeit ist Zeit von Gottes Zeit: Zeit aus seiner Hand. Er gibt uns diese Zeit zum Arbeiten und zum Ruhen, zum Reden und Schweigen, zum Weinen und zum Lachen. Gottes Hände halten unsere Zeit und damit uns, sie schützen, stützen und begleiten.
Und noch etwas: Gottes Zeit ist zeitlos. Es ist eine Zeit ohne Maß und ohne Terminkalender. Seine Zeit ist die Ewigkeit. Gott hat einen langen Atem. Wir haben einen Gott, der wachsen lässt, der Entwicklungen Zeit und Raum gibt und uns so annimmt, wie wir sind.
Machen wir uns also gerade in hektischen Zeiten immer wieder be­wusst, dass jeder Augenblick einmalig und unwiederholbar ist. Werden wir sensibler im Umgang mit der Zeit und nehmen wir uns mehr Zeit für uns selbst, unsere Mitmenschen und für Gott.

  

Segen:
Herr, unsere Zeit liegt in deinen Händen.
Segne unsere Schritte, Worte und Taten in dieser neuen Woche.
Führe uns auf deinen Weg und richte unseren Blick nach vorn, dass wir nicht auf uns selbst schauen, sondern auf die Menschen, denen wir auf unserem Weg begegnen.
Herr, wir wissen: jede Sekunde stehen wir unter deinem Segen.

 

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.  2. Kor. 5,17

Wochenpsalm:  Ps 66,1–9

Wochenlied:       EG 110- Die ganze Welt, Herr Jesu Christ

Download:           ANgeDACHT 2022-19

 

Mit herzlichen Grüßen zum Wochenbeginn

 

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH

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02.05.2022

Die den Herrn lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht.

Richter 5,31

Kinder malen auf jedem Bild, meist rechts oben in der Ecke eine Sonne. Oft ist es eine ganz große Sonne mit lachendem Gesicht. Für Kinder ist die Welt so in Ordnung. Sie drücken damit aus:  Mir geht es gut! Bei Fliedners haben wir im Gottesdienst am Ostermontag in unserer Kapelle ein Osterbild mit gelben Sonnenstrahlen und viel Licht gestaltet. Uns ging es richtig gut dabei!
Machen wir uns eigentlich mitten im Frühling klar, wie wichtig die Sonne für uns ist. Wenn wir Bilder malen sollten, dann käme auch nicht jeden Tag eine Sonne aufs Bild. Wenn uns der Tag so düster scheint, das Leben so trübe ist, dann meinen wir oft, für uns scheint keine Sonne, uns hat man wieder vergessen. Die Sonne wird einfach für das Leben gebraucht. Licht und Wärme dieses Himmelskörpers machen unser Dasein aus. Ohne die Sonne gingen wir ein wie die sprichwörtliche Primel ohne Licht. Es ist daher nahe liegend, dass die Bibel oft Gott mit der Sonne vergleicht.
In einem Lied heißt es: Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da. Und genau wie bei der Sonne sind wir so daran gewöhnt, dass wir manchmal vergessen, dass es ihn gibt.
Warum an die Sonne denken, es wird doch automatisch hell? Warum an Gott denken, es geht mir doch gut. Bei vielen Dingen merken wir erst, wie sehr wir sie brauchen, wenn sie einmal nicht da sind. Was wäre, wenn die Sonne plötzlich einen Tag lang nicht scheint? Das Chaos würde ausbrechen. Das geht uns ja schon fast so, wenn der elektrische Strom oder das Gas ausbleibt. Das mit dem Chaos ist sehr treffend: in der Bibel am Anfang bei der Schöpfungsgeschichte heißt es: und es herrschte Chaos. Und Gott schafft gegen das Chaos Ordnung und macht als erstes Licht: Sonne, Mond und Sterne. Über dieser Welt scheint die Sonne wie auf einem Kinderbild oben rechts.
Diese Welt ist in Ordnung. Ist sie das? Ja, die Unordnung machen wir, wenn wir Macht über andere ausüben und unseren Willen ohne Rücksicht auf Verluste durch­setzen. Dabei sollen wir auch wie die Sonne sein. Wir wissen von Gottes Wärme und seinem Licht. Und weil wir davon wissen und seine Wärme und sein Licht aufnehmen, sollen wir mindestens wie der Mond sein. Der Mond leuchtet selbst nicht, aber er gibt nachts das Licht der Sonne weiter. Der Mond erinnert uns, dass es die Sonne gibt, auch wenn es bei uns Nacht ist. Deshalb können wir uns selbst in der größten Dunkelheit unseres Lebens an Gott erinnern lassen. Er verlässt uns nicht, wie die Sonne.

 

Wir beten:              Gott, es ist gut, dass es die Sonne gibt, sie erinnert uns an dich. Du gibst mit deinem Licht und deiner Wärme unserem Leben einen Sinn.
Wir können unser Leben entfalten wie die Blumen in der Sonne. Das gibt uns Mut für die Schattenseiten des Lebens. Besonders dann, wenn wir uns verlassen fühlen, wenn wir meinen, dass für uns keine Sonne scheint, wollen wir uns an dich erinnern.
Gott, du möchtest, dass man uns diesen Glauben ansieht, dass wir von deinem Licht weitergeben, wie der Mond das Sonnenlicht. Das ist schwer, aber mit deiner Hilfe gelingt es.

Wochenspruch:   Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Scharfe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.    Johannes 10,11a.27-28a

Wochenpsalm:    Psalm 23  -  EG 711

Wochenlied:        EG 274  -  Der Herr ist mein getreuer Hirt

Download:            ANgeDACHT 2022-18

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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24.04.2022

Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Joh. 20,29

Der HERR ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!
Die freudige Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu hallt noch in uns nach, erfüllt uns mit Hoffnung. Gleichzeitig ist sie im wahrsten Sinne unfassbar, unbegreiflich. Ein Mensch, einer wie du und ich, war tot und ist auferweckt worden. Es übersteigt unsere Vorstellungskraft und wir sind versucht, nach handfesten Beweisen zu suchen. So ergeht es auch dem Jünger Thomas. Er war nicht dabei, als Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngerinnen und Jüngern zeigte.
Die bloße Erzählung über das geschehene Wunder reichte ihm nicht aus. „Na, das glaube ich erst, wenn ich´s sehe!“ könnte er gesagt haben. Manchmal wollen auch wir etwas berühren und anfassen, um verstehen und begreifen zu können. Oft hätten wir es gerne klarer, nachvollziehbarer und weniger geheimnisvoll. Jesus reicht Thomas die Hand und durch diese Berührung, versteht der das Un(be)greifbare. Er wird berührt und lässt sich berühren.
Unser Glauben an die Auferstehung Jesu ist ein Vertrauensakt. Das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und die lebendige Hoffnung, in die wir mitten hineingestellt sind durch die Auferstehung Jesu Christi. Wir sind wie die neugeborenen Kinder. Staunend stehen wir vor dem Geheimnis, welches wir nicht sehen können. Aber wir spüren es und können uns davon berühren lassen. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Wochenspruch:  Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.     1. Petr 1,3

Wochenpsalm:     Psalm 116  -  EG 746

Wochenlied:         EG 108  -  Mit Freuden zart

Download:            ANgeDACHT 2022-17

Ich wünsche Ihnen den staunenden Blick eines neugeborenen Kindes und grüße Sie herzlich zum Wochenbeginn

Sabine Papies
Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Diakonische Kultur

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18.04.2022

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan! Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Psalm 126,1-3

Ostern 2022. Wann? Wann, fragen wir, wird das Große geschehen? Gerade in diesem Jahr sind wir ungeduldig angesichts des Krieges mit so unvorstellbaren Grausamkeiten in unserer Nähe. Unsere Osterhoffnung ist groß und doch spüren wir das große Noch-nicht, noch ist es nicht so weit.

Ein frommer Mensch spricht im Gebet mit dem lieben Gott:
"Sag mal, stimmt es, dass für dich eine Million Jahre so viel sind wie eine Minute?"
"Ja, das stimmt!".
"Und stimmt es auch, dass für dich eine Million Euro so viel sind wie ein Cent?"
"Es ist so."
"Ach, lieber Gott, dann schenk mir doch mal einen Cent!"
"Gern, warte mal 'ne Minute..."

Unser Mund wird voll Lachens sein und das wird ein Lachen voller Freude und Lob Gottes sein. Davon erzählt das Osterfest schon – jetzt, auch wenn es noch – nicht so weit ist und wir uns damit behelfen müssen uns noch durch Witze zum Lachen zu bringen, wie es der alte Brauch des Osterlachens in den Gottesdiensten der Ostertage versucht hat.

Dieses Lachen will uns jetzt schon die Hoffnung auf die große Befreiung vom Tod an sich und seinen Grausamkeiten ins Herz pflanzen. Ostern schafft eine andere Realität in unseren Herzen jetzt schon, auch wenn wir noch eine Minute mit der anderen Realität der menschlichen Grausamkeit beschäftigt sind. Mit der Hoffnung im Herzen und der Hoffnung auf das befreiende Lachen des Ostermorgens, das wir alle einmal erfahren dürfen, können wir aber auch jetzt schon einen Beitrag leisten auf diese Hoffnung hin unsere Welt zu gestalten und zu verändern. Davon spricht das Osterfest, denn auch wir dürfen sein wie die Träumenden.

Ich wünsche Ihnen, dass das Osterfest mit dem beginnenden Frühling Sie mit positiven Gedanken und Hoffnungen erfüllt und wir so gemeinsam warten können und wir trotzdem schon jetzt mit dem Rühmen Gottes, der Großes tut beginnen.

Ihr Pfr. Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie

 

Wochenspruch:     Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.  Offb 1,18

Wochenpsalm:       Psalm 118  -  EG 747

Wochenlied:            EG 100  -  Wir wollen alle fröhlich sein

Download:                ANgeDACHT 2022-16

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11.04.2022

Gedanken zum Karfreitag:
Der berühmteste Stein, ist der Stein, der das Grab Jeus verschließt.

Markus 15,42-47 (Jesu Grablegung)

Wenn Steine sehen, hören, fühlen, sprechen könnten – was hätten sie alles zu berichten: von traurigen, schrecklichen oder fröhlichen Begebenheiten, die sich abgespielt haben. Besonders würde mich interessieren, was ein ganz spezieller Stein zu erzählen hätte. Es handelt sich wohl um den berühmtesten Stein der Weltgeschichte. Wenn man diesem Stein nun Worte entlocken könnte, dann klängen sie vielleicht so:

So leicht bringt mich nichts von der Stelle. Ich bin groß, rund und sehr schwer. Meine Aufgabe ist es, eine Höhle zu verschließen. Ich versperre mit meiner ganzen Schwere den Eingang, damit ein verstorbener Mensch hinter mir seine ewige Ruhe finden kann. Ich bin: groß, rund, schwer.
Ich hatte bereits längere Zeit auf meinen Einsatz gewartet. Die Grabeshöhle war seit Jahren ungenutzt. Doch dann, gestern – es war Freitag – war es so weit. Es war bereits Abend, als sich ein Trauerzug auf mich zubewegte.
Ein junger Mann namens Jesus wurde zu Grabe getragen. Seine Mutter war dabei. Sie konnte ihn kaum loslassen, streichelte immer wieder sein Haar und gab ihrem Sohn noch einen letzten Kuss auf die Wange. Einer der Männer, Johannes hieß er, zog sie schließlich sanft von ihrem Sohn weg. Zu schreck­lich war, was sie hatten miterleben müssen. Wie ich ihren Worten und den Geschichten entnahm, die sie unter Tränen vor sich hin stammelten, war Jesus am Kreuz gestorben und mit ihm alle ihre Hoffnungen und Träume. Sie hatten seinen Worten geglaubt, sie hatten ersehnt, dass er die Welt ver­ändern würde und Gerechtigkeit und Frieden möglich ist. Und nun war er tot.
Die Männer rollten mich unter großer Anstrengung vor das Grab. Dann gingen alle traurig davon. Ich hörte noch die Frauen überlegen, wer ihnen wohl in zwei Tagen den schweren Stein wegrollen könnte, denn sie wollten kommen, um noch einmal den verstorbenen Freund zu sehen und ihn mit kostbarem Öl zu salben. So begann ich also meinen Dienst.
Aber nun wird bald die Sonne aufgehen und die Frauen werden kommen. Wer weiß, wer ihnen helfen wird, mich wegzurollen? Dabei fühle ich mich plötzlich gar nicht mehr so schwer. Mir ist leicht. Am liebsten würde ich meinen Dienst beenden und von selbst wegrollen, um den Blick in das Grab freizugeben. Denn ich spüre, dass sich etwas verändert hat. Direkt hinter mir, in der verschlossenen Verborgenheit einer Höhle ist etwas geschehen, das die Welt verändern wird. Bald werden es alle erfahren.

Wir beten:
Gütiger Gott, manchmal haben wir Kummer und es ist finster in uns.
Wir bitten dich: Schenke uns dann Trost und die Hoffnung darauf,
dass wieder hell und gut werden kann, was jetzt dunkel und schwer ist.
Denn ich bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Wochenspruch:     Der Menschensohn muss erhöht werden, auf das alle,
die an ihn glauben, das ewige Leben haben.  Johannes 3,14b.15

Wochenpsalm:       Psalm 69  - EG 731

Wochenlied:            EG 91  -  Herr, stärke mich

Download:            ANgeDACHT 2022-15

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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04.04.2022

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

Mt. 20,28

Die Geschichte im Matthäusevangelium aus der unser Text stammt ist überschrieben „vom Herrschen und Dienen“. In Vers 16 lesen wir “So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ Wir sind aufgerufen zu dienen, übersetzt kann man auch sagen zu helfen.
Das heißt doch, wir sollen den Anderen höher achten als uns selbst. Nicht unsere Bedürfnisse stehen im Vordergrund, nicht unsere Ansprüche und meine Aufgaben sind die Wichtigsten und müssen erledigt werden, sondern der Nächste, der Mensch neben mir, den nehmen wir in den Blick. Für ihn dürfen wir da sein und ihm helfen. Dahinter steht die Frage: Wie kann ich Andere stärken, fördern und begleiten?
Dies ist keine leichte Aufgabe, das wissen wir Alle und wir kommen da auch an unsere Grenzen, gerade in der jetzigen Zeit. Und wir dürfen uns auch ruhig mal bedienen lassen, davon redet ja auch der Wochenspruch. Jesus ist gekommen, um zu dienen; seine Nachfolger auch und aus meiner Sicht entsteht so Gemeinschaft untereinander. Anders ausgedrückt: GEBEN und NEHMEN ohne Vorteil für eine Seite, so gelingt Zusammenleben im Großen wie in Kleinen. Jesus ist sich für nichts zu schade. Wie sieht das mit uns - mit mir aus? Nutzen wir unsere Fähigkeiten, um Andere zu stärken im Alltag, mit Freude jeder an seiner Stelle und Position.

„Dienet einander, denn jeder ist zum Dienen begabt.
Dienet einander mit dem, was ihr empfangen habt.
Dienet einander! Wer nicht nur an sich selber denkt,
der wird im Dienst für andre von Gott beschenkt.“

  • Dienet, indem ihr treu etwas tut. Macht auch, was unscheinbar aussieht, gut.
    Herr, du warst treu und wurdest ganz klein. Bei dir vergeht jeder stolze Schein.
  • Dienet, und achtet nicht auf den Lohn, denn euer Vater versorgt euch schon.
    Herr, du hast nie nach Reichtum gestrebt und uns gezeigt, wie man sinnvoll lebt.
  • Dienet, indem ihr andre ertragt, wenn ihr Verhalten verletzt und plagt.
    Herr, ich will von dir lernen, du hast, die Welt ertragen mit ihrer Last.

Text: Gerhard Schnitter

 

Wochenspruch:   Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.  Mt. 20,28

Wochenpsalm:    Psalm 43  -  EG 724

Wochenlied:         EG 76  -  O Mensch, bewein dein Sünde groß

Download:            ANgeDACHT 2022-14

 

Es grüßt Sie zu Wochenbeginn

Christiane Soyeaux
Lafim-Diakonie

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28.03.2022

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht

Joh. 12,24

Es wird Frühling und die Tage werden länger und wärmer. Viele Garten­besitzer können es kaum erwarten, die Saat oder kleine Pflänzchen in die Erde zu bringen.
Viele Frühlingsboten zeigen sich schon ganz ohne unser Zutun und man kann mit wachem Blick überall Gänseblümchen, Löwenzahn, Veilchen und auch Osterglocken entdecken. Da scheint der Neuanfang, das Leben, das den Tod und das Leiden überwindet, schon durch. In diesen Zeiten, in denen unsere Gedanken von Krieg und Sterben überlagert wird, brauchen wir die Hoffnungszeichen und die Gewissheit, dass das Böse nicht siegt, sondern dass wir sehen können, wie etwas wächst und gedeiht. An anderer Stelle in der Bibel heißt es: „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.“ (Matthäus 13,31−32)
Wir dürfen „säen“ und darauf vertrauen, dass aus Kleinem etwas Großes werden kann, auch im übertragenden Sinne. Die Hilfe für die Ukrainer ist ein Beispiel dafür. Was aber auch nicht vergessen werden darf: Pflanzen brauchen auch gute Bedingungen, einen guten Boden, Licht, Wasser, Wärme. Auch wir Menschen brauchen diese Bedingungen im Umgang miteinander. Lassen Sie uns gemeinsam „unser Feld“ bestellen, darauf schauen, wo Gutes wächst, es unterstützen und darauf vertrauen, dass aus Kleinem > Großes werden kann mit dem Segen Gottes.

Da fällt mir ein Lied aus dem Jahr 1989 ein:
Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun,
können das Gesicht der Welt verändern, 
können nur zusammen das Leben besteh‘n.
Gottes Segen soll sie begleiten, 
wenn sie ihre Wege geh‘n.
Text: Afrikanisches Sprichwort / Melodie Bernd Schlaudt

 

Wochenspruch:   Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.     Joh 12,24

Wochenpsalm:    Psalm 84  -  EG 734

Wochenlied:         EG 98 - Korn, das in die Erde

Download:            ANgeDACHT 2022-13

 

Es grüßt Sie zu Wochenbeginn

Christiane Soyeaux
Lafim-Diakonie

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21.03.2022

Meine Augen sehen stets auf den Herrn.

Psalm 25,15

Meine Augen“ ist der Anfang des Psalm-Verses, der gestern am dritten Fastensonntag mit Namen Okuli, das heißt übersetzt „meine Augen“ gebetet wurde.
Meine Augen. Meine Augen habe nur ich. Augen können grün, braun oder blau sein oder Schattierungen dazwischen haben. Jeder Mensch hat eine ganz eigene Färbung. Augen können leuchten oder trübe sein. Sie kleiden sich mal mit dunklen Ringen, wenn es zu wenig Schlaf gab und mal mit Lachfältchen, wenn sie fröhlich sind. Unsere Augen verraten viel über unser Innenleben. Wir alle müssten mittlerweile Experten darin sein, die Augen von anderen zu deuten, da während der Coronazeit die Maske alles andere verdeckt hat.
„Meine Augen sehen“. Wir muten unseren Augen einiges zu. Wenn man Studien liest, wie viel Zeit Menschen damit verbringen, auf das Handy, den Computer oder in den Fernseher zu sehen, wird einem mulmig zumute. Bilder aus der ganzen Welt werden in rasender Geschwindigkeit von unseren Augen aufgenommen. Während für uns oft die Vielzahl an Bildern im Vordergrund steht, war die Bedeutung des Sehens für Menschen im alten Israel ganz anders. Es hatte immer mit der Qualität des Gesehenen zu tun: „Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe, du bist schön! Deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier.“ Im Hohelied Salomos (4,1) geht es um die Qualität des liebenden Blickes. Im Schöpfungsbericht heißt es: „Und Gott sah an, alles was er geschaffen hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1.Mose 1,31) Immer spielt die Beziehung von dem, der sieht und dem, der gesehen wird, eine Rolle.
„Meine Augen sehen auf den Herrn“. Ich habe eine kleine geistliche Übung für Sie. Gehen Sie in nächster Zeit mal in eine Kirche und setzen Sie sich so, dass Sie auf das Kreuz schauen können. Machen Sie fünf Minuten nichts anderes als auf das Kreuz zu sehen und stellen Sie sich vor, dass Ihr Sehen nicht ohne Antwort bleibt. Denn Gott sieht zurück. Er sieht Sie an. Lassen Sie sich ansehen. Meine Augen sehen auf den Herrn – der Herr sieht auf Sie. Wie es die Bibel sagt: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4.Mose 6,24-26)

Wir beten:
Gott, viele Bilder sind es, die wir jeden Tag sehen und verarbeiten. Wir bitten Dich, schenke Du unseren Blicken Zeit zum Ausruhen.
Hilf uns aus der Zerstreuung unseres Sehens und führe unsere Blicke zu Dir. Schenke uns die Gabe des tiefen Blicks, der mehr wahrnimmt, als vor Augen ist.
Guter Gott, du siehst uns an, du siehst, was uns gelingt, du siehst, wo wir scheitern.
Wir bitten dich: Öffne uns Augen, Ohren und Herzen für deine oft alltägliche Nähe in einer Berührung, in einem aufbauenden Wort.

Wochenspruch:   Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lukas 9,62

Wochenpsalm:     Psalm 34  -  EG 718

Wochenlied:         EG 391 – Jesus, geh voran

Download:            ANgeDACHT 2022-12

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

 

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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14.03.2022

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen. Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

Ein Segenslied geht mir gerade nicht leicht von den Lippen. Ich weiß ja: gut ist gerade nicht so viel in unserer Welt. Ein brutaler Krieg ohne Rück­sicht auf Verluste tobt in unserer Nähe, in dem Menschenleben und Mitmenschlichkeit nichts mehr wert sind. Es sprechen die Waffen.
Und dieser Krieg brach los in einer Zeit, in der wir wahrlich auch sonst genug schwere Probleme haben, eine weltweite Pandemie und die menschengemachte Veränderung unsere Klimas fordern mehr denn
je die Anstrengung der ganzen Menschheit.
Wie dringend brauchen wir jemanden, der es gut macht in unserer Welt, der Segen schickt, gerade jetzt.
Das Lied des Frankfurter Liedermachers Eugen Eckert weiß genau davon. Er verschweigt uns den Zustand der Welt nicht. Das Böse, dass uns so fassungslos macht, kommt vor in seinem Lied und ja, es kommt auch unsere Ohnmacht vor gegenüber der Friedlosigkeit der Welt.
Er singt dagegen an im vollen Wissen um die Bedrohung durch das Böse und dass wir Menschen den Frieden nicht schaffen.
Die Antwort kann nur die Bitte sein, das sehnsuchtsvolle hoffen darauf, dass Gott seinen Segen irgendwann wirken lässt. Dass er es gut macht und das er bewahrt, Hilfe gibt und Kraft, damit wir erlöst werden.
Es ist vielleicht das Einzige was wir jetzt tun können und das Nachsingen dieser Worte bringt uns ein Stück Hoffnung in unsere Herzen. Nehmen Sie das Lied mit in die kommende Woche. Amen.

 

Wochenspruch: Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Röm. 5,8

Wochenpsalm:  Psalm 25  -  EG 713

Wochenlied:        EG 94 – Das Kreuz ist aufgerichtet

Download:          ANgeDACHT 2022-11

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie

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07.03.2022

Fastenzeit- sich ausrichten auf Gottes Wort

Die Fastenzeit bewegt viele Menschen und auch die Entscheidung, worauf verzichtet wird. Aber haben wir nicht notgedrungen in der Corona-Zeit schon genug verzichtet? Ja, wir haben zwangsläufig auf vieles verzichten müssen, aber in der Fastenzeit geht es zuallererst nicht um Zwang und auch nicht immer um Verzicht. Für Christen bedeutet die Fastenzeit viel­mehr ein „Sich-Ausrichten“ hin auf einen bestimmten Punkt, ein sich ausrichten auf Gottes Wort.
In der Bibel finden wir viele Beispielen: Mose, Elia und Jesus. Sie fasteten, um sich auf die Begegnung mit Gottes Wort vorzubereiten und das meist in der Wüste, ein Ort, der für Trockenheit, Entbehrung und Kargheit steht. Die Wüste: auch ein Bild für Einsamkeit, aber auch ein Ort ohne Ablenkung, zum Klarsehen und neu ausrichten.
Das Fasten in der Wüste bleibt uns gottlob erspart, aber die Botschaft bleibt: Beim Fasten kann Platz für Neues in den Blick kommen. Ein guter Zeitpunkt, das eigene Leben zu überdenken und sich auf das Wesentliche zu besinnen, auf das, was uns wirklich trägt. Und vielleicht feststellen, was uns immer wieder hindert, dieses Wesentliche auch dauerhaft im Blick zu behalten.
Fasten, auch eine Chance, mit klarem Kopf Neues zu wagen, etwas im Leben zu verändern. Dabei bedeutet Veränderung nicht zwangsläufig Verzicht. Es geht darum, sich auf etwas neues einzulassen, vielleicht neue Gewohnheiten zuzulassen, eine neue Richtung einzuschlagen. Die Fastenzeit lädt uns ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. Eine Entdeckungsreise, die dazu dient, frei zu werden von dem, was uns das Leben schwer macht und uns auf den Weg zu Gott und zu unserem Nächsten näherbringt.

Fastenzeit
Zeit,
die mich herausfordert, innezuhalten und mich zu besinnen,
umzukehren und neue Wege zu suchen,
nein zu sagen und Enttäuschungen zuzulassen,
Ablehnungen anzunehmen und mich selbst zu bejahen,
nach dem Weinen immer wieder zu lachen,
zu ertragen, nicht allen Ansprüchen gewachsen zu sein.
G. Baltes

Gebet:
Gott,
es ist nicht immer einfach, die Fastenzeit konsequent zu gestalten.
Lass uns spüren, welch ein Geschenk sie ist und wie wohltuend es sein kann,
den Blick freizuhalten für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.
Dafür danken wir.

Wochenspruch: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.   1. Joh 3,8b

Wochenpsalm:  Psalm 91  -  EG 736

Wochenlied:         EG 347 - Ach bleib mit deiner Gnade

Download:          ANgeDACHT 2022-10

Einen guten Start in die neue Woche und eine gesegnete Fastenzeit wünscht Ihnen

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH

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28.02.2022

Das Thema „Aschermittwoch“ in Bezug auf "Seid barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist."

Lukas 6,36

Aschermittwoch“ – schon der Name klingt trist und grau. Unbestritten, dass es ein ernster Tag ist, denn er nimmt den Menschen ernst – mit all seinen Verstrickungen in Schuld und Unrecht und mit all seinem Sehnen danach, dass etwas besser oder neu werden könnte. Und dazu noch das Wort „Fastenzeit“. Beides sind Wort, die nicht gerade Begeisterungsstürme auszulösen. Sie klingen eher nach spaßfreier Zone und nach Verzicht. Leider kann ich da nun auch nicht wirklich Gegenteiliges behaupten.
Manchmal brauchen wir aber genau das: Zeiten, die ruhiger sind und die uns die Gelegenheit geben, unser Leben in Augenschein zu nehmen. Dazu braucht es allerdings Mut, denn es ist viel einfacher und bequemer, die Augen davor zu verschließen, was nicht gut ist an uns, an unserem Um­gang mit anderen und mit uns selbst.
Der Aschermittwoch will uns ermutigen, wieder einmal auf das zu schauen, was wir im vergangenen Jahr in Gedanken, in Worten und in Taten immer wieder anderen an Unrecht getan haben – „Asche auf unser Haupt!“
Vor unseren eigenen Augen können wir – wenn wir ehrlich sind – oft nicht bestehen.
Wie sollten wir es da vor den Augen Gottes können? Doch das können wir! Gott ist mehr als gerecht, er ist anders: Gott ist barmherzig und ein Zufluchtsort in jeder Lebenslage. Wie gut tut es, zu wissen, dass dir jemand Zuflucht gibt, ganz gleich, was du auch getan und erlebt hast.
Bereiten wir uns auf den Aschermittwoch, der in dieser Woche fest im Kalender steht, vor. Machen wir uns bewusst, wo wir Zuflucht nehmen können, denn: „Reich an Barmherzigkeit und Gnade ist der HERR, unendlich geduldig und voller Güte.“ (Psalm 103,8, Basisbibel)
Nehmen wir unser Leben in Augenschein. Nehmen wir uns dafür Zeit in der beginnenden Passionszeit auf Ostern hin und schauen einmal rein bei www. 7wochenohne.evangelisch.de oder nehmen an der Aktion Klimafasten mit Herrn Schehle teil.
Zeigen wir Mut und verschließen nicht die Augen!

Wir beten:
Gütiger Gott, wir danken dir für deine Barmherzigkeit mit uns und bitten dich: Schenke uns Einsicht in unsere Fehler und Kreativität und Fantasie, um Dinge wieder in Ordnung zu bringen, wenn es in unserer Macht steht. Vergib uns, wenn wir nicht mutig genug gewesen sind, für das Richtige einzutreten. Hilf uns, anderen und uns selbst ebenso barmherzig zu begegnen wie du uns.
Gütiger Gott, es ist Krieg in Europa, wir kommen zu dir und bitten dich um Frieden für die Menschen in der Ukraine, für die Männer, die in den Krieg geschickt werden, und alle, die um sie bangen.
Wir kommen zu dir und bitten dich um Frieden für die, die sich dem Krieg in den Weg stellen, für die Verwundeten und Traumatisierten, für alle in Angst.

 

Wochenspruch: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.     Lukas 18,31

Wochenpsalm:  Psalm 31 – EG 716

Wochenlied:       EG 401 - Liebe, die du mich zum Bilde

Download:          ANgeDACHT 2022-09

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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21.02.2022

Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht wie in Zeiten des bitteren Hasses gegen Gott.

Heb. 3,15 (Übersetzung Jörg Zink)

Auf Gott hören: Wo können wir seine Stimme wahrnehmen in all dem Gewirr von Tönen, die um uns herum sind: im Radio, im Fernseher, im Handy, das sich meldet bei jeder Nachricht, Sozialmedia, Alexa usw.
Und wenn wir uns mit Menschen unterhalten, sind wir dann ganz bei der Sache oder kreisen unsere Gedanken woanders oder schalten wir nicht auch öfter mal auf Durchzug? Sind unsere Ohren auf Empfang gestellt, wenn unser Gegenüber uns Etwas mitteilen will: Freude, Sorgen, Fragen? Sind wir gute Zuhörer?
Um auf Gottes Wort zu hören, müssen die Antennen ausgerichtet werden. Wir sollten den Sender suchen. Das braucht manchmal Zeit. Um beim Fernseher den richtigen Sender und den richtigen Kanal wieder einzustellen, brauche ich auch Zeit, wenn ich aufgefordert, erinnert werde, den Sender­suchlauf neu zu starten. Wie viel Zeit nehmen wir uns, um auf Gottes Wort zu hören? Einige von Ihnen werden sagen: Ich lese immer die Losung, Andachten und Gottesdienste habe ich auch auf dem Zettel, wenn es meine Zeit erlaubt. Aber geht es uns dann nicht oft auch so? Wir verstehen Vieles nicht und fragen uns, wo ist denn Gott erfahrbar heute bei all den drängenden Problemen wie Ungerechtigkeiten, Krieg, Hass, Klima, Gewalt gegen Andere?
Der Verfasser des Hebräerbriefes möchte die Gläubigen wieder ermutigen zu fragen: Was macht unseren christlichen Glauben aus? Wie wollen wir ihn leben und wie sieht es mit der Umsetzung aus? Wir sollen unser Herz nicht verhärten, sondern Hoffnung schöpfen. Jeder Einzelne hat die Frei­heit, nicht mitzumachen beim Klagen was nicht gut läuft, sondern mutig und hoffnungsvoll dafür einzutreten, dass unsere Welt gerechter, fried­licher wird und die Schöpfung erhalten bleibt. Worte aus der Bibel und von glaubensstarken Menschen laden uns sein, diese Stimme zu hören.
Gott, lass uns still werden, damit wir deine Stimme hören, damit wir Kraft haben und deine Liebe an uns für andere Menschen einsetzen.
Amen.


Wochenspruch:
  Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.  Hebr.3,15

Wochenpsalm:     Psalm 119 - EG 748

Wochenlied:           EG 196  -  Herr, für dein Wort sei hoch gepreist

Download:              ANgeDACHT 2022-08

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Christiane Soyeaux

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14.02.2022

Seid stark und fasst neuen Mut, alle die ihr auf den Herrn hofft!

Psalm 31,25

Dies ist der letzte Vers aus dem Wochenpsalm. Man findet verschiedene Überschriften – In Gottes Händen geborgen | Sei mir ein starker Fels.
Ich würde ihn als Mutmach-Psalm bezeichnen. Vielleicht finden Sie die Zeit ihn mal ganz zu lesen. Im Vertrauen auf Gott können wir stark sein, unsere Schwäche zeigen, ich denke damit fängt es an. Sie kennen alle auch Situationen, in denen man an Grenzen kommt. Wir können gerade in diesen Zeiten ein Lied davon singen im Allgemeinen, aber auch ganz persönliche Erlebnisse bringen uns an Grenzen, die einen verzweifeln lassen. Doch das Bibelwort lenkt unseren Blick in eine andere Richtung, eine andere Perspektive. Wir dürfen hoffen und haben die Zusage, dass wir neuen Mut bekommen, dass wir gestärkt werden, Gottes Schutz uns begleitet und wir nicht allein gelassen sind. Und ein anderer Aspekt ist: Wenn wir stark sind, haben wir die Aufgabe unserer Stärke für Andere / Schwächere einzusetzen. Wo Menschen konkrete Hilfe brauchen, ein offenes Ohr, Zuspruch benötigen, da sind wir gefragt. Aber auch wenn wir mutlos, ausgebrannt, enttäuscht sind, am Glauben zweifeln, dürfen wir sagen, Gott sei uns ein starker Fels und er gebe uns viel Kraft und neuen Mut jeden Tag, für alles was ansteht.

In einem Taizélied wird es so ausgedrückt:
Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau‘ ich und fürcht‘ mich nicht.

Für die neue Woche mögen uns die Worte aus dem Alten Testament stärken.
Seid mutig und stark! Habt keine Angst und lasst Euch nicht einschüchtern!
Der Herr, euer Gott geht mit euch. Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich. (Dtn.31,6)

 

Wochenspruch:    Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Dan. 9,18

Wochenpsalm:     Psalm 31, 20 - 25

Wochenlied:           EG 2324 – Es ist das Heil uns kommen her

Download:              ANgeDACHT 2022-07

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich
Christiane Soyeaux

Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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06.02.2022

„Er weckt mich alle Morgen“

Evangelisches Gesangbuch 452

Der Wecker klingelt. Ich taste mich aus dem Bett und dusche. Schnell einen Tee, dann gehe ich aus dem Haus und fahre auf die Autobahn nach Brandenburg an der Havel. Es ist noch früh am Morgen. Die Stunde der Dämmerung. Ich parke auf dem Gelände unserer Einrichtung, in einigen Büros ist schon Licht. Die Fahrdienste mit Beschäftigten der Werkstatt halten. Wir grüßen uns kurz, setzen noch draußen unsere Masken auf. Wir sind auf dem Weg an unsere Arbeits­plätze im Haus. Angekommen im Büro lese ich die ersten Mails. Mein Blick fällt auf das kleine Kreuz auf meinem Schreibtisch. Ich trage es, wenn ich Andachten oder Gesprächskreise in den Häusern der Fliedners Lafim-Diakonie anbiete. Es flüstert mir zu: Du bist nicht allein unterwegs. Gott ist mit dir in allem, was dir begegnet. Ich muss an das Lied: „Er weckt mich alle Morgen“ denken:

(Singen oder Sprechen von EG 452, 1)

Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß’ das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht.

 Wie wird es weitergehen denke ich? Das normale Leben ist in diesen Momenten weit weg. Ich denke an meine Frau und die Kinder, die Sportfreunde im Verein, an die Kolleg:innen und an die uns anvertrauten Menschen in unseren Diensten und Häusern. Ich fühle mich von Menschen im Haus umgeben, doch in dieser Zeit auch manchmal allein.
Ich schaue aus dem Fenster, es ist inzwischen hell geworden und denke weiter: Jesus war auch allein. Ich schaue wieder das Kreuz aus Holz an. Jesus, damals im Garten Gethsemane. Du wusstest, dass du sterben musst. Du wolltest Gesellschaft. Aber deine Freunde sind alle eingeschlafen. Niemand war da zum Reden. Du hast mit Gott gerungen. Ich schlage das Gesangbuch auf und lese aus dem Lied: „Er weckt mich alle Morgen“ die 2. Strophe:

(Singen oder Sprechen von EG 452, 2)

Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf!
Das Wort der ewigen Treue, die, Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs Neue so wie ein Jünger hört.

Hat Jesus nicht gesagt: Du kannst neu anfangen. Heute und jeden Tag. Deine Schuld ist dir vergeben. Ich spreche dich gerecht. Ich überfliege die 4. Strophe:

(Singen oder Sprechen von EG 452, 4)

Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht.
Was ich von ihm empfahe, gibt sonst kein Herr dem Knecht.
Wie wohl hat’s hier der Sklave – der Herr hält sich bereit,
dass er ihn aus dem Schlafe zu seinem Dienst geleit’!

Eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich das alles glauben kann, denke ich. Und ich verstehe auch nicht alles. Manchmal bin ich mir ganz sicher, dass du da bist, Gott. Das ist immer so, wenn ich mir das Kreuz, vor der zu haltenden Andacht, umhänge. Aber manchmal spüre ich nicht, dass du mit mir bist. Glaube nicht, dass du mich hörst. Fühle nichts von deiner Liebe. Aber eigentlich brauche ich dich dann besonders. Ich bleibe an der 5. Strophe hängen:

 (Singen oder Sprechen von EG 452, 5)

Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen, fragt nicht, ob ich versag’.
Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag!

 

Und ich bete kurz:
Gott, bleibe bei mir. Wenn der Tag dunkel ist.
Gott, du kennst mich, du weißt, wonach ich mich sehne und was ich brauche.
Sei mir nah; und sei bei meinen Lieben.
Wenn ich mich fern von dir fühle, dann umhülle mich mit deiner Liebe. Amen

 

Wochenspruch:    Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.  Psalm 66,5

Wochenpsalm:     Psalm 52

Wochenlied:           EG 244  -  Wach auf, wach auf, `s ist hohe Zeit

Download:              ANgeDACHT 2022-06

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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30.01.2022

Aber alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.

Jesaja 40, 31

Das hört sich doch großartig an, wir können neue Kraft bekommen, auftanken.
Wir gehen oder laufen und werden nicht müde. Aber sieht unser Alltag nicht manchmal anders aus? Es läuft doch nicht immer Alles glatt, auch nicht am Anfang des neuen Jahres. Wir fragen uns doch: Wie geht es weiter? Was bringt uns die Zeit? Hält uns Corona weiter in Atem? Wir könnten und ich könnte noch viele Fragen anschließen. Oder blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft?
Der Prophet Jesaja lebte auch in keiner einfachen Zeit. Sie befanden sich im babylonischen Exil. Und in diese Situation hinein verweist er auf das Vertrauen zu Gott, dass neue Kraft von Ihm ausgeht und dass so Schwierigkeiten bewältigt werden können. Geschichtlich wissen wir, die Juden konnten bald in ihr Land zurückkehren, nachdem es zu politischen Veränderungen gekommen war. Wir dürfen darauf hoffen, dass sich auch etwas zum Guten ändern kann, wenn wir nicht müde sind. Dann können wir Neues wagen, neue Möglichkeiten in Betracht ziehen, neu planen und handeln, Perspektiven entwickeln. Dies aber nicht zum Selbstzweck, sondern im Blick auf den Nächsten, auf die Schöpfung, auf die ganze Welt.
Der Vers ermutigt uns, über den Glauben nachzudenken, über Worte und Erfahrungen von gläubigen Menschen ins Gespräch zu kommen und dass wir uns gegenseitig Mut und Hoffnung zusprechen.

Gebet
Herr, ich brauche dich, um Kraft und Mut zu schöpfen.
Kraft und Mut, um immer wieder aufzustehen, um nie die Hoffnung aufzugeben.
Kraft und Mut, um ab und an auch wieder bei null zu beginnen,
wenn mal wieder mein Leben durcheinandergeworfen wurde.
Wir bitten dich, für alle die Hilfe brauchen, gib ihnen Menschen an die Seite, die passenden Worte finden und das Rechte tun, damit sie nie ihre Hoffnung verlieren.
Wir bitten für alle, die für eine bessere, gerechtere und eine friedlichere Welt eintreten, dass sie mit ihrem Einsatz etwas bewirken und dass ihre Träume und Visionen wahr werden.
Gott, dein Segen schenkt uns Hoffnung und Mut, er gibt uns neue Kraft.
Amen

 

Wochenspruch:   Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.   Jes.69,2

Wochenpsalm:     Psalm 97

Wochenlied:         EG 450  -  Morgenglanz der Ewigkeit

Download:            ANgeDACHT 2022-05

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche

Ihre Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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24.01.2022

Höre mich, o Herr, und antworte mir, denn ich bin hilflos und auf dich angewiesen! Rette mein Leben – ich gehöre doch zu dir! Hilf mir, denn auf dich setze ich mein Vertrauen! Du bist mein Gott, dem ich diene.

Psalm 86,1+2

Die Worte aus dem Wochenpsalm sind überschrieben mit: „Gott meint es gut mit mir, mit uns.“ Sie kennen das bestimmt: man möchte jemandem etwas mitteilen, aber er/sie ist nicht erreichbar. Schade! Oder man ruft an und es melden sich der Anrufbeantworter oder die Warteschleife. Da hilft nur, es erneut zu versuchen oder: Schade; hat nicht funktioniert.
Im Vertrauen auf Gott ist es anders, man kann sich jederzeit melden, wir werden nicht abgewiesen, so wie es auch in der Jahreslosung heißt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“. David, der Psalm­beter, setzt auf Gott, er ist sich gewiss, dass er immer ein offenes Ohr findet und er willkommen ist.
Auch wir dürfen mit unseren Freuden, unserer Zuversicht, unseren Ängsten, unserer Trauer zu Gott kommen. Und das kann uns ermutigen, auch auf andere Menschen zuzugehen, sie willkommen zu heißen oder für sie da zu sein, ein offenes Ohr zu haben, sie so anzunehmen wie sie sind und uns gegenseitig zu stärken.

 

Folgende Wünsche aus dem nachstehenden Lied mögen Sie begleiten. 

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mit mir Wege geht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mich mit Kraft erfüllt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mir die Hoffnung stärkt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da,
der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
der halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß
und stärke unsere Liebe.

Text: Uwe Seidel, Melodie Thomas Quast

 

Wochenspruch:   Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.   Lukas 13,29

Wochenpsalm:    Ps 86,1–2.5–11

Wochenlied:         EG 293 - Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all

Download:            ANgeDACHT 2022-04

 

Es grüßt Sie zum Wochenbeginn

Christiane Soyeaux
Leiterin Christliches Leben und Diakonie

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17.01.2022

Die Suche nach Gott - Gedanken zu

1. Korinther 2,1-10

Jede und jeder, der oder die schon einmal in einem Labyrinth von Hecken, so gepflanzt, dass Wege entstehen, unterwegs war, weiß, dass schnell der Ehrgeiz geweckt wird, die Mitte zu finden, dass es aber auch frustrierend sein kann, wenn man von Sack­gasse zu Sackgasse läuft oder dem ersehnten Zentrum einfach nicht näherkommt. Es braucht auf jeden Fall etwas Ausdauer, denn es ist nicht der kürzeste Weg, der zum Ziel führt. Es braucht sicher auch ein wenig Glück; und es kann hilfreich sein, wenn andere Personen, die im Labyrinth unterwegs sind, Tipps geben. Weil sie vielleicht schon auf dem Rückweg von der Mitte sind oder einem einen Irrweg ersparen, weil sie gerade aus einer Sackgasse zurückkommen und dies kundtun.
Auf der Suche nach der Mitte, auf der Suche nach dem Zentrum, ist im biblischen Text auch der Apostel Paulus (1. Korinther 2, 1-10). Die Suche war für ihn eine Lebensaufgabe. Er ist auf der Suche nach Gott, von dem er glaubte, schon alles zu wissen, als ihm der auferstandene Christus vor Damaskus erscheint. Fortan hatte er es mit einem Gott zu tun, der sich in der Niedrigkeit von Weihnachten in der Krippe von Bethlehem der Welt offenbart und dessen Weisheit nicht die Weisheit der Welt, sondern die Weisheit des Kreuzes ist. Krippe und Kreuz und Auferstehung sprechen eine neue, eine eigene Sprache.
Auf der Suche nach Gott sind auch wir Menschen – aber nicht immer auf dem richtigen Weg. Es ist nicht leicht, Gott zu finden, geschweige denn ihn festzu­halten. Wir tappen von mancher Sackgasse in eine weitere, besonders dann, wenn wir ganz sicher sind, auf dem richtigen Weg zu sein oder Gott gefunden zu haben. Wer auf der Suche nach Gott ist, wird feststellen, dass wir Menschen ihn mehr umkreisen, als dass wir ihn finden und in die Tasche stecken könnten.
Es ist eine Lebensaufgabe, sich im Labyrinth zu bewegen, dessen Zentrum Gott ist. Gott bleibt zu unseren Lebzeiten ein Geheimnis, das wir nicht ganz lüften können. Der Gott, der sich vor wenigen Wochen als Kind in der Krippe in dieser Welt offenbart hat, wird sich (erst) am Ende ganz finden lassen.
Wenn dein Ehrgeiz geweckt ist, fang an zu suchen. Wenn du merkst, es geht nicht weiter, kehre um und suche einen anderen Weg. Wenn dir jemand entgegenkommt, frag ihn, was er dir für deine Suche raten kann. Wenn du glaubst am Ziel zu sein, sei nicht verwundert, wenn es noch nicht das Ziel ist. Aber sei gewiss, dass es die Mitte des Lebens gibt und Gott von dort alles zusammenhält.

Wir beten:
Guter Gott, du zeigst dich in der Krippe und wir sollen dich suchen.
Dich zu finden ist nicht leicht, aber wir geben oft zu früh auf oder gehen die falschen Wege. Vergib uns unseren Übermut. Und auch unseren Eigensinn.
Guter Gott, uns fehlt oft der lange Atem, dich zu suchen und etwas von dir zu entdecken. Du bleibst, der du bist und du bist, der du bleibst; du bleibst uns gewogen.
Deine Wunder sind nicht zu Ende, deine Schönheit, deine Wahrheit, deine Güte erfüllen die Welt. Dich zu ergründen, guter Gott, das wäre mein Wunsch.

 

Wochenspruch:    Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Johannes 1,16

Wochenpsalm:     Psalm 143  -  EG 755

Wochenlied:           EG 398  -  In dir ist Freude

Download:            ANgeDACHT 2022-03

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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10.01.2022

Jesus Christus spricht: Kommt und seht!

Johannes 1,39

Der Vers aus dem ersten Brief des Apostel Johannes ist der Monatsspruch für den Januar in diesem Jahr. Ein gutes Wort am Anfang, wir werden eingeladen, wir sind aufgerufen unsere Augen offen zu halten, neugierig zu sei, loszugehen.  Gott kam in die Welt und die Hirten und die Weisen sind zur Krippe gekommen und haben das Kind gesehen und gespürt, mit diesem Kind wird sich die Welt verändern.
Jesus lädt uns ein, zu ihm zu kommen, sein Wort zu hören und es weiterzugeben.
Wir dürfen die Erfahrung machen; Gott lässt sich finden, in Begegnungen, im aufeinander zugehen, in seiner Schöpfung. Wir sind aufgerufen in seine Nach­folge einzutreten, für den Nächsten da zu sein, die Schöpfung zu erhalten und den Frieden zu fördern. Ich möchte den Spruch aus dem 1. Johannesbrief gern erweitern: „Kommt und seht und handelt“. Möge uns dies mit Gottes Hilfe gelingen.

Mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer wünsche Ich Ihnen ein gesegnetes, behütetes Jahr 2022

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Wochenspruch:  Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.  Röm. 8,14

Psalm:                     Psalm 89

Wochenlied:        EG 441 - Du höchstes Licht ewiger Schein

Download:            ANgeDACHT 2022-02

 

Zu Beginn dieser Woche grüßt Sie herzlich

Christiane Soyeaux
Christliches Leben und Diakonie

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03.01.2022

Wir sind eine lernende Organisation.
Leitbild Lafim-Diakonie
Sag dich nicht los von der Unterweisung der Alten, denn auch sie haben von ihren Vätern gelernt: Von ihnen kannst du lernen, wie du verständig antworten sollst, wenn es notwendig ist.

Sir. 8,9

Träumen Sie manchmal auch diesen Traum: Sie müssten sich noch ein­mal auf Ihre Abiturprüfung vorbereiten oder eine andere Schulprüfung, die Sie längst abgelegt haben? Irgendwie ist das ein Alptraum, denn wir denken ja, dass wir die Schule hinter uns gelassen haben und glücklicher­weise solche Prüfungen nicht mehr machen müssen wie als Schüler.
Zwar müssen wir keine Prüfung mehr ablegen, aber das Lernen geht den­noch lebenslang weiter. Davon ist längst überall die Rede: in einer sich schnell verändernden und unsicheren Welt müssen wir lebenslang lernen. Das ist gar nicht so einfach, denn wir sind doch sehr froh, wenn wir uns im Bekannten einrichten können.
Aber lernen öffnet auch neue Perspektiven, macht Neues möglich und kann mitunter außerordentlich spannend und gewinnbringend sein. Dabei können wir Altes neu entdecken, wie es das Weisheitsbuch Sirach sagt, dass wir von der Unterweisung der Alten lernen verständig zu reden, weil wir von deren Weisheit profitieren. Aber es kann auch ein Aufbruch zu ganz neuen Ufern sein, wenn wir uns trauen auf die Entdeckungsreise des Lernens zu gehen.
Unser Leitbild geht darüber hinaus, es redet davon, dass wir auch mitein­ander lernen wollen. „Wir sind eine lernende Organisation“. Also wir entwickeln uns weiter, lassen zu, dass sich in unserer Organisation etwas verändert, dass sie in stetiger Veränderung lebendig bleibt. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass Lernen uns besser macht.
Das ist auch ein Aspekt. Wir lernen und verändern uns, um besser zu werden. Nicht, um bessere Noten bei einer Prüfung zu bekommen, sondern um verständiger zu reden und unseren Aufgaben besser gerecht zu werden. Für unseren diakonischen Auftrag bedeutet das vor allen Dingen, dass wir lernen, uns an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren und ihnen passgenaue Unterstützungsangebote zu machen. Als Organisation lernen heißt auch, dass wir uns in unserem ganzen Tun auf diese Aufgabe ausrichten, dass wir lernen unsere Energie so zu fokussieren, dass dieses Ziel im Mittelpunkt steht bei all unserem Tun. Dafür ist stetiges Lernen und Verbesserung notwendig.

Ich freue mich auf lernende Entdeckungsreisen im kommenden Jahr mit Ihnen allen in der Lafim-Diakonie.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr und einen guten Start ins Jahr 2022.

Wochenspruch:     Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14b)

Psalm:                       Psalm 57  -  EG 728

Wochenlied:            EG 34             Freut Euch Ihr Christen alle
oder EG 36   Fröhlich soll mein Herze springen

Download:                ANgeDACHT 2022-01

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie

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27.12.2021

„Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir“

EG 365,1

Wir haben wieder ein besonderes Jahr erlebt. Manches wurde runter­gefahren und Freiräume eingeschränkt, die wirtschaftliche und soziale Lage verschlechterte sich für manche und eine ungewisse Zukunft begleitet sie ins nächste Jahr.
In unseren Häusern wurden die uns anvertrauten Menschen in den ver­schiedenen Situationen begleitet und wir haben versucht ihnen nahe zu sein, gerade auch in den letzten Stunden. Für Kinder, Eltern und den Erzieher:innen in unseren Kitas, war der Stress oft hoch. Unsere wichtige Fest- und Gottesdienstkultur in der Lafim-Diakonie konnte nur mit internen Festen und einigen Gottesdiensten erlebt werden.
Wir haben einmal mehr erfahren, wir allein bekommen nicht alles in den Griff, ob im Gesellschaftlichen oder im Persönlichen. Wir dürfen uns fragen: Haben wir unseren Glauben an die Zuversicht und Hoffnung behalten, trägt uns unser Glaube an Gott? Ich finde ja. Wir haben nicht aufgegeben. Wir haben aufeinander geachtet. Wir haben füreinander gedacht und gehandelt. Wir haben die Möglichkeiten ausgelotet und machbare Lösungen gesucht, wir haben uns nicht pessimistisch zurückgezogen, sondern uns gegenseitig gestärkt. Die Zusammengehörigkeit in der Lafim-Diakonie hat uns und unseren Glauben in der Balance gehalten – das ist vielleicht das wichtigste gewesen für uns.

Mich hat im zurückliegenden Jahr in Gedanken ein Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch: „Von Gott will ich nicht lassen“ - EG 365,1 - bei all meinem Tun begleitet und Kraft verleihen. Vielleicht kann es auch Ihr Wegbegleiter im Jahr 2022 werden. Die erste Strophe lautet:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land
.

Lesen Sie oder laden Sie auch andere zum Singen der weiteren Strophen ein.

 

Wir beten:
Gott, wir schauen auf dieses Jahr zurück. Wir waren in Sorge um unsere Lieben. Wir haben täglich von Infizierten und Toten gehört. Du aber warst bei uns. Wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück. Lass die Liebe dieses Jahres weiter blühen: In den Berührungen die möglich sind. In der Hilfe, die wir erfahren. Lass uns barmherzig sein und Barmherzigkeit üben. Mach das Glück dieses Jahres groß und segne deine Welt, durch Jesus Christus, der war, der ist und der kommt. Amen

Altjahrsabend:

Wochenspruch:   Meine Zeit steht in deinen Händen    Psalm 31,16a

Wochenpsalm:     Psalm 121 – EG 749

Wochenlied:         EG 65  -  Von guten Mächten

Download:            ANgeDACHT 2021-52

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

 

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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20.12.2021

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

Phil.4,4.5b

„Freuet Euch“ heißt es in dem Brief, den der Apostel Paulus an die Philipper schreibt.
Wann haben Sie, wann habe ich mich zuletzt richtig gefreut? Da muss ich erst einmal nachdenken, oder? Ich weiß schon, in dieser Zeit haben wir oft den Kopf mit Anderem voll, Freude hat da kaum Platz und wir haben wenig zu lachen. Jede und Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Aber gerade in der Vorfreude auf Gottes Ankommen in der Welt gilt: Freuet Euch, der Herr ist nahe!
Gott kommt zu den Menschen, er will uns nahe sein. Das heißt doch, wir sind nicht allein; egal, was auf uns zukommt; egal, was geschieht. Das heißt auch, wir sind mit unseren Sorgen nicht allein, mit den ganz persönlichen, mit den gesellschaftlichen und den globalen. Wir dürfen sie Gott anvertrauen und dann gemeinsam nach Lösungen suchen.
Das macht mich froh. Der Bibelvers ruft uns auch auf, den Menschen freundlich zu begegnen, unsere Freude weiterzugeben, sie zu verschen­ken mit einem Lächeln, mit einem Danke, mit einer Aufmerksamkeit, mit einem Geschenk.

Werner Arthur Hoffmann hat es in einem Lied so ausgedrückt:
Zeigt allen Gottes Freundlichkeit, Gott lädt doch alle ein.
Der Herr ist nahe, seid bereit, sperrt nicht die Freude ein.
Sorgt euch um nichts, Gott ist doch da. Ihr dürft wie Kinder sein.
Was wir ihm sagen, hört er ja; wir haben Grund zum Freu'n.
Hüllt euch in Gottes Frieden ein, vertraut nur seiner Macht,
dann könnt ihr ganz geborgen sein, euch freu'n auch in der Nacht.

Segen:   Gott segne euch und behüte euch!
Gott lasse sein Licht leuchten über euch und erwärme euch!
Gott gebe sein Licht in eure Herzen und mache euch menschlich!
Gott schenke euch Frieden in den Familien und auf den Straßen!
Amen

Wochenspruch:   Freuet euch allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!     Phil.4,4.5b

Wochenpsalm:     Psalm 102  -  EG 741

Wochenlied:         EG 9 – Nun jachzet all ihr Frommen

Download:            ANgeDACHT 2021-51

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie und wünsche Ihnen gesegnete Feiertage

Ihre Christiane Soyeaux
Christliches Leben und Diakonie

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13.12.2021

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der halben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.“

Ev. Gesangbuch 1

Wir sind mitten im Advent, eine Zeit mit einer besonderen Atmosphäre, geprägt von Traditionen wie Tannengrün, Adventskränzen, Advents­kalendern, Kerzenschein und Heimlichkeiten.
In keiner anderen Zeit wird so viel und so gern gesungen, wie in der Advents- und Weihnachtszeit. Ein Lied darf dabei seit fast 400 Jahren nicht fehlen. Es steht im Evangelischen Gesangbuch auf Seite 1 und ist damit der Auf­takt für die Adventszeit: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“. Und da mit dem Advent auch ein neues Kirchenjahr beginnt, zeigt dieses Lied zugleich an, wem wir im neuen Jahr Tore und Türen weit aufmachen sollen: dem Herrn und Heiland Jesus Christus.
Der Advent ist eine Zeit, die einlädt uns selbst zu öffnen, die eigenen Türen hoch zu machen und die inneren Tore weit, damit Gott in unseren Herzen einziehen kann, einziehen mit seinem Licht, mit seiner Freundlichkeit und Liebe. Gott schickt uns seinen Sohn, um uns ganz nah zu sein und öffnet uns dadurch Tür und Tor, die niemand mehr verschließen kann.
Die vier Adventswochen sind auch eine Zeit der Vorfreude und Erwartung darauf, dass sich in unserem Leben immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, neue Türen auftun. Lassen wir also Jesus Christus in unser Leben eintreten, lassen wir uns von ihm leiten in unserem Tun und Lassen und singen wir in dem Lied weiter: „Komm. O mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist…!“

Advent ist zunächst Warten, Erwarten.
Das heißt, Tag für Tag in sich das ‚Komm, Herr‘, aufsteigen lassen.
Komm für die Menschen! Komm für uns alle! Komm für mich selbst!“
Frére Roger Schutz, Gründer der Communauté de Taizé

Segen:
Segne uns und jeden Tag der neuen Woche.
Tag für Tag nähern wir uns deiner Ankunft,
deinem Hineinkommen in diese Welt.
Öffnen wir unsere Türen, dass du in uns ankommen kannst.
Denn durch uns, durch unser Handeln,
willst du täglich aufs Neue in dieser Welt wirken.

Wochenspruch:   Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe,
der Herr kommt gewaltig.  Jesaja 40,3.10

Wochenpsalm:     Psalm 85, 2-8

Wochenlied:         EG 10 – Mit Ernst, o Menschenkinder

Download:            ANgeDACHT 2021-50

 

Eine gesegnete Adventswoche wünscht Ihnen

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH

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06.12.2021

Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!

2.Mose 3,5

Dies sagte Gott zu Mose, als er auf dem Berg Sinai war. Wie war Mose dort hingekommen? Als Mose geboren wird, herrschen harte Zeiten für das alte Israel. Die Israeliten leben als Sklaven in Ägypten und ihr Bevölkerungs­wachstum versetzt die Ägypter so in Panik, dass der ägyptische König alle neugeborenen männlichen Kinder im Nil ertränken lässt. Doch Moses Mutter rettet ihren Sohn, indem sie ihn in einem Weidenkörbchen auf dem Nil aussetzt, wo er auch bald von der Tochter des Pharaos entdeckt wird, die Mose im Königspalast großzieht. Als Erwachsener muss Mose aus Ägypten fliehen, weil er einen Ägypter getötet hat, der einen israelitischen Sklaven geschlagen hat. In seiner neuen Heimat Midian lebte er ein gutes Leben.
Er heiratete, bekam einen Sohn, arbeitete für seinen Schwiegervater und wurde älter. Als Mose die Schafe hütete kam er in die Nähe des Berges Sinai, wo er einen Dornenbusch sieht, der in Flammen steht, aber nicht verbrennt. Dort spricht Gott zu ihm und beruft ihn, die Israeliten aus Ägypten zu befreien. Mose war bereits 80 Jahre alt und hatte einige Ausreden, warum er nicht der Richtige für diese Aufgabe ist. Schlussendlich machte er sich aber auf den Weg und schaffte es, die Israeliten aus der Knechtschaft zu befreien und sie an den Rand des Gelobten Landes zu führen.
Mose hätte unverändert in Midian leben können. Doch machte er sich auf den Weg, raus aus dem Gewohnten und verbesserte das Leben vieler Menschen.
Nun will ich nicht, dass Sie ihr Leben um 180° drehen, sondern die Verände­rung im Kleinen suchen! Wie finden wir einen Weg, trotz der Einschränkungen der Pandemie unser Leben und das unserer Klienten im Alltäglichen zu ver­bessern? Finden wir einen Zeitvertreib der Spaß macht, alleine durchzuführen ist und auch bezahlbar ist? Hatten wir mal ein Hobby, welches wir wieder beginnen können? Gibt es Hörbücher, die Sie oder unsere Klienten als Kind gehört haben? Viele alte Serien und Kassetten gibt es kostenlos auf Youtube.
Ich habe dieses Jahr mein altes Lego vom Dachboden geholt. Viele Stunden habe ich damit zugebracht, die Sets zusammen zu puzzeln. Wie früher habe ich dadurch die Zeit vergessen und war mit mir und der Welt im Reinen. Auch sind mir wie früher ständig die Beine eingeschlafen.
Lassen Sie uns Wege finden die Pandemie für unsere Klienten und uns selbst erträglicher zu machen. Amen.

Wir beten: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wochenspruch: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Lukas 21,28b

Wochenpsalm:    Psalm 80,2.3b.5-6.15-16.19-20

Wochenlied:        EG 7 – O Heiland, reiß die Himmel auf

Download:            ANgeDACHT 2021-49

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

 

Martin Bruns
Fachkraft Ambulant Betreutes Wohnen
Fliedners Lafim-Diakonie

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29.11.2021

Jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann!

1. Thessalonicher 5,15

Im Fußball ist klar: Fair play ist Ehrensache, foul play hat auf dem Platz nichts zu suchen. Zwar will man gewinnen, aber nicht um den Preis als unehrenhafter Sieger vom Platz zu gehen. Auch im richtigen Leben ist Fairness ein hohes Gut, sei es unter Kolleginnen und Kollegen, in der Familie oder bei Geschäften. Und selbst diejenigen, die schon mal andere über den Tisch ziehen, werden kaum gern selbst gelinkt. Insofern ist gesellschaftliches fair play auch ein wenig Eigennutz im Sinne „Was Du nicht willst, das man Dir tu…“.
Auch im Arbeitsleben spielt das eine Rolle. Als Diakonie sind wir stolz darauf, dass wir unsere Mitarbeitenden „nach Tarif“ bezahlen. Ein gutes Arbeitsklima hängt zwar nicht allein am Geld, aber wer gute Arbeit leistet, will auch gut entlohnt werden. Faire Bezahlung ist Anerkennung von Leistung.
Im Sport und im Alltag: Fairness ist ein hohes Gut. Meist haben wir auch ein verlässliches Bauchgefühl, was fair ist und was nicht. Jede und jeder von uns hat ein gesundes Gerechtig­keitsempfinden. Das Problem: Je näher wir selbst an einer Unrechtserfahrung sind, sei es als Betroffene oder Zuschauer, desto höher ist unsere emotionale Betroffenheit. Je weiter weg das unfaire Geschehen aber von uns ist, desto leichter fällt es uns, Ungerechtigkeiten als Teil des natürlichen Laufs der Dinge achselzuckend hinzunehmen.
In unserer komplexen Welt ist das ein Problem. Denn viele Ungerechtigkeiten sind struktu­rell, die Opfer oft weit weg von uns. Gesichtslos, namenlos. Das erschwert uns den emotiona­len Zugang, verhindert das Gefühl persönlicher Betroffenheit, vermindert den Antrieb, sich einzusetzen. Stattdessen setzen Rationalisierungsprozesse ein: Wir finden oder erfinden Erklärungen und Entschuldigungen, warum das nicht unsere Angelegenheit ist.
Im Grundsatz ist es ja auch richtig, sich sozusagen erst einmal im eigenen Umfeld und Wirkungskreis für Fairness und gegen Ungerechtigkeiten einzusetzen: Dort, wo man wirklich etwas verändern kann. Es hilft niemandem, wenn wir uns über Zustände echauffieren oder gar unter ihnen mit-leiden, die sich unserem Einfluss entziehen.
Aber oft erkennen wir gar nicht, wie weit unser Einfluss reicht. Nehmen wir die Arbeitsbe­dingungen von Kaffee-Pflanzern in Äthiopien, Kakao-Bauern in der Elfenbeinküste oder Näherinnen in Bangladesch. Niemand von den Leserinnen und Lesern dieses ANgeDACHT dürfte dort Geld investiert haben. Sehr wahrscheinlich sitzt auch niemand von Ihnen in einem Aufsichtsrat eines Lebensmittel-Konzerns oder in einem Parlament, das über „Lieferkettengesetze“ oder ähnliches entscheiden kann. Und dennoch: Jede kleine Kauf­entscheidung von uns ist Teil der Außenhandelspolitik eines reichen Industrielandes, die leider immer noch viel zu oft die kolonialen Strukturen von vor 100 Jahren abbildet. Ausbeutung mit anderen Mitteln. Der Unterschied heute ist: Wir könn(t)en einen Unters­chied machen! Vor uns liegt eine schokoladenreiche Zeit. Ist uns der Schutz des Pflückers vor Pestiziden, ist uns der Schulbesuch seiner Kinder den extra-Groschen für fair gehandelte Süßigkeiten im Advent wert?
Was für uns Einzelne gilt, gilt schon aufgrund ihrer Größe umso mehr für Organisationen – auch unsere Lafim-Diakonie. Sie nimmt teil am Wirtschaftsleben und trifft mit jeder geschäftlichen Entscheidung immer auch eine darüber, wie fair oder eben auch wie unfair die ökonomischen Strukturen dieser Welt in Zukunft aussehen. Das geht weit über Kaffee, Schokolade oder Kleidung hinaus.
Die Klima-Krise macht uns bewusst: Fairness hat eine wirklich sehr weite Dimension! Sie erreicht versinkende Inselstaaten am anderen Ende der Welt, sie erreicht künftige Generationen, die noch nicht geboren sind. Unser Handeln und unser Unterlassen wirken auf Menschen, die wir wahrscheinlich nie sehen werden. Sind sie uns deswegen egal?
Wenn nicht, müssen auch Einrichtungen und Werke verantwortungsvoll handeln. Die Zentralen Dienste gehen ab jetzt mit gutem Beispiel voran und werden „Faires Werk“. Das heißt, sie verpflichten sich zu besonderem und bewusstem nachhaltigem Engagement in vier Bereichen: In Einkauf und Wirtschaften, in der Bildungsarbeit und in sozialem Handeln vor Ort. Dafür werden sie mit einem ökumenischen Siegel ausgezeichnet, das der Kirchliche Entwicklungsdienst zusammen mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg vergibt, um Menschen in unseren Kirchen zu motivieren, der Gesellschaft in diesen vier Bereichen einen kleinen Schritt voraus zu sein.
Für kirchlich-diakonische Einrichtungen, getragen vom christlichen Geist, ist das mehr als nur ein Gehen mit dem Zeitgeist. Gerechtigkeit ist ein Versprechen Gottes an die Menschen, Teil der frohen Botschaft Christi. Sie fällt aber nicht einfach vom Himmel. Gott will uns mit seiner Liebe so berühren und verwandeln, dass wir selbst zur Verwandlung – zur Transformation – der Welt beitragen.
So wichtig wie Fairness ist, so lastvoll kann das Streben danach sein, wenn es als „Pflicht“ empfunden wird. Etwas ganz anderes ist es aber, wenn wir die Liebe Gottes für uns, die wir spüren, an andere weitergeben wollen. Dann wird es lustvoll zu sehen, wie wir mit unseren kleinen Schritten und überschaubaren Handlungen dazu beitragen, die Schöpfung zu bewahren und diesen kleinen Planeten zu einem lebenswerten Ort für alle Menschen und Mitgeschöpfe zu machen.
Sich für einen solchen Weg zu entscheiden, ist ein kleiner Aufbruch. Im Kirchenjahr beginnt jetzt der Advent – die Zeit der Ankunft. Gottes Ankunft ist unser großer Aufbruch in eine neue Zeit – und alle unsere täglichen kleinen Aufbrüche sind ein Teil davon. Lassen Sie uns fröhlich und mutig mitziehen in eine Zukunft, die voller Versprechungen ist!

Segen:   Seht, der Herr kommt, der König der Welt ist nah!
Er öffne Eure Herzen, um darin einzuziehen,
Er weite Eure Horizonte, damit ihr die Welt mit seinen Augen seht,
Er schenke Euch sein Licht, in dem selbst die Finsternis zu leuchten beginnt.

Wochenspruch: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Sach 9,9a

Wochenpsalm:  Psalm 24  -  EG 712

Wochenlied:         EG 4 - Nun komm, der Heiden Heiland

Download:            ANgeDACHT 2021-48

 

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen

Prof. Dr. iur. utr. Patrick Roger Schnabel
Mitglied des Kuratoriums der Lafim-Diakonie

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22.11.2021

„Mögest du niemals vergessen, auch wenn dich Schatten umgeben: Du gehst nicht allein.“

Altirischer Segenswunsch

November - Wind, Regen, Nebel und Kälte. Die Nächte sind spürbar länger als die Tage. November- auch ein Monat, der uns mit seinen Gedenktagen an den Verlust nahestehender Menschen erinnert und damit bewusst macht, dass auch unser eigenes Leben vom Werden und Vergehen bestimmt ist. Mit all diesen Facetten ist der November für viele von uns ein schwieriger Monat. Wir sehnen uns nach dem Licht, Licht als Grundlage allen Lebens. Licht als Symbol für Kraft, Hoffnung und Neubeginn. Aber dort, wo Licht ist, finden wir auch Schatten. Helligkeit und Dunkelheit liegen nah beieinander, so wie auch in unserem Leben Lichtmomente und dunkle Tage. Dunkelheit ist unangenehm und am liebsten würden wir ihr ausweichen, aber manchmal kommt diese Dunkelheit eben unausweichlich auf uns zu. Da ist es doch gut zu wissen, das Licht grundsätzlich stärker ist als Dunkel­heit. Versuchen Sie mal Dunkelheit in einen sonnigen Tag zu bringen- das geht nicht. Aber andersherum reicht schon ein Kerzenschein, um die Finsternis der Nacht zu brechen.
Auch in der Bibel wird viel vom Licht gesprochen und im Psalm 27,1 lesen wir: „Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Gott ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?“ Was für ein tiefes Vertrauen begegnet uns hier. Da rechnet jemand fest damit, dass Gott ihm Licht ist und er mit Gott nichts fürchten muss. Gott bringt Licht ins Leben. Und von Jesus Christus heißt es in Johannes 8,12: „Ich bin das Licht der Welt.“ Mit Jesus kommt Licht von Gott in unsere Welt. Er ist das Licht, dass allen Menschen leuchtet. Aber damit noch nicht genug. Er fordert uns in Matthäus 5,14 auf, selbst ein Licht für andere zu sein: „Ihr seid das Licht der Welt.“. Wir sind aufgefordert, dieses Licht weitertragen. Eine hohe Erwartung: Können wir wirklich das Licht der Welt sein? Ja, das können wir: in unseren Familien, an unserem Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und überall dort, wo Menschen einander begegnen. „Ihr seid das Licht der Welt.“ - was für eine Zusage!

Licht scheint:
da, wo Menschen füreinander einstehen,
da, wo Menschen sich umeinander kümmern,
da, wo wir vertrauen auf den, der das Licht ist,
da, wo wir ein Licht anzünden.

Für andere zum Licht werden, das ist das beste Rezept gegen die Finsternis- nicht nur in diesen trüben Novembertagen.

 

Segen:
Der Herr sei uns Licht auf unseren Wegen.
Er behüte uns in hellen, wie in dunklen Tagen,
in heiteren, wie in finsteren Zeiten.
Er mache uns Mut, sein Licht weiterzugeben.

Wochenspruch:    Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.
Lukas 12,35

Wochenpsalm:     Psalm 126  -  EG 750

Wochenlied:           EG 147 - Wachet auf, ruft uns die Stimme

Download:              ANgeDACHT 2021-47

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH

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15.11.2021

Es küssen sich Gerechtigkeit und Frieden.

Psalm 85,11

Was für eine Verheißung, was für ein schönes Bild im aktuellen Wochenpsalm: Ein Kuss zwischen Frieden und Gerechtigkeit! Die zärtliche Berührung der Lippen gehört für den/die Romantiker:in zu jedem herbeigesehnten Happy­end dazu. Auf der Bühne unserer Welt aber scheint ein Happyend nicht in Sicht. Nicht Friede und Gerechtigkeit treten als Protagonisten unseres Zu­sammenlebens auf, sondern Macht und Wirtschaftswachstum. Diktatoren, Faschisten, Sexisten gehören zu den Mächtigsten der Welt. Ausbeutung von Mensch und Natur ist an der Tagesordnung. Ist die Verheißung also leer und die Hoffnung darauf weltfremd und naiv?
Zumal das hebräische Wort "Shalom" semantisch noch gehaltvoller ist als unsere deutsche Übersetzung. Es bedeutet nicht nur "Friede", sondern auch "Glück, Gedeihen, Unversehrtheit, Wohlergehen" und betrifft sämtliche Lebensbeziehungen: die Beziehung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott - ein lebensförderliches Geordnetsein der Welt in jeder Hinsicht. Also wirklich etwas für Träumer:innen!
Der Kuss, zwischen Frieden und Gerechtigkeit, ein Traum, ja, aber lasst uns alles geben, dass er Wirklichkeit wird!
Denn es sind doch gerade unsere Träume und Hoffnungen, die uns ermuti­gen und antreiben, die Welt mitzugestalten zu einem Ort gelingenden Miteinanders – allen Faktenlagen zum Trotz, einer Logik entsagend, deren visionäre Kraft sich im Ausmalen von Wachstumskurven erschöpft und deren Träume nur um den eigenen Wohlstand kreisen. Deshalb lasst uns träumen und hoffen auf Gottes Verheißung eines Happyends. Lasst uns hoffen auf Gottes Frieden und Gerechtigkeit, die ich selten schon so oft habe, aufblitzen sehen wie während meiner Tätigkeit hier bei Fliedners:
In kleinen Gesten wie dem Putzen einer Brille, das zu neuer klarer Sicht verhilft, der sanften Rückenmassage, die den Schmerz für eine Weile lindert, und dem immer wieder geschenkten Zuspruch: "Ich mag dich", "Ich hab dich gerne, du."

Segen:
Der Friede Gottes,
der größer ist als unsere Vorstellungskraft,
halte unseren Verstand hellwach,
unsere Hoffnung unbeirrbar groß,
und mache unsere Liebe stark.
So segne uns der allmächtige und barmherzige Gott.
Amen.

Wochenspruch:     Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.  2. Kor 5,10a

Wochenpsalm:       Psalm 6  -  EG 704

Wochenlied:           EG 378 - Es mag sein, dass alles fällt

Download:              ANgeDACHT 2021-46

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie mit einem herzlichen Shalom

Vikarin Myriam Lütkepohl
Fliedners Lafim-Diakonie

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08.11.2021

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Matthäus 5,9

Wir wünschen uns Frieden zwischen den Menschen, zwischen den Völkern und einen friedlichen Umgang mit der Schöpfung. Doch dies passiert nicht von allein, dazu braucht es Menschen, die andere mit anstiften, etwas aktiv für den Frieden tun, in Worten und Taten. Gott will das wir uns einmischen, wo Unrecht, wo Unfriede herrscht, dass wir uns einsetzen für Verständigung und ein gutes Miteinander. Das ist nicht immer leicht und erfordert Mut und auch Kraft, Streit zu vermeiden oder zu schlichten. Das friedliche Zusam­menleben kann so schnell zerstört werden, durch Missverständnisse, durch ungerechtes Behandeln, durch unachtsame Äußerungen.
Uns wird zugetraut Friedensstifter zu sein. Versuchen wir es mit unseren Möglichkeiten.
In dieser Woche beginnt bis zum 17.11.21 wieder die Ökumenische Friedens­dekade. In täglichen Andachten, Veranstaltungen und Aktionen kommen in ganz Deutschland Menschen zusammen und beten für Frieden, Gerechtig­keit und Bewahrung der Schöpfung. Lassen sie sich gern dazu einladen mit einem Friedensgebet.

Herr, Mache uns zu einem Werkzeug deines Friedens.
Gib uns den Mut, dass wir bereit sind, uns unseren Ängsten zu stellen
und uns dennoch nach unseren Möglichkeiten für Gerechtigkeit und Verständigung einzusetzen.
Gib uns Kraft und lass uns nicht verzagen,
wenn wir an die Kriege dieser Welt denken.
Lass uns den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen,
die Tür nicht verschließen.
Öffne unsere Herzen und Hände, um ihre Leiden zu mildern.
Du bist barmherzig und gnädig, halte uns nicht vor,
wenn wir vergaßen, oder sündigten!
Gib uns Frieden und führe uns aus der Finsternis zum Licht.

(Quelle: Interreligiöses Frauennetzwerk Hamburg, November 2017)

 

Wochenspruch:     Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.   Matthäus 5,9

Wochenpsalm:       Psalm 85,9-14

Wochenlied:           EG 152  -  Wir warten dein, o Gottes Sohn

Download:              ANgeDACHT 2021-45

 

Zu Beginn dieser Woche grüßt Sie herzlich

Christiane Soyeaux
Christliches Leben und Diakonie

 

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01.11.2021

„Glaube ist ein Geschenk Gottes in unsere Herzen.“

Martin Luther

Martin Luther lebte vor mehr als 500 Jahren. Das Leben im Spätmittelalter war eine Zeit massiver Umbrüche und rasanter Veränderungen in Europa, geprägt von einer ungewissen Zukunft. Institutionen, auch die Kirche, waren in die Krise geraten. Angst und Furcht bestimmte das Leben: Angst vor Pest und Teufel, Angst im Leben, vor dem Sterben und nicht zuletzt Angst vor Gott.
Inmitten dieser Turbulenzen hat Luther Gott für sich ganz neu entdeckt und wurde mit seinem Wirken zum Begründer der Reformation. Dabei halfen ihm Bibelworte wie im Psalm 46, Vers 2 und 3: „Gott ist unsere sichere Zuflucht, ein bewährter Helfer in aller Not. Darum haben wir keine Angst, auch wenn die Erde bebt und die Berge ins Meer versinken.“ Es geht um ein tiefes Vertrauen in Gott - Gottvertrauen als Hilfe zum Leben erfahren, als Kraft, Halt und Orientie­rung. Das heißt nicht, dass damit alle Fragen des Lebens gelöst sind, aber Gott­vertrauen gibt die Kraft Zukunft zu gestalten, gibt Stärke zum verantwortlichen Handeln. Gottvertrauen schenkt aber auch die Kraft Schweres auszuhalten und anzunehmen. Sich getragen zu wissen, lässt Vertrauen wachsen, auch hinein in eine ungewisse Zukunft. Alles das war Martin Luther als biblische Einsicht zugewachsen und damit begann das, was wir heute Reformation nennen.
Der 31. Oktober ist der Gedenktag der Reformation. Martin Luther hat 1517 seine 95 Thesen veröffentlicht, für jeden sichtbar an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg, aber auch als Schreiben an Albrecht von Brandenburg, dem höchsten geistlichen Würdenträger des deutschen Reiches. Luther wollte verhindern, dass seine Ideen im kirchlichen Getriebe Wittenbergs stecken blieben. Er war in Sorge um seine Kirche und wollte diese Sorge kundtun.
Die Reformation erinnert und lehrt uns, wie beharrlich Menschen sich mit Gott auseinandersetzten und ihn dadurch für ihr Leben neu entdeckten, wie schonungslos sie Kritik an der Kirche geäußert, und wie leidenschaftlich sie um Veränderung und Zukunft der Kirche gekämpft haben und schließlich- mit wie viel Gottvertrauen sie dann neue Wege gegangen sind. So fand Kirche den Weg in die Zukunft und mitten hinein ins Leben, hin zu den Menschen. Dabei wurde Kirche immer wieder um- und weitergebaut.
Und auch das ist eine Lehre der Reformation: Kirche braucht engagierte Menschen, denn Kirche ist immer im Wandel und im Werden, eine bleibende Baustelle und niemals fertig.

Reformation heißt:
Unterwegs sein – verweilen – prüfen – Neues nachwachsen lassen – weitergehen – umkehren - auf das Alte sehen – Neues beginnen – überlegen, was bleibt – wieder einen Schritt wagen oder einen Sprung – hinein in die Freiheit –
die evangelisch ist – die froh macht – die achtet – die weit ist und nicht eng – wo alle Schwestern und Brüder sind – neben mir und nicht über mir –
Spielraum haben – nicht immer genau wissen, was Wahrheit ist - zweifeln können und dürfen – den Verstand benutzen– in Frage stellen – ohne Angst – weil Gott den Zweifelnden die Hand auf die Schulter legt und sagt: Gut so.

 

Segen

Gott segne, was in uns angelegt ist:  unsere Gaben, unsere Fähigkeiten, unsere Stärken und unsere Schwächen.
Gott segne, was noch reifen und zur Blüte kommen soll: unsere Fantasie, unsere Kreativität, unser Tun und Lassen.
Gott segne, was uns bewegt: unsere Wünsche, unsere Sehnsucht, unsere Freude und Trauer.
Gott segne uns, unsere Lebenskraft, unsere Achtung und Fürsorge für uns selbst und für andere Menschen.

 

Wochenspruch:     Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.      1.Kor 3,11

Wochenpsalm:       Psalm 46  -  EG 725

Wochenlied:           EG 360  -  Die ganze Welt hast du uns überlassen, Herr

Download:              ANgeDACHT 2021-44

 

Einen guten Start in die neue Woche wünscht Ihnen

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

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25.10.2021

Aneinander und füreinander glauben!

Ich möchte uns heute die Geschichte von der Heilung eines Gelähmten (Mk 2,1-12), einer beeindruckenden Freundschaft zwischen fünf Männern vor 2.000 Jahre in Kapernaum in Galiläa ans Herz legen.
Da ist ein Haus gerappelt voll mit Menschen, die Jesus sehen und hören wollen. Bis nach draußen haben sich die Leute versammelt, um wenigstens einen Blick oder ein Wort zu erhaschen. Plötzlich rieselt erst Staub von der Decke, dann bröckeln Lehm und Putz. Erschrocken schauen alle nach oben. Ein Loch entsteht und wird immer größer. Vier Männer machen sich dort zu schaffen, denn ihr Freund muss da durchpassen. Denn ihr Freund braucht Hilfe: Er ist gelähmt.
Irritiert und neugierig schauen die Menschen im Haus zu, wie der Hilfs­bedürftige schließlich auf seiner Matte nach unten gelassen wird. Punkt­genau vor Jesus lassen ihn seine Freunde herab. Und dann werden die Vier ihre Köpfe durch das Loch im Dach gesteckt haben, um nichts zu verpas­sen: Was wird jetzt geschehen?
In der Bibel heißt es zunächst, dass Jesus ihren Glauben sah. Er nimmt wahr, dass die Freunde aneinander glauben und dass sie füreinander glauben, dass das Leben zum Guten gewendet werden kann. Und Jesus sieht, dass sie diese Wendung zum Guten von ihm erhoffen. Daraufhin heilt er den gelähmten Menschen an Leib und Seele. Wie werden sich die Vier auf dem Dach gefreut haben! Ihr Einsatz für ihren Freund hat sich gelohnt.
Als Jesus ihren Glauben sieht, heilt er den Mann, heißt es in der Bibel. Jesus war beeindruckt von dem Glauben und dem Einsatz der fünf Freunde. Vielleicht hat auch das zu dem geführt, was Jesus im Johannes­evangelium (Joh. 15) über Freundschaft sagt: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr mein Gebot befolgt.“ „Das ist mein Gebot: Ihr sollt einander lieben, so wie ich euch geliebt habe. Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde einsetzt.“
Wer hätte seine Liebe und Freundschaft zu uns Menschen besser bewiesen als Jesus selbst.

 

Wir beten:                Herr Jesus Christus, wir danken dir dafür,
dass du wie ein Freund an unserer Seite bist, gerade auch dann, wenn wir uns allein fühlen. Wir bitten dich um gute Freunde und darum, dass wir selbst für andere gute Freunde sind. Lass uns aneinander und füreinander glauben und da sein.

Wochenspruch:     Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.   Römer 12,21

Wochenpsalm:       Psalm 19  -  EG 708

Wochenlied:           EG 377  -  Zieh an die Macht, du Arm des Herrn

Download:              ANgeDACHT 2021-43

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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18.10.2021

Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Gott.

Micha 6,8

Was ist gut? Darüber gibt es ganz sicher verschiedene Auffassungen, oft ist es auch so - wir meinen zu wissen was für den anderen gut ist und was für uns gut ist, darüber denken wir nicht so oft nach. Wissen wir wirklich, was gut ist für uns und unser Zusammenleben mit anderen Menschen, in der Familie, im Team, mit den Nachbarn in der Gesellschaft? In einer anderen Übersetzung heißt der Vers aus dem Buch des Propheten Micha:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: Gerechtigkeit tun; Freundlichkeit lieben und behutsam mitgehen mit deinem Gott.“

Was gut ist und was der Herr bei dir sucht
Gott traut uns zu, das wir erkennen was gut ist, das erfordert auch Anstrengungen und die Frage danach, wenn ich so handele wie wirkt sich das auf andere aus. Diese Diskussion wird jetzt gerade in vielen Bereichen geführt. Da ist von Perspektivwechsel die Rede, über die gemeinsame Suche nach einer gerechten Zukunft; in der die Natur und das Klima geschützt sind und in der nach Lösungen für einen friedliche Welt gesucht wird.
Gerechtigkeit tun - da geht es um konkrete Schritte >ums Handeln<.
Da sind wir im Persönlichen gefragt wie auch im Beruflichen, in der Diakonie und in der Gesellschaft.
Freundlichkeit lieben - da ist Jede und Jeder von uns gemeint, wir können alle dazu beitragen das dort wo wir leben und arbeiten eine freundliche Atmosphäre spürbar ist. Freundlichkeit kann die Gesellschaft menschlicher machen, das Leben bereichern.
Behutsam mitgehen mit deinem Gott - das ist doch eine schöne Vorstel­lung: eine Einladung sich mal fallen zu lassen, sich nicht immer anstrengen zu müssen, sich nicht zu überfordern, sondern darauf zu vertrauen, dass Gott mitgeht in unserem Leben. Ein Weggefährte, der immer an unserer Seite ist, auch in nicht so guten Zeiten, wo wir jemanden an unserer Seite besonders brauchen. Für mich ist das eine befreiende Botschaft, ich muss nicht alles allein oder auch mit anderen schultern, wird sind begleitet und das in behutsamer Weise und nicht in dem Sinne ich sage dir mal wo es lang geht. Wir dürfen den Weg mitgestalten, mit Gottes Zusage das er uns liebt, so wie wir sind.

In dem Lied „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ ist beschrieben wie die Welt dann aussieht, wenn wir den Text des Propheten Micha ernst nehmen.

  1. Wo ein Mensch Vertrauen gibt, nicht nur an sich selber denkt,
    fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.
  2. Wo ein Mensch den andern sieht, nicht nur sich und seine Welt,
    fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.
  3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt, und den alten Weg verlässt,
    fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.

Text: Hans-Jürgen Netz 1975 / Melodie: Fritz Baltruweit 1977

 

Wochenspruch:     Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Gott.   Micha 6;8

Wochenpsalm:       Psalm 119  -  EG 748

Wochenlied:            EG 295  -  Wohl denen, die da wandeln

Download:                    ANgeDACHT 2021-42

 

Zu Beginn dieser Woche grüßt Sie herzlich

Christiane Soyeaux
Christliches Leben und Diakonie

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11.10.2021

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.

Sprüche 16,9

Über den englischen Maler James Thornhill ist folgendes überliefert:

Thornhill erhielt den Auftrag, die Kuppel in der St. Pauls-Kathedrale in London auszumalen. Nach vielen Monaten harter Arbeit hatte er einen ersten Abschnitt fertiggestellt. Um zu sehen, wie die Malerei aus der Entfernung wirkt, ging er auf dem Gerüst rückwärts. Seinen Blick fest auf die Kuppel gerichtet näherte er sich, ohne es zu bemerken, dem Rand des Gerüstes. Nur noch einen Schritt weiter und er wäre abgestürzt. Ein Malergehilfe erkannte die Gefahr, griff nach einem Pinsel und zog einen breiten Strich über das Gemälde. Thornhill war außer sich vor Wut und sprang vorwärts, um den Gehilfen von dem Bild wegzureißen. Aber sein Zorn schlug schnell in Dankbarkeit um, als der Malergehilfe nämlich sagte: „Dadurch, dass ich die Malerei verdarb, habe ich Ihnen das Leben gerettet. Hätte ich nur gerufen, so hätten Sie sich wohl umgedreht und wären abgestürzt.“
So macht manchmal auch Gott einen Strich durch unsere schön gestalteten Lebensbilder und Planungen, denn: der Mensch denkt und Gott lenkt - wer kennt das nicht.
Wir Menschen lieben es, unser Leben durchzuplanen. In einem ordentlich geführten Kalender halten wir alles fest, was uns wichtig ist. Mit genauen Planungen fühlen wir uns wohler- solange alles funktioniert. Und dann kommt plötzlich etwas dazwischen und unser Lebensbild gerät ins Wanken. Wir können noch so detailliert denken und planen, die Zukunft liegt nicht allein in unserer Hand.
Im Bibelvers heißt es: Der Herr allein lenkt meinen Schritt- so simpel ist es aber nicht. Gott ist kein Erfüllungsgehilfe unserer Entscheidungen, er befreit uns nicht von der Verantwortung. Und so erleben wir in unserer Lebensplanung so einige Um- und Irrwege, so manche Niederlagen. Aber nicht selten erschließt sich erst im Blick zurück der tiefere Sinn. Wir erkennen, dass vieles ganz anders, aber deshalb nicht schlechter war und es erweist sich auch manche Niederlage und unerfüllter Wunsch als vorteilhaft und segensreich.
Im Vaterunser beten wir: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Nehmen wir also unser Leben aus Gottes Hand an und vertrauen darauf, dass er in unserem Lebensbild zur rechten Zeit seinen Pinselstrich setzt.

Segen:
Dein Wort stärke unser Wort,
deine Hand leite unsere Hand,
dein Segen sei uns zum Segen,
wenn wir Worte sprechen, Hände reichen und zum Segen werden.

Wochenspruch:
Heile du mich. HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Jer. 17,14

Wochenpsalm: Psalm 32,1-7

Wochenlied: EG 324- Ich singe dir mit Herz und Mund

Eine gute Woche und herzliche Grüße

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

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04.10.2021

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Psalm 103,2

Nicht jeder, nicht jede hat Grund zu danken. Auch wenn es im kirchlichen Kalender steht. Ich kann das auch verstehen. Es soll heute niemand zum Dank verordnet werden. Aber ein wenig Nachdenken könnten wir an diesem Morgen in der Lafim-Diakonie schon - über den Sinn und das Wesen des Dankens.
Im Leben dankbar zu sein ist kein Sahnehäubchen, das ich manchmal drauflege oder verzichte, wann ich will. So geht Dankbarsein nicht. Im Leben dankbar zu sein ist eine Lebenshaltung, ohne die man nicht froh werden kann – nie froh werden kann, denke ich.
Viele kennen den obenstehenden Vers aus dem Psalm 103. Er ruft uns an diesem Morgen zum Nicht-Vergessen und zum Nicht-Übersehen auf. Ich mag heute manches oder vieles als schlimm empfinden, doch erinnert mich der Psalmsatz daran, über meinem Empfinden nicht alles zu vergessen. Dankbarkeit ist die Kunst des Nicht-Vergessens: Meines ganzen Lebens, meiner Freunde und Familie, der Erde und ihrer Früchte, der Musik und der Kunst.
Unzufrieden und bitter werden eher die Menschen, die nur sich sehen, die weder Umsicht haben noch Weitblick. Auch wenn ich heute und morgen vor Undankbarkeit jammern könnte oder wütend bin – ich soll die Tage, Monate oder Jahre nicht vergessen, in denen mir das Glück und die Gnade wie zu Füßen lag.
Undankbarkeit ist ein Vergessen der Gnade. Daran muss Gott den Hiob erinnern, als der im Klagen zu versinken droht. Daran muss Jesus den Kornbauern erinnern, der über seiner Gier sein vieles Glück vergisst. Dankbarkeit ist ein Erinnern der Gnade. Sie ist Umsicht und Weitblick.
Ich sollte nicht darüber entscheiden, ob ich dankbar sein will oder nicht. Ich sollte es sein, so gut es geht. Nicht für alles, aber für vieles, was ich erlebt habe. Denn meine Seele, vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Wir beten:                Lesen Sie einmal den Psalm 103 in Ruhe durch.

Wochenspruch:     Alle Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit    Psalm145,15

Wochenpsalm:       Psalm 104  -  EG 743

Wochenlied:            EG 502  -  Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit

Download:              ANgeDACHT 2021-40

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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27.09.2021

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1.Johannes 5,4c

Sie kennen bestimmt den Spruch „Glauben heißt nicht Wissen“ er ist also nicht beweisbar, aber spürbar. Davon berichten Menschen in der Bibel, manche haben durch ihre Eltern oder Großeltern davon erfahren oder im Konfirmandenunterricht und manchmal weiß man gar nicht genau, seit wann Glauben bei einem im Leben eine Rolle spielt.
Glaube ist für mich eine innere Überzeugung, er gibt mir Trost, Kraft, Mut und Selbstvertrauen. Ich kann darauf vertrauen, dass Gott mich beschützt und behütet, auch wenn ich das nicht immer gleich wahrnehme, meistens nur im Nachhinein. Er hilft mir in schwierigen Situationen nicht zu verzagen und in der Gewissheit ich bin getragen und nicht allein gelassen, gibt er mir immer wieder Hoffnung auch neu anzufangen.
Ein anderer Aspekt ist, wenn ich den Glauben ernst nehmen will, muss ich auch handeln. Er braucht, um sichtbar zu sein, Hände, die zupacken, wo Hilfe gebraucht wird; wir dürfen nicht zuschauen wo Ungerechtigkeit herrscht oder wo Menschen unsere Zuwendung brauchen. Es heißt an andere Stelle in der Bibel: <an Ihren Werken werdet ihr sie erkennen>
Johann Sebastian Bach hat das in einer Kantate aufgenommen „Herz und Mund und Tat und Leben muss von Christo Zeugnis geben ohne Furcht und Heuchelei das er Gott und Heiland sei“.
Glauben kann unser Leben reicher machen, wir brauchen uns nicht vor der Zukunft zu fürchten. Und das erste Wort im Text lautet Unser Glaube, das bedeutet, wir sind nicht allein, wir sind eine Gemeinschaft, eine Gemeinde - so hat es vielleicht auch der Schreiber des Johannesbriefes gemeint. Er wollte die Christinnen und Christen ermutigen, bleibt im Gespräch, erzählt von den großen Taten Gottes, von eurem Glauben und beteiligt euch dort, wo ihr lebt. So können wir die Welt bewahren und gerechter machen – überwinden.

Stimmen Sie mit ein in das Lied
Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit;
brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann.
Erbarm dich Herr.

 

Wochenspruch:     Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.     1.Joh. 5,4c

Wochenpsalm:       Psalm 138

Wochenlied:            EG 346 - Such, wer da will, ein ander Ziel

Download:               ANgeDACHT 2021-39

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Christiane Soyeaux
Christliches Leben und Diakonie

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20.09.2021

Mögen aus jedem Samen, den Du säst, wunderschöne Blumen werden, auf dass sich die Farben der Blüten in Deinen Augen spiegeln und sie Dir ein Lächeln auf Dein Gesicht zaubern.

Irischer Segenswunsch

Die Sonnenblumen- Farben des späten Sommers und des beginnenden Herbstes. Es lohnt sich, diese Blume genauer zu betrachten. Sonnenblumen verbreiten Lebensfreude, stehen für Kraft, Wachstum und können auch etwas über uns und unsere Beziehung zu Gott sagen.
Sonnenblumen leuchten. Ihr weithin gelb strahlender Blütenkranz umgibt eine dunkelbraune Mitte, in der später die Kerne reifen. Die großen Blüten brauchen einen kräftigen grünen Stängel mit festen Blättern. Die Blätter sind versetzt ange­ordnet, sie verdecken sich nicht, bekommen alle gleichviel Sonne und Regen. Eine Voraussetzung dafür, dass die Pflanze in nur einem Sommer so prächtig wachsen kann. Dabei leistet sie erstaunliches. Eine große Sonnenblume schafft es, das CO² aus 100 Kubikmetern Luft zu binden. In ihrer Blüte können 2000 Kerne reifen. Und- nicht selten begegnen uns Sonnenblumen auf Augenhöhe.
Jede einzelne Blüte hat viele Blütenblätter, die sie erst richtig erstrahlen lassen. Dabei kommt es auf jedes einzelne Blütenblatt an. Keines darf fehlen, denn ge­meinsam öffnen und schließen sie die Blüte und schützen so das kostbare Innere, die Samenkörner. Jedes einzelne Korn trägt den Keim einer neuen Pflanze für das kommende Jahr in sich. Die Kerne der Sonnenblume sind netzförmig ange­ordnet und geben sich gegenseitig Halt. Gelingt es einem Vogel einen oder mehrere herauszulösen, dann sitzen auch die anderen Kerne locker.
Wenn eine Sonnenblume den Kopf sinken lässt, dann beginnt ihre wichtigste Zeit: die Kerne reifen. Sie sind wertvoll für Mensch und Tier. Fällt das eine oder andere Korn zur Erde, wird dort im nächsten Jahr eine neue Sonnenblume erstrahlen.
Werden, Vergehen und Weitergeben, das schafft die Sonnenblumen in einem Sommer. Dazu wohnt dieser Blume etwas inne, das auch uns als Lebensprinzip dienen kann. Alles Gute kommt von oben - heißt es in einem Sprichwort und so ist es auch. Die Sonnenblume bezieht ihre Lebenskraft, Energie von der Sonne her. Unsere Sonne ist der Glauben, von Gott gewinnen wir Lebensenergie und Lebensmut. Und selbst wenn der Himmel bedeckt und von Wolken verhangen ist, richtet sich die Sonnenblume nach dem Licht. Was für eine Kraft, selbst an dunklen Tagen an der Gewissheit festzuhalten: das Licht ist da. Wie die Sonnen­blume, so dürfen auch wir uns hoffnungsvoll in die Richtung wenden, aus der das Licht zu erwarten ist. Die Sonnenblume: ein Gleichnis für unsere Beziehung zu Gott. Wie das Licht am Himmel nicht verschwindet, sondern höchstens verborgen ist, so hält Gott uns in seinen Händen - auch dann, wenn wir ihn nicht erkennen können. Wir dürfen uns sicher sein: er trägt und behütet uns.

Segen:
Der Herr segne jeden deiner Tage in dieser Woche.
Er öffne dir die Augen, für alles Hilfreiche und Gute, das die widerfährt.
Er gebe dir ein dankbares Herz und schenke dir den Mut, diese Dankbarkeit auch nach außen zu tragen.
Am Ende eines jeden Tages mögest du zufrieden zurückblicken und eines nicht vergessen:
Deinem Herrn und Gott zu danken!

 

Wochenspruch:     Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein vergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.     2. Tim 1,10b

Wochenpsalm:       Psalm 68,4-7.20-21.35-36

Wochenlied:            EG 115 – Jesus lebt, mit ihm auch ich

Download:               ANgeDACHT 2021-38

Mit den besten Wünschen für eine segensreiche Woche

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

 

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13.09.2021

Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.

Römer 11,18

Ein Garten tut gut. Oder ein Balkon: Dort kann ich mit den Nachbarn Kaffee trinken, Gemüse anpflanzen oder in einem Liegestuhl entspannen. Ein Garten muss gepflegt werden. Das kann Spaß machen; gleichzeitig ist es viel Arbeit. Immer wieder muss man die Büsche und die Hecke zurecht­ schneiden, das Unkraut zupfen, die Beete umgraben, damit etwas wächst. Säen, gießen, düngen, Stauden hochbinden und alte Bäume stützen.
Eine diakonische Dienstgemeinschaft ist wie ein Garten. Man kann viele Stunden darin verbringen. Bei einer Andacht, beim gemeinsamen Feiern, beim Kaffee in der Frühstücksrunde, beim gemeinsamen Arbeiten an einem Projekt und allein im Büro beschäftigt mit Alltagsaufgaben. Die Lafim-Diakonie lädt ein. Sie ist wie ein Garten, in den jeder kommen kann, um sich einzubringen, und manchmal auch Freud und Leid miteinander zu teilen.
Ein diakonisches Unternehmen zu führen bedeutet viel Arbeit. Wie ein Garten müssen ihre Gebäude gehegt und gepflegt werden: vom Austausch der Fenster über gute Aufenthaltsräume für Beschäftigte in den Werkstät­ten bis zu einem neuen Haus, das für die Kindertagesstätte gefunden werden oder eine Werkstatt ganz anders geplant und gebaut werden muss.
Und auch die Menschen in unseren Häusern, die Mitarbeitenden, die Be­schäftigten, Bewohnerinnen und Bewohner, Kinder, Eltern und Angehörige wollen gehegt und gepflegt werden. Der neue Mitarbeiter wird eingearbeitet. Jubilare zu ihren Ehrentagen besucht und Geburtstagskarten vorbereitet. Mitarbeitende und Partner freuen sich über ein aufbauendes Wort oder ein offenes Ohr.
Mitarbeitende tun viel, damit die gemeinsame Arbeit wächst und blüht und das Ziel nicht aus den Augen verloren wird. Aber es gibt auch andere Zeiten. Da herrscht Dürre. Es gibt Meinungsverschiedenheiten, sogar Streit. Einer fühlt sich nicht gesehen, eine andere nicht verstanden. Im Raum steht: Was sollen wir entscheiden? Immer wieder die Frage - Wie miteinander arbeiten und kommunizieren? Wer glaubt und macht es denn nun richtig?
Das haben sich auch schon die Christen in den ersten Gemeinden gefragt. Einige von ihnen waren ursprünglich Juden. Andere glaubten vor ihrer Taufe an griechische oder römische Götter. Sie wollten wissen, welche ihrer Lebens- und Glaubensgeschichten denn nun mehr Gewicht und Bestand hat. Der Apostel Paulus schreibt ihnen dazu: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“
Als Christen sind wir in aller Unterschiedlichkeit verbunden durch den Glauben an Gott. Er ist die Wurzel allen Seins und die Basis, die alles trägt. Darauf kommt es an. – Der himmlische Gärtner hat uns zusammengefügt. Wir können darauf vertrauen, dass er es sehr gut mit uns meint.

 

Gebet: Gott, du weißt um unser Denken und Planen, um unser Tun. Lass es dir zur Ehre sein. Halte uns zusammen, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, wenn wir Verschiedenes wollen, wenn wir streiten. Segne unseren gemeinsamen Dienst in der Diakonie und alle, die in ihr arbeiten und leben. 

Wochenspruch:     Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Petrus 5,7

Wochenpsalm:       Psalm 127, 1-2

Wochenlied:            EG 369  -  Wer nur den lieben Gott lässt walten

Download:                ANgeDACHT 2021-37

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich
Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie aus Brandenburg an der Havel.

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06.09.2021

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Psalm 103,2

Zum Loben und Danken werden wir in diesem Vers aufgerufen und unser Blick wird auf das Gute gelenkt, was wir erfahren haben. Lassen Sie uns kurz innehalten und mal überlegen, wofür wir loben und danken können in unserem Leben.
Für all das was geschaffen ist, für das Wasser, die Erde, die Sonne, den Mond, die Natur - dies Alles ist da ohne unser Zutun und ohne das wir nicht leben könnten. Auch können wir dankbar sein, wenn uns etwas gut gelingt, wenn wir nicht allein sind, gemeinsam etwas schaffen, uns um andere kümmern dürfen und vieles mehr.
Manches „Gute“, was uns im Leben begegnet, ist uns nicht immer bewusst. Doch im Rückblick kann man erkennen, wie man in manchen Situationen bewahrt wurde. Krankheiten konnten überstanden werden, dies ist nicht immer easy, aber man hatte genug Kraft oder andere Krisensituationen, in denen man am Ende war, wo man dachte, es geht nicht weiter und dann gab es Lösungen. Menschen standen an unserer Seite, bauten uns auf, man traute sich wieder mehr zu. Sicher wissen Sie, wovon ich rede. Das Klagen und Jammern liegen uns manchmal mehr und es fällt einem schnell ein was nicht funktioniert. Doch da sagt uns der Psalmbeter: vergiss nicht, was Du Gutes erfahren hast und woher Du täglich neue Kraft schöpfst.
Geht es Ihnen nicht auch so, wenn man dankbaren, zufriedenen Menschen begegnet, die Optimismus und Freude ausstrahlen und ein Lächeln auf dem Gesicht haben? Dann fühlt man sich auch gleich besser. Gott gibt uns viele Gründe, dankbar zu sein. Darum wollen wir ihn loben.
Vielleicht stimmen Sie mit mir in das bekannte Kirchenlied: Lobet den Herren, den mächtigen König“ ( EG 317) mit ein:

Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele, das ist mein Begehren.
Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören!  

Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!

 

Wochenspruch:     Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.   Psalm 103,2

Wochenpsalm:       Psalm 146  -  EG 757

Wochenlied:            EG 333 – Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn

Download:               ANgeDACHT 2021-36

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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30.08.2021

Wir achten die Unterschiedlichkeit von Menschen und nehmen sie in ihrer Vielfalt an. Leitbild Lafim-Diakonie
Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.

Röm. 15,7

Das ist gar nicht so einfach mit der Unterschiedlichkeit der anderen klar zu kommen. Deshalb hat der Apostel Paulus das, was wir als einen erstrebenswerten Ist-Zustand in unser Leitbild geschrieben haben, auch als Ermahnung formuliert. Den anderen annehmen, so wie er ist, ist schwer. Vor allem, wenn er uns fremd ist. Vielleicht geht er uns auf die Nerven mit seinem Gerede oder wir teilen seine Überzeugungen und seine Weltsicht nicht. Er oder Sie kommt aus einer anderen Kultur mit anderen Wertvor­stellungen oder ist eben einfach anders.
Die Forderung des Paulus an uns ist wahrlich eine Zumutung und ganz und gar nicht selbstverständlich. Es ist eben so, dass Jesus gefordert hat, selbst die eigenen Feinde zu lieben. Sein Liebesgebot ist streng genommen kein „Nächstenliebegebot“, sondern ein „Fernstenliebegebot“.
Aber wie soll das gelingen? Wir müssten ja dauernd über den eigenen Schatten springen.
Paulus erläutert das in der zweiten Hälfte seiner Ermahnung. Wir können das, weil es Christus mit uns vor gemacht hat. Er ist gleichsam für uns über unseren Schatten gesprungen. Wir sagen, er hat unsere Sünden auf sich genommen, er ist dafür den Weg ans Kreuz gegangen. Er hat uns ange­nommen so wie wir sind. Ganz konkret wurde das in Jesu Handeln: Menschen, die wegen ihrer Krankheit niemand berührte – er fasste sie an und heilte sie. Menschen, die ausgestoßen waren wegen ihres Berufes; Huren oder Zöllner – Jesus sprach mit ihnen und kehrte bei ihnen ein. Das Neue Testament ist voll von solchen Geschichten.
Jesus hat es uns vorgemacht und er hat es für uns gemacht.
Vielleicht lernen wir einfach die Unterschiedlichkeit des oder der anderen als Bereicherung zu begreifen, wenn wir zulassen, dass die Menschen eben einfach unterschiedlich sind. Wahrscheinlich war das auch Gottes Absicht – die Vielfalt der Menschen ist Gott gewollt, er liebt sie alle, Schwarze und Weiße, Alte und Junge, Muslime und Christen, wie Dich und mich.

Wochenspruch:     Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Matthäus 25,40b

Wochenpsalm:       Psalm 112

Wochenlied:            EG 412 - So jemand spricht

Download:              Angedacht 2021-35

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie
LAFIM Diakonie

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23.08.2021

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Matthäus 25,40

Unsere Hände sind fleißig. Sie arbeiten den ganzen Tag…
Hände können zufassen, aufheben, ablegen.
Hände können aber auch ruhen, still sein und halten.
Hände können begrüßen und sich schütteln,
sie können großartige Dinge herstellen und Dinge verschenken.
Hände können freundlich winken, können trösten.
Hände können auf andere herablassend zeigen und sie können sich wehren.
Manchmal braucht man die ganze Hand, wie beim Autofahren.
Manchmal braucht man nur die Finger, wie beim Tippen auf der Tastatur.
Und: Hände können sich falten und zum Beten ruhen.

„Ich habe keine anderen Hände als die Euren.“
St. Ludgeri ist einer der ältesten katholischen Sakralbauten im westfälischen Münster. Dort befindet sich in einer Kapelle eine geschnitzte Christusfigur. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast zerstört und die Christusfigur verlor beide Arme, ein Bombensplitter durchschlug die Brust. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau und auch die Christusfigur sollte restauriert werden. Dann beschloss die Kirchengemeinde, die Figur in ihrer beschädigten Form zu belassen und stattdessen auf dem Querbalken des Kreuzes eine Inschrift anzubringen. Der Text lautet: „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“.

„Ich habe keine anderen Hände als die Euren“. Dieser zeitlose Satz ist Aufforderung und Auftrag an uns alle Jesu Werk fortzusetzen und in seinem Namen zu handeln. Was wir mit unseren Händen leisten, soll nicht nur dem eigenen Selbsterhalt dienen, wir sollen durch unserer Hände Arbeit den Glauben sichtbar machen und weitertragen. Dabei geht es im Alltag nicht um die
großen ruhmreichen Taten, vielmehr geht es darum, die Probleme des Alltags anzupacken und die Nächstenliebe, über die wir immer viel sprechen, Praxis werden zu lassen. Und das kann ganz simpel mit echtem Interesse und Anteilnahme anfangen. Dass man jemandem wirklich zuhört und ihn ausreden lässt. Dass man sich nicht selbst in den Mittelpunkt drängt, sondern dem Anderen Raum gibt, dass man offen ist für den Anderen und seine Lebenssituation. Nächstenliebe muss also nicht schwer sein, gerade so, wie es in einem afrikanischen Sprichwort heißt:
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“

 

Gebet:
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.

Wochenspruch:     Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.  Jesaja 42,3a

Wochenpsalm:       Psalm 147, 1-6.11

Wochenlied:            EG 289  -  Nun lob, mein Seel, den Herren

Download:               ANgeDACHT 2021-34

 

Herzliche Grüße und eine gute Woche wünscht

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

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16.08.2021

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

1. Petr. 5,5b

Immer wieder heißt es im Arbeitsleben, bestimmt auch in der einen oder anderen Einrichtung der Lafim-Diakonie: „Die jungen Leute heute wollen gar keine Verantwortung mehr übernehmen. Wir wissen nicht wo das noch hinführen soll, woher sollen die Führungskräfte der Zukunft kommen?“
Wer das sagt? Das sind oft die Älteren, die in der Verantwortung stehen.
Wenn man genauer hinsieht und nachfragt, dann erfährt man: Die jungen Menschen wollen sehr wohl Verantwortung übernehmen. Sie wollen jedoch in einem System mit alten Regeln nicht mehr mitspielen. Partizipation ge­hört für die sogenannten Millennials zur Verantwortung dazu.
Einen ähnlichen Generationenkonflikt gab es wohl auch in der Gemeinde, an die der 1. Petrusbrief den Satz des Wochenspruches adressiert hatte. Sowohl die älteren Leiter der Gemeinde als auch die Jungen werden ermahnt. Die älteren Leiter der Gemeinde sollen ihr Amt nicht missbrauchen. Sie sollen ihren Dienst mit Augenmaß versehen und dabei die Bedürfnisse aller im Blick haben. Ebenso werden die jüngeren Gemeindemitglieder aufgefordert, sich nicht den Älteren zu widersetzen und deren Leitung zu respektieren. Beide Seiten werden also davor gewarnt, hochmütig zu sein. Niemand soll sich über den anderen stellen. Niemand soll von sich denken, dass er besser ist oder es besser kann als die anderen, denn: Gott widersteht den Hochmütigen.[1]

Das heißt auch, die Jungen können nur Verantwortung übernehmen, wenn die Alten sie auch lassen und akzeptieren, dass sie es anders machen werden und dabei nicht weniger gut. Gleichzeitig können die Jungen von der Erfahrung der Alten profitieren, wenn sie sich auf sie einlassen. Auf jeden Fall gehört zur Demut viel Geduld miteinander zu haben.
Es kommt darauf an ein gutes Miteinander zwischen den Generationen zu finden, mit gegenseitigem Respekt und dem Akzeptieren-können der unterschiedlichen Sichtweisen. Dazu ermahnt dieser Satz des Petrus­briefes uns ganz konkret in dieser Woche. Vielleicht wäre das auch ein Thema für das Miteinander der Generationen in unseren Einrichtungen in Personal- oder Dienstgesprächen?

 

Wochenspruch:     Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.    1. Petr. 5,5b

Wochenpsalm:       Psalm 145  -  EG 756

Wochenlied:            EG 299 - Aus tiefer Not schrei ich zu Dir

Download:               ANgeDACHT 2021-33

 

Zu Beginn dieser Woche grüße ich Sie herzlich

Pfarrer Matthias Welsch
Vorstand Personal und Diakonie, LAFIM Diakonie

 

[1] Diese Passage teilweise aus: https://rundfunkdienst.ekbo.de/fileadmin/ekbo/mandant/rundfunkdienst-berlin.de/Das_Wort_Text/Martin_Kendzia_12.8.2018.pdf

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09.08.2021

„Gott hat die Zeit geschaffen und der Mensch die Hast“

irisches Sprichwort
In einem Artikel war zu lesen:

Während eines Besuches in Deutschland wurde eine Afrikanerin gefragt, was ihr bei uns besonders auffiel. Sie antwortete spontan: „Hier ist alles so pünktlich. Wenn der Gottesdienst um 10:00 Uhr angesetzt ist, dann beginnt er um 10:00 Uhr und endet ebenso pünktlich. Bei uns können die Leute auch um 11:00 Uhr oder 12:00 Uhr kommen. Es ist immer noch Gottesdienst und immer ein anderer redet. Ihr in Deutschland habt die Uhr und wir die Zeit!“
Nun sind sicher nicht nur wir Deutschen pünktlich, aber irgendwie stimmt es eben doch: für uns ist oft Zeit gleich Uhr. Dabei hat Gott weder die Uhr noch den Terminkalender geschaffen. Das haben wir ganz allein hinbekommen. Sein großes Geschenk an uns ist die Zeit. Die Zeit - eine kostbare Gabe, die wir aus Gottes Hand nehmen und auch wieder in Gottes Hand legen.
Der Alltag sieht aber oft anders aus. Wir kennen das: unser Termin­kalender, meist elektronisch verwaltet und immer griffbereit. Er hat zweifellos etwas sehr Verführerisches an sich, ganz so, als wären wir der Herr über unsere Zeit. An manchen Tagen gibt es kaum noch ein Zeitfenster, sei es dienstlich oder privat.
Will man sich mit Freunden treffen, wird erst einmal ein Termin gemacht, jeder greift zu seinem Kalender. Schwierig wird es, spontan einen Termin mit mehreren Leuten zu finden. Da muss schon langfristig geplant werden.
Unser Jahr hat 51 Wochen. Wie schnell diese Zeit verplant ist, merken wir schon zum Jahresbeginn. Jetzt sind wir im August und der Rest des Jahres sieht nicht besser aus. Also: eine gute Einteilung ist wichtig.
Vielleicht hilft uns bei der Entscheidungs­findung das Bibelwort aus dem Psalm 31, Vers 16: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Auch wenn wir uns als Herr unseres Kalenders fühlen, sollen wir uns immer wieder bewusst machen:
nicht wir sind Herr unserer Zeit. Alle Zeit ist uns von Gott gegeben, sie ist uns anvertraut, ein kostbares Geschenk und sie ist begrenzt. Darum ist es so wichtig, dass wir sie sinnvoll einsetzen, ihr einen Wert geben und sorgsam mit ihr umgehen. Das erwartet Gott von uns und er erwartet auch, dass wir sie mit anderen, unserem Nächsten, teilen. Wäre es nicht gut, wenn unser Kalender auch ein Zeitfenster “Zeit verschenken“ hätte?

Gerade jetzt in der Urlaubszeit bietet sich die Gelegenheit, mit der Zeit einmal ganz anders umzugehen. Morgens klingelt kein Wecker, endlich Zeit für die schönen Dinge des Lebens: Lesen, Reisen und vieles andere. Vielleicht auch mehr Zeit mit Freunden verbringen und auch neue Freundschaften schließen oder einfach mal meinem Nächsten sagen: „Ich habe Zeit für dich!“

Segen         Lass in uns das Vertrauen wachsen, dass wir auch in großer Ungeduld segensreiche Momente erleben können. Denn alle Zeit liegt in deinen Händen.

 

Wochenspruch:   Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!    Ps 33,12

Wochenpsalm:    Psalm 122

Wochenlied:          EG 429- Lobt und preist die herrlichen Taten

Download:             ANgeDACHT 2021-32

Herzliche Grüße und eine gute Zeit wünscht

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

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02.08.2021

Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

Psalm 73,23-24

Eigentlich gefällt mir der Psalm, weil er so lebensnah ist.
In Psalm 73 berichtet Asaph, ein Mann, der im Tempel von Jerusalem Vorsänger und Chorleiter ist; heute würden wir sagen: ein Kantor. Eigentlich geht es ihm gut. Doch manchmal beschleicht ihn ein Gefühl, bei Anderen läuft es besser: Familie, Karriere, Freunde – Alles läuft blendend. Andere haben scheinbar mehr Glück im Leben. Ertappen wir uns nicht auch manchmal dabei, es könnte doch auch Manches einfacher sein? Besonders dann, wenn die Dinge nicht rund laufen, wenn sie uns nicht so gut von der Hand gehen. Wenn ich abgespannt und müde oder auch einfach gerade etwas empfindlicher und gereizt bin, kommt es immer wieder vor, dass ich kurzsichtig und mit eingeschränktem Blick auf das schaue, was um mich herum passiert. Manchmal bin ich enttäuscht, mutlos oder unzufrieden und versinke wie Asaph in Selbstmitleid. Aber Asaph hat eigentlich keinen Grund zur Klage, wie wir auch nicht. Er hat einen guten Job, wie man landläufig sagt, satt zu essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf. Er fragt sich: Sollte der Segen Gottes nicht irgendwie auch sichtbar sein im Leben der Menschen, die mit Gott unterwegs sind? Sollte es uns nicht besser gehen? Macht es einen Unterschied, ob ich mit Gott unterwegs bin oder nicht?

Doch er geht in den Tempel, hält inne und fragt nochmal nach der Botschaft Gottes. Er erkennt, dass das Unterwegssein mit Gott ihn fröhlich macht, weil es nie ein Ende hat, nicht in schwierigen Zeiten oder in Not und auch nicht am Ende des Lebens. Und dann werden Neid und sein Klagen zu einem Lob umgewandelt.
So rüttelt Gott mich immer wieder wach und erinnert mich daran, dass er doch den besseren Überblick hat. Er sieht weiter als ich. Gott geht mit mir und hält mich bei meiner rechten Hand. Ist das nicht eine großartige Zusage von Gott?

 

Wochenspruch:     Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.  Lukas 12,48

Wochenpsalm:       Psalm 63 -  EG 729

Wochenlied:            EG 397  -  Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

Download:               ANgeDACHT 2021-31

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26.07.2021

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.
Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.

1. Korinther 6,12

Beim Lesen wirft das doch sofort die Frage auf: Ist mir alles erlaubt?
Ich denke nicht. Gerade jetzt spüren wir wie es sich anfühlt, wenn wieder etwas erlaubt ist, was uns vorher eingeschränkt hat. Doch der Satz geht weiter - aber nicht alles dient zum Guten - ist nützlich oder förderlich.
Das galt damals der Gemeinde in Korinth an die Paulus dieses schreibt und das gilt auch für uns heute noch.
Klar, wir haben viele Freiheiten, zum Beispiel die wiedergewonnene Freiheit des Reisens. Aber ist das immer gut, mit dem Flieger oder mit dem Schiff auf Kreuzfahrt zu gehen oder möglichst weit weg mit dem Auto zu fahren? Oder wie sieht es mit uns selbst aus? Was ist gut für uns und wissen wir das immer? Wie gehen wir selbst mit uns um? Achten wir auf unsere Gesundheit? Ruhen wir uns genug aus? Pflegen wir unsere Seele? Nehmen wir uns Zeit für „Gott und die Welt“ und fragen wir danach, was zum Guten dient?
Ganz klar, was zum Guten dient und was wir machen sollen, findet man auch in der Bibel im Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes über die Völker (Matthäusevangelium 25,31-46). Sie kennen das vielleicht unter der Überschrift „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“: denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben …
Bischof Joachim Wanke hat gemeinsam mit Mitarbeitenden aus der Caritas folgende Sätze zusammengetragen: Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu. Ich höre dir zu. Ich rede gut über dich. Ich gehe ein Stück mit dir. Ich teile mit dir. Ich besuche dich. Ich bete für dich. Das Alles dient dem Guten mit Blick auf den Nächsten.

Und im zweiten Satz heißt es „aber nichts soll Macht haben über mich“.
Wir sind frei mit unserer Zeit, mit unserem Geld und allen Zwängen, die uns scheinbar bestimmen. Was kann daraus Gutes entstehen? Wir können unseren Glauben damit in die Tat umsetzen und Gott darum bitten, dass es uns gelingt.

 

Wochenspruch: Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Eph 5,8b.9

Wochenpsalm:  Psalm 48,2–3a.9-15

Wochenlied:       EG 262/263  -  Sonne der Gerechtigkeit

Download:           ANgeDACHT 2021-30

 

Es grüßt Sie zum Wochenbeginn

Christiane Soyeaux
Leiterin der Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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19.07.2021

Gott hat uns das Wort gegeben, damit wir miteinander sprechen, leben und arbeiten können. Was für eine Gabe!

Phil Bosmans

Wertvolle Begegnungen

Geplant sind solche Begegnungen eher nicht und umso mehr bin ich immer wieder erstaunt, wie wertvoll und wichtig sie sind.
Ein Kurzurlaub im Schwarzwald. Oberhalb von Wolfach verläuft der Jakobs­weg und dort steht die St. Jakobuskapelle. Daneben ein Wohnhaus mit dem Türschild: “Hier wohnt Bruder Otto“ und die freundliche Einladung einzutre­ten. Bruder Otto lebt hier als Eremit und ist einer, der nach einer aufregenden Lebensreise seinen Platz gefunden und die Einsamkeit für sich entdeckt hat.
Er lässt uns teil haben an seiner Geschichte: Seine Kindheit verbrachte Otto bei den Großeltern. Später lernte er in Freiburg Buchdrucker, Schriftsetzer und Buchbinder. Es folgte eine wilde Zeit: er schloss sich der Punk-Szene an. Er berichtet von Demos, Hausbesetzungen, von Perspektivlosigkeit und persönlichen Schicksalsschlägen.
Doch dann hatte er seine wertvolle Begegnung mit einem japanischen Zen-Mönch. Der Mönch forderte ihn immer wieder auf, in sein Kloster nach Kyoto zu gehen. Irgendwann gab er nach, packte ein paar Sachen und wollte für zwei Wochen nach Kyoto. Daraus wurden dann fast drei Jahre und aus dem Punk wurde ein Mönch.
Als er zurück nach Freiburg kam, erinnerte nichts mehr an ihn. Seine alten Freunde meinten, er wäre gestorben. So ging er fort, machte Karriere und leitete schließlich eine große Druckerei. Er verdiente mehr als er verbrauchen konnte. Trotz Wochenendtrips im Maßanzug nach New York und schnellen Autos - das war nicht das Leben, das er wollte und so ging er einen ungewöhnlichen Schritt. Er verschenkte die Firma und sein Vermögen an die Belegschaft.
Er selbst verbringt nun Zeit in wechselnden Klöstern und entschließt sich für den Orden der Franziskaner. Er hat dann eine weitere prägende Begeg­nung: Mutter Theresa. Bruder Otto erzählt uns von der gemeinsamen Arbeit in Kalkutta, bringt uns Mutter Theresa aus ganz persönlicher Sicht nahe, beschreibt das unfassbare Elend in den Straßen und auf den Plätzen.
Bruder Otto berichtet von weiteren Reisen, von Tibet und zwei Mal den Franziskusweg nach Assisi. Es gibt wenig, was Bruder Otto nicht erlebt hat und ich freue mich auf sein Buch, dass bald erscheinen wird.
Wir wollen uns verabschieden. Aus einem geplanten kurzen Besuch wurden einige Stunden. Aber so einfach lässt er uns nicht gehen. Wir läuten zum Abschied die zwei Glocken der St. Jakobuskapelle und Bruder Otto sagt: „Damit die im Tal hören, dass ich Besuch habe.“

 

Segen

Unser Alltag ist voll unverhoffter Begegnungen mit Menschen,
die wir lange nicht gesehen haben, aber auch mit Menschen,
die wir nicht kennen.
Mit manchen kommt es zu einem längeren Gespräch,
mit anderen bleibt nur Zeit für ein paar Sätze.
Herr, lehre uns dankbar zu sein für diese Momente
und sie als Bereicherung für unser Leben anzusehen.
Segne uns und alle, denen wir in dieser Woche begegnen.

 

Wochenspruch:     So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.   Eph 2,19

Wochenpsalm:    Psalm 107, 1 – 9

Wochenlied:         EG 418  -  Brich dem Hungrigen dein Brot

Download:             ANgeDACHT 2021-29

 

Eine gute Woche mit wertvollen Begegnungen wünscht

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH

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12.07.2021

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Jesaja 43,1

Ich lese den Wochenspruch, schlage die Bibel auf und lese, wie es weitergeht: Jesaja 43,2: „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei Dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.“
Eine stärkende und mutmachende Zusage: „ich will bei Dir sein“, die so viel Kraft gibt und die für mich auch eine Aufforderung ist: Trau Dich, auch mal „gegen den Strom zu schwimmen“ oder „durchs Feuer zu gehen“, versuch es, wenn Du es von ganzem Herzen willst, schaffst Du es. „Fürchte Dich nicht, …; ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen.“, heißt es im Wochenspruch.
Gestern saß ich in einem Gremium, hörte viel zu, schwieg und spürte, wie mein Herz schneller schlug, weil ich dem Gesagten so gar nicht zustimmen konnte und eine ganz andere Sicht hatte. Eigentlich hatte ich kein Rederecht, war nur Gast. Doch dann hebe ich den Arm, bekomme das Wort und sage, was ich dazu denke. Wie sehr mich das Gesagte ärgert, wohin das aus meiner Sicht führt und was ich mir wünsche. Es waren nur ca. 2 Minuten, mein Herz schlug schnell, die Blicke sind auf mich gerichtet, ich spüre Unverständnis und Zustimmung im Raum. Keiner sagt etwas. Mir ist heiß. Es folgt ein Moment der Ruhe. Der Moderator dankt mir, einige nicken mir freundlich lächelnd zu und es geht weiter im Programm. Tja, was denken Sie, hat es was genutzt? Ich weiß die Antwort nicht, doch ich kann Ihnen versichern, es hat sich gut angefühlt. Ein bisschen wie durchs Feuer gehen und nicht zu versengen.
Austausch und Auseinandersetzung mit Respekt und Achtsamkeit sind mir im privaten und beruflichen Kontext wichtig. Dadurch hinterfrage ich mich immer wieder neu und verändere mein Denken und Handeln. Manchmal fühlt es sich an, wie das Schwimmen gegen den Strom oder das Gehen durch Feuer, doch im Vertrauen darauf, dass immer „einer mit mir geht, der‘s Leben kennt und mich versteht“ (ein schönes Lied im EG 209). Gelingt es mir mal mehr, mal weniger und es macht mir Freude, so durchs Leben zu gehen.

Ihnen allen wünsche ich von Herzen viel Freude auf Ihrem Weg. Mögen Sie die Herausforderungen der neuen Woche in Ihrer ganz eigenen Art angehen und haben Sie den Mut, das zu sagen und zu tun, was Ihnen am Herzen liegt.
Ihr Herz und Ihre Mitmenschen freuen sich darauf.


Wochenspruch:
  So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!  Jesaja43,1

Wochenpsalm:    Psalm 26

Wochenlied:         EG 200  -  Ich bin getauft auf deinen Namen

Download:            ANgeDACHT 2021-28

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Susann Plew
Sozialer Fachdienst Wohnen, Fliedners Lafim-Diakonie

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05.07.2021

Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

Römer 12,17b+18

Der Absatz im Römerbrief ist überschrieben „Das Leben in der Gemeinde“.
Wie wir wissen, ist das Zusammenleben, das Miteinander nicht immer leicht; egal ob in der Familie, unter Geschwistern oder auch im Arbeitsleben. Das war schon zu Paulus Zeiten so und deshalb heißt es auch „wenn möglich“.
Ja, wir Menschen haben eben Schwächen und Fehler und da ist es nicht immer leicht, mit allen Menschen im Frieden zu leben. Das gilt für den Weltfrieden genauso wie für unser alltägliches Leben, wobei es immer wieder vorkommt, dass wir nicht immer auf Gutes gegenüber jedermann bedacht sind.
Doch wir sollen uns bemühen, Friedensstifter werden und sein, im Großen und im Kleinen. Das heißt, wir können auf den anderen zugehen, der uns verletzt hat. Wir können um Verzeihung bitten, wenn wir andere verletzt haben. An vielen Orten der Welt gibt es kriegerische Auseinandersetzungen, da sind die Fronten verhärtet, da ist Diplomatie gefragt und ein Eintreten für den Frieden.
Wo Gutes bedacht und getan wird, da verliert der Unfriede, das Böse seine Macht. Und den ersten Schritt zu machen, fällt oft schwer, wenn es mit dem Nachbarn nicht so funktioniert oder in der Familie, auf der Arbeit. Doch wenn wir dem Nächsten freundlich und offen gegenübertreten, fragen was zwischen uns steht, dann gibt es einen Neubeginn und wir spüren wie gut es tut, Frieden untereinander zu haben. Dann können wir unsere ganze Kraft dazu nutzen, um Gutes zu gestalten. Ihnen fallen sicher auch noch viele Beispiele ein.
Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Lassen Sie uns gemeinsam daran denken, was gut ist für den anderen und für uns. Gelegenheiten, Gutes zu tun und sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen, gibt es viele, versuchen wir es gemeinsam

Im Segenslied: Komm Herr segne uns heißt es im dritten Vers
Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst, uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen,
die mit Tränen säen, werden in ihm ruh‘n.

 

Wochenspruch:  Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.  Epheser 2,8

Wochenpsalm:    Psalm 73  -  EG 733

Wochenlied:         EG 241  -  Wach auf, du Geist der ersten Zeugen

Download:            ANgeDACHT 2021-27

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche

Ihre Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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28.06.2021

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lasten tragen kann ganz unterschiedlich aussehen. Da gibt es Lasten, die kann ich sehen, Lasten zum Anpacken. Da werden beispielsweise neue Möbel geliefert, sperrig und schwer. Wie gut, wenn dann jemand mit zufasst. Und dann gibt es Lasten, die man nicht auf Anhieb erkennt. Sorgen in der Familie, im Beruf, Sorgen um die Zukunft oder einfach die Sorge, den Erwartungen nicht gerecht zu werden, alles das belastet.

Dabei wünschen wir uns doch alle ein unbeschwertes Leben, frei von Sorgen und Lasten. Aber wie sagte bereits William Shakespeares: „Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.“ Und so liegen Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander. Das scheint auch schon der Apostel Paulus so erlebt zu haben. Er ruft in seinem Brief an die Galater zum Lasten­ausgleich, zur Entlastung durch ein Miteinander auf. Einer trage des andern Last ist eine Aufforderung an uns alle, tätig zu werden, mit anzupacken. Auch wenn Paulus vor gut 2000 Jahren vielleicht andere Lasten im Blick hatte wie wir heute, so ist seine Aufforderung doch ebenso wichtig wie damals. Es geht um ganz praktische Nächstenliebe. Dazu müssen wir Lasten wahrnehmen und vor allem müssen wir bereit sein, uns auf unseren Nächsten einzulassen. Wir brauchen dafür offene Augen und Ohren, ehrliches Interesse und Aufmerksamkeit sind nötig und kein achtloses und oberflächliches Nebeneinanderher. Wer anderen hilft Lasten zu tragen, lernt viel über das eigene Menschsein.

Einer trage des andern Last- mich spricht diese Wechselbeziehung an, die in diesem Bibelvers steckt. Es geht nicht um Selbstaufopferung und einseitiges sich hingeben. Ein gutes Miteinander ist geprägt von gegenseitiger Unterstützung und Beistand. Wenn nur einer gibt und der andere nimmt, kommt es zu einem Ungleichgewicht. Einer ist der Starke und der andere der Schwache, das ist für keinen gut. Manfred Siebald beschreibt dies in seinem Lied „Gut, dass wir einander haben“ so:

„Keiner trägt nur immer andre; keiner ist nur immer Last.
Jedem wurde schon geholfen; jeder hat schon angefasst.“

Einer trage des andern Last- dieser Vers will uns auffordern, uns gegenseitig zu stützen und zu stärken. Und noch etwas will uns dieser Vers sagen: wir sind nicht allein unter­wegs. Andere gehen mit uns und Jesus möchte, dass ich für meinen Nächsten da bin.

 

Gebet:
Gott, schenke mir Augen, die offen sind für meinen Nächsten;
lass meine Ohren auch die leisen Töne hören,
die oft vom Lärm der Welt verdeckt werden;
lass mein Fühlen frei sein von Vorurteilen und Berührungsängsten;
lass mein Handeln in Ehrfurcht vor meinem Nächsten geschehen.
Gott, lass mich in allem, wie ich bin, wo ich bin und wer ich bin,
deinen Segen spüren und weitergeben.
Amen.

 

Wochenspruch:  Einer trage der anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal. 6,2

Wochenpsalm:   Psalm 42, 2 - 6

Wochenlied:        EG 495  -  O Gott, du frommer Gott

Download:            ANgeDACHT 2021-26

 

Eine gute und segensreiche Woche wünscht
Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

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21.06.2021

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Dieser Vers steht am Ende der Geschichte von Jesus und Zachäus. Jesus ist auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Jesus hat die "kleinen Leute" im Blick.
Er ist auf dem Weg durch Jericho, einem Naherholungsgebiet der damaligen Zeit. Die Stadt im Jordantal war auch Goldgrube für den Zoll. Dort lebt der Zöllner Zachäus. Er hat einen Wunsch: Jesus einmal aus der Nähe zu sehen. Dafür ist ihm keine Mühe zu groß. Ihm ist es egal, dass er sich lächerlich macht, als er auf einen Baum steigt, weil ihn keiner hier haben will. Jesus sieht Zachäus und hält an. Er lädt
sich bei ihm ein, einem Verachteten und Ausgestoßenen, der den Menschen mehr Geld abnimmt als er muss und es für sich behält. Es ist keine Anfrage, sondern eine Ankündigung. Jesus will Zeit mit Zachäus verbringen. Zachäus ist außer sich vor Freude.

Zachäus erhofft sich etwas von Jesus, sonst hätte er nicht die Kletterpartie auf den Baum auf sich genommen. Größeren Erfolg beim Abpressen der Zölle wird es nicht sein. Nein es scheint so, dass Zachäus Jesus sehnlichst zu sich wünscht. Er, der herz­lose Zolleintreiber sucht Jesus mit dem Herzen. Und Jesus lässt sich finden. Er kommt zu Zachäus. Jesus kommt zu den Menschen, die ihn herbeisehnen und das unabhängig von deren Vorgeschichte.

Jesus verspricht denen, die ihn von Herzen suchen sich finden zu lassen. Er ist nicht an der Vorgeschichte interessiert. Das ist die Umwertung, die Jesus betreibt. Durch seinen Tod am Kreuz wird unsere Vorgeschichte gestrichen. Für denjenigen, der Gott von Herzen gesucht hat, lässt Gott sich in Jesus finden.

Auch von uns will Jesus sich immer wieder finden lassen. Manchmal finden wir ihn in unserem Nächsten, für den wir ein Herz entwickeln. Oft finden wir auch unseren Nächsten in den Geschichten von Jesus, wenn wir sie an unsere Herzen lassen.

Die Begegnung mit Jesus macht aus Zachäus einen neuen Menschen. Für die anderen ist das schwer fassbar. Für sie ist er ein Verbrecher. Sie rechnen nicht mit der verän­dernden Kraft der Liebe Gottes. Derjenige, der aber Gott mit dem Herzen sucht, lässt sich auch von der Liebe Gottes verändern. Zachäus kehrt um. Die Begegnung mit Jesus hat einen anderen Menschen aus ihm gemacht. Er gibt Menschen Geld zurück. Jesus hat ihn selig gemacht, ihm seine Verlorenheit, seine Vorgeschichte abgenommen.

Lassen Sie uns Jesus auch von Herzen suchen. Jesus hat unsere Vorgeschichte am Holz des Kreuzes hängenlassen. Er ist uns voraus auferstanden. Folgen wir ihm nach.

 

Wir beten:
Gott, am ersten Tag der neuen Woche komme ich zu dir.
Ich suche dich mit meinem Gebet. In deinem Wort. In deinem Segen.
Ich öffne dir mein Herz und meine Seele, dass du in mir wohnen kannst.
Du bist mir willkommen. Wenn ich dich bei mir habe, muss ich meine Wege nicht allein gehen. Das gibt mir Mut und einen festen Schritt – heute und alle meine Tage.

Wochenspruch:     Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.   Lukas 19,10

Wochenpsalm:      Psalm 103

Wochenlied:           EG 353  -  Jesus nimm die Sünder an

Download:               ANgeDACHT 2021-25

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich
Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie gemeinnützige GmbH

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14.06.2021

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Neue Übersetzung ( Basisbibel): „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“

Matthäus 11, 28

Als ich in meinem Büro zu Hause auf den Rechner starre und mir so gerade nichts einfallen sollte, geht die Tür auf. Zwischen den ganzen Mails und Telefonaten fragten mich meine Kinder nach Unterstützung bei ihren Aufgaben im Homeschooling. Da dachte ich mir, ich kann doch auch einmal um ihre Unterstützung bitten und fragte, was sie mit den folgenden Sätzen und Wörtern verbinden:

„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“

Mit großen Augen staunten sie und waren bestimmt auch etwas stolz der Mama bei der Arbeit zu helfen. Sie sprudelten auch gleich los und sagten, dass sie unter abmühen verstehen, dass ich immer so viel zu tun habe. Ich fragte sie, ob es etwas gibt, wo auch sie sich abmühen. Da kam natürlich prompt die Aussage, dass sie sich in der Schule ganz viel Mühe geben. Mein Sohn meinte dann etwas zögerlich, dass er selbst in einem Spiel immer sein Bestes geben möchte. Und das bedeutet ein ganzes Stück Arbeit und Anstrengung. Das fand ich sehr interessant, dass selbst in den Stunden der Entspannung, wir immer bestrebt sind der Beste zu sein. Muss das so sein? Warum langt uns nicht auch einfach Spaß zu haben und den Moment zu genießen? Belastet uns der Umstand nicht immer der Beste zu sein? Meine Tochter meinte, wenn man belastet ist, fühlt man sich schlecht. Das ist in der Corona-Zeit das Gefühl, wenn man seine Freunde nicht treffen kann und alle großartigen Orte wie Karls Erdbeerhof geschlossen sind. Könnten wir dem nicht entfliehen? Ich gehe oft mit meiner Nachbarin spazieren. Sicherlich ist das für Kinder nicht so spannend wie Karls aber ist es nicht der Kontakt zu andern Menschen der uns bereichert? Das Spazierengehen haben wir vor der Pandemie nicht gemacht. Wir hatten doch keine Zeit! Und so ist es doch ein Zugewinn für uns. Eine Zeit in der wir gemeinsam entschleunigen und den Wald genießen. So frage ich mich, ob nicht jeder der belastet ist, seinen Ballast für ein paar Stunden von sich werfen kann, um den Moment zu genießen. Den Moment der Ruhe? Was bedeutet Ruhe? Keine Arbeit? Den Stimmen des Waldes lauschen? Versonnen mit Lego spielen? Auf dem Rücken eines Pferdes sitzen? Oder einfach mit einem Freund auf dem Trampolin springen? Ich denke jeder kann seinen eigenen Weg finden. Wichtig ist seine Kraft aufzutanken. Wir sollten loslassen von Sorgen und Ängsten. In diesem Sinne möchte ich Ihnen allen viel Kraft für die Woche wünschen.

Ines Bruns

 

Wochenspruch:         Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matt. 11,28

Wochenpsalm:          Psalm 36  -  EG 719

Wochenlied:              EG 213 - Kommt her, ihr seid geladen

Download:                 ANgeDACHT 2021-24

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07.06.2021

„Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht.“

Oscar Wilde

Ein Zitat, über das es sich lohnt kurz nachzudenken.
Wir alle kennen aus unseren Kindertagen das Kaleidoskop. Meist ein unschein­bares kleines Pappröllchen. Im Inneren befinden sich Spiegel und wenn man das Kaleidoskop vor dem Auge hin und her dreht, erkennt man immer wieder neue Muster. Aus dem scheinbaren Chaos kleiner bunter Perlen oder Schnipsel entsteht eine neue Ordnung- ganz überraschend, jedes Mal anders und immer wieder neu. Nichts bleibt wie es ist, alles ist im Wandel.
In unserem Leben ist das nicht anders. Manchmal gibt es Zeiten der Veränderung, in denen wir glauben zu versinken. Alle Anforderungen unter einen Hut zu bekom­men erscheinen unmöglich und es ist schwer, dass alles zu fassen und in eine Ordnung zu bringen- zu viele bunte Perlen und Schnipsel. Manchmal hilft es, sich dann zurückzunehmen. Die Dinge mit etwas Ruhe und Abstand betrachten, sich Zeit nehmen- das schafft Klarheit und zeigt Lösungen. Ebenso wie beim Blick durch das Kaleidoskop: Wenn ich es schnell und hektisch drehe, dann sehe ich nur ein Mischmasch aus Farben und erkenne kein Muster. Lasse ich mir aber etwas Zeit, kann etwas überraschend entstehen, mit dem ich zuvor nicht gerechnet habe. Ein schönes Bild für unser Leben. Veränderungen, oft unbequem, gehören zum Leben. Nicht wenige versuchen, Veränderungen aus dem Weg zu gehen oder sie zu verhindern. Aber das geht natürlich nicht.
Nicht immer verläuft unser Leben nach Plan. Noch einmal über „Los“ gehen, neu anfangen, alles hinter sich lassen, alles anders, besser machen. Wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Wir verändern uns ständig, machen Pläne, gestal­ten unser Leben. Entwicklung verlangt Veränderung. Wir werden aber nicht immer gefragt, ob wir diese Veränderung jetzt wollen. Wenn ich zurückblicke, fallen mir Erlebnisse ein, die ich am liebsten ausradieren würde. Das ist aber nicht möglich, weil sonst mein Leben unvollständig wäre. Leben ist nur durch Veränderung und Neubeginn vollständig. Auch die Unsicherheit, die wir bei manchen Entscheidun­gen verspüren, gehört mit zum Leben. Ja, sie macht es erst interessant. Denn in jedem Neuanfang liegt auch die Chance, etwas zu gewinnen. Wie sagte Oscar Wilde? - „Sich selbst zu überraschen ist, was das Leben lebenswert macht.“

Gebet:
Nicht jeder Tag ist geradlinig Herr.
Es gibt entspannte und anstrengende, geordnete und weniger geordnete Tage.
Doch an allen Tagen dürfen wir die Gewissheit haben,
dass du uns leitest und die Dinge ordnest.
Wir bitten Dich: sei auch heute an unserer Seite.
Amen

 

Wochenspruch:    Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.  Lukas 10,16

Wochenpsalm:      Psalm 34  -  EG 718

Wochenlied:           EG 365 - Von Gott will ich nicht lassen

Download:              ANgeDACHT 2021-23

 

 

Mit herzlichen Grüßen
Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

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31.05.2021

zuhören

Auf einem Granitblock am südlichen Rande des Zooviertels von Hannover sitzt seit 2007 eine kleine Bronzefigur, entworfen von der Künstlerin Ulrike Enders. Dargestellt ist Momo – das Mädchen aus dem gleichnamigen Roman von Michael Ende. Das große Ohr in ihren Händen deutet auf ihre besondere Begabung hin: Momo hatte die Fähigkeit, „ganz Ohr zu sein“. Michael Ende schreibt dazu: „So kam es, dass Momo sehr viel Besuch hatte. Man sah fast immer jemand bei ihr sitzen, der (..) mit ihr redete. Und wer sie brauchte und nicht kommen konnte, schickte nach ihr, um sie zu holen. Und wer noch nicht gemerkt hatte, dass er sie brauchte, zu dem sagten die anderen: ‚Geh doch zu Momo!‘“ Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: Zuhören.

Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher sagen, Zuhören kann doch jeder! Aber, das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Men­schen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.
Es ist ein großer Schatz, wenn wir in unserem Bekannten- und Freundeskreis und bei unserem Dienst in der Lafim-Diakonie so eine „Momo“ haben – oder selbst in der Lage sind, anderen „ein Ohr zu schenken“. Ich glaube unser größtes Kommunikations­problem ist: Wir hören nicht zu, um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten. Wahrscheinlich kennen die meisten von uns diese Erfahrung: dass wir beim Zuhören gedanklich schon längst mit unserer eigenen schlauen Antwort beschäftigt sind. Ich ertappe mich leider auch des Öfteren dabei oder werde dabei ertappt.

Wenn wir verlernen, wirklich zuzuhören, verlieren wir den Kontakt zu anderen Men­schen genauso wie den Kontakt zu Gott. Gleichzeitig verlieren wir mit der Fähigkeit
zum Zuhören auch die Möglichkeit, uns korrigieren zu lassen und weiterzuentwickeln.

Die Bibel fordert immer wieder auf, bewusst zuzuhören. Als Jesus seine Jünger los­schickt, gibt er ihnen mit auf den Weg: „Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich“. Dahinter steckt die Erinnerung, dass Gott immer wieder auch durch andere Menschen zu uns spricht.

In jeder menschlichen Begegnung, in jedem Gespräch kann es geschehen, dass Gott uns begegnet und zu uns spricht. Gerade deshalb ist es so wichtig, empfänglich zu bleiben für das leise Reden Gottes inmitten der unzähligen äußeren und inneren Stimmen, die unsere Ohren und Herzen täglich bombardieren. Wir brauchen das „Momo-Ohr“, um wachsam zu sein für die oft leise und zarte Stimme, die dabei hilft, Gottes Spuren zu entdecken – in unserem kleinen Alltag und in der großen Welt.

 

Wochenspruch:     Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und
die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des
Heiligen Geistes sei mit euch allen.   2.Korinther 13,13

Wochenpsalm:       Psalm 27  -  EG 714

Wochenlied:            EG 139  -  Gelobet sei der Herr

Download:               ANgeDACHT 2021-22

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie gemeinnützige GmbH

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24.05.2021

Pfingsten: Der Wind weht, wo er will.

Johannes 3,8
Pfingsten das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Dazu fällt mir spontan ein Lied, ein Song von 1977, ein.

Dein Geist weht, wo er will, wir können es nicht ahnen.
Er greift nach unseren Herzen und bricht sich neue Bahnen.
Dein Geist weht, wo er will, er spricht in unsre Stille,
in allen Sprachen redet er, verkündet Gottes Wille.
Dein Geist weht, wo er will, ist Antrieb für die Liebe,
die Hoffnung hat er auferweckt, wo sonst nur Trauer bliebe.
Dein Geist weht, wo er will, er ist wie ein Erfinder,
aus Erde hat er uns gemacht, als seines Geistes Kinder.

Melodie: Ludger Edelkötter, Text:W. Poeplau

 

Das heißt für mich, wir können mit Gott, mit Gottes Geist, rechnen. Er ist da, wenn wir an unsere Grenzen kommen. Er kann uns; er kann die Welt verändern. Wir fragen uns manchmal: Wie geht es weiter? Was bringt die Zukunft für mich für die anderen?
Die Zuhörer damals in der Pfingstgeschichte verstanden die Worte und merkten, Gottes Geist verbindet und er schafft Veränderung. Der Geist war damals spürbar und ist es auch heute, wie es im Lied heißt: er ist Antrieb für die Liebe, er kann Hoffnung geben.
Wir können im Vertrauen auf Gottes Geist aussprechen was uns belastet, was uns einengt, im Geist gefangen hält. Wir dürfen uns tragen lassen von dem Windhauch, wie es im Vers aus dem Johannesevangelium heißt.
Pfingsten ist eine verrückte Geschichte, aber vielleicht müssen wir gerade “verrückt“ werden, um das Leben neu zu bewerten, es mit anderen Augen zu sehen.

 

Gebet

Schick einen Windhauch, Gott, der meine Haare streichelt.
Schick einen Windhauch, Gott, der mir im Rücken bläst.
Schick einen Windhauch, Gott, der mein Innerstes belebt.
Schick einen Windhauch, Gott, der mich ins Weite führt.      Amen.

 

Wochenspruch:    Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.  Sach. 4,6b

Wochenpsalm:      Psalm 118  -  EG 747

Wochenlied:          EG 129  -  Freut euch, ihr Christen alle

Dowonload:           ANgeDACHT 2021-21

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest

Ihre Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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17.05.2021

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Letzte Woche war Christi Himmelfahrt und nun ist Jesus weg! Aber so stimmt das ja nicht, denn er verspricht den heiligen Geist, eine tröstende Kraft, die uns nicht allein lässt. Das Kommen dieser tröstenden Kraft feiern wir dann am kommenden Sonntag, an Pfingsten!

Abschied nehmen gehört zum Leben, ob wir es wollen oder nicht und oft macht der Abschied erst deutlich, was uns ein Mensch, ein Ereignis oder eine gemeinsame Zeit bedeutet hat und: ein Abschied ist auch immer ein Wendepunkt.
Die Jünger Jesu hatten so einige Wendepunkte durchgemacht. Sie sind ihm nach­gefolgt, haben ihr bisheriges Leben aufgegeben, haben ihm bedingungslos vertraut und geglaubt. Dann kommt Karfreitag, zweifellos der Tiefpunkt. Ostern erleben sie nur zurückhaltend, sie brauchen Zeit, um zu begreifen. So berichtet die Bibel von Thomas: Er will sehen und fühlen, erst dann glauben (Joh.20, 24-31). In der Bibel heißt es, dass Jesus sich vierzig Tage lang nach seiner Auferstehung immer wieder den Menschen gezeigt hat, ist als Auferstandener unter ihnen. Das gibt Sicherheit und Kraft, auch wenn die Jünger wussten, dass auch diese Zeit endlich ist. Dann, nach diesen vierzig Tagen – so in der Apostelgeschichte – „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, eine Wolke nahm ihn auf, und entzog ihn ihren Blicken.“  (Apg 1,9). Nun ist Jesus weg. Seltsamerweise waren die Jünger weder traurig, noch enttäuscht. Er hatte ihnen so vieles erklärt, ihre Fragen beantwortet. Die Bibel berichtet sogar, dass sie „voll Freude“ waren, denn Jesus hatte ihnen versprochen, sie nicht allein zu lassen, hatte ihnen seinen Geist verheißen. Und wie immer vertrauen die Jünger auf Jesus: Jesus sorgt vor.
Pfingsten war es dann so weit: Der Heilige Geist, den Jesus versprochen hatte, kam auf die Erde. Pfingsten erinnert daran, dass Gott die Menschen nicht allein lässt, es will uns Kraft, Mut und Zuversicht schenken. Diese Zuversicht hat ihren Grund im Vertrauen auf Gott selbst, der uns in Jesus Christus begegnet ist. Jesus Christus, der in allem was wir tun und erleben unter uns wirksam sein will. Sich darauf einzulassen, dazu lädt Pfingsten ein.

 

Pfingsten
Tag des Wortes
Sprachgeburt
gelöste Zungen
Redefluss
der Kreis der Trauer hat sich geschlossen
alles wird neu
beginnt von vorn
am Anfang war das Wort
das Wort bei Gott
das Wort ist Gott
es kommt im wehenden Geist zur Welt
um seine Freundschaft zu verkünden
in unserer eigenen Sprache                                                  Hildegard Aepli

 

Zitat:
Du hast einen Auftrag für alle, und wäre es nur ein freundlicher Gedanke, ein Gruß, ein stummes Gebet.                  Eva von Tiele-Winkler

 

Wochenspruch:    Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Johannes 12,32

Wochenpsalm:      Psalm 27,1.7-14   - EG 714

Wochenlied:          EG 128  - O komm, du Geist der Wahrheit

Download:             ANgeDACHT 2021-20

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

 

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

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09.05.2021

Rogate

Als ich sagte, ich könne einmal das ANgeDACHT schreiben, wurde mir dieser Sonntag zugeteilt, der 9. Mai. Betet! Ausgerechnet. Dabei bete ich doch gar nicht. Na ja - so gut wie nie. Und dann noch im Imperativ - Beten als Kommando, wie soll das denn bitte gehen?
Als ich Kind im Missionsinternat war, wurde jeden Abend um 7 eine Andacht gehalten. Am Ende wurde gebetet - reihum. Es fühlte sich wirklich an wie ein Befehl: "Bete!" Ich musste irgendetwas sagen und sagte dann irgendwas Unverfängliches wie "Lieber Gott, lass morgen das Wetter wieder schön werden, damit wir wieder Spaß im Pool haben können." Dabei war mir das Wetter völlig egal - ich liebte den afrikanischen Regen, und ohnehin kletterte ich lieber auf Bäume als zu schwimmen. Aber ein paar Worte, die als Gebet identifizierbar waren, musste ich ja von mir geben...
Das ist wohl so gar nicht das, was Søren Kierkegaard meinte mit seinem "Still­werden" und "Hören", oder Gandhi mit seiner "Sehnsucht der Seele". Beten soll doch nicht zum Schein sein, zum Gut-Dastehen, weil es andere wollen ... oder?

Ich glaube, wenn ich heute regelmäßig ernsthaft beten würde, wäre es vielleicht so:

"Ich erkenne, dass ich angewiesen bin auf Liebe und Gnade.
Ich sehe ein, ich schaffe es nicht allein.
Ich erkenne meine Hilflosigkeit an und lasse mich fallen.
Ich vertraue darauf, dass es etwas Größeres gibt, das mich auffangen wird.
Erst macht das Loslassen Angst - und dann frei.
Dadurch öffne ich mich für Gottes Gnade."

Was dann kommt, weiß ich noch nicht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass ich dann zugänglicher wäre zu hören auf Gottes Wunsch für mich und mein Leben, und wie ich für andere wirken soll.
Vielleicht versuche ich es mal - aus ganz freien Stücken.

„Ein Gebet ist keine Bitte. Es ist eine Sehnsucht der Seele. Im Gebet ist es besser ein Herz zu haben ohne Worte als Worte ohne Herz.“ Mahatma Gandhi

„Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Redet ist, ich wurde ein Hörer.“ Søren Kierkegaard

 

Wochenspruch:    Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.   (Psalm 66,20)

Wochenpsalm:      Psalm 95,1-7a

Wochenlied:           EG 344 – Vater unser im Himmelreich

Download:               ANgeDACHT 2021-19 

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Silvia Grimmsmann
Fliedners Lafim-Diakonie

 

 

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03.05.2021

„Alle, die mein Vater mir anvertraut, werden zu mir kommen. Und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Johannes 6;37

In unserem Leben haben wir diverse Arten von Gemeinschaften. Viele arbeiten bei­spielsweise in einem Team. In einem Team hat jeder seine Aufgabe, ist wertvoll für das Ergebnis der Gruppe.

Man verlässt sich auf andere und ist gleichzeitig für andere da, um zu unterstützen. Und doch erlebt man, wie Personen zwar da sind, sich aber distanzieren, weil sie z.B. bestimmte Entscheidungen nicht billigen oder Richtungen nicht mittragen. In manchen Fällen spricht man sogar von der inneren Kündigung.
Wie kommt es dazu? Meist ist es ein schleichender Prozess, dessen Beginn man gar nicht so genau benennen kann. Wichtig ist in Kommunikation zu bleiben, zusammen über die Themen zu sprechen und gemeinsame Ziele zu definieren. In der modernen Arbeitswelt ist ein jeder von uns stark eingespannt. Manchmal ist man so fokussiert auf eine Aufgabe, dass man den Blick für das Team aus den Augen verliert. Das gilt im Besonderen für Führungskräfte.

Im Johannesevangelium wird dazu ausgeführt „Ich soll keinen von denen verlieren, die er mir anvertraut hat“. Wir alle Teammitglieder müssen uns regelmäßig bewusst machen wie wertvoll die Gemeinschaft ist und dass man – wie bei einer Ehe – kontinuierlich daran arbeiten muss, damit ein Team nicht nur eine Ansammlung von Menschen ist, sondern eine Gemeinschaft wird und bleibt.

Meine Empfehlung sind regelmäßige Gruppenrunden. Jeder muss dort vorurteilsfrei seine Meinung sagen können und eingebunden sein. Nur in einem Klima des Respektes und der Wertschätzung gedeiht die Gemeinschaft.
Jeder sollte sich die Frage stellen: Zielt meine Mitarbeit im Beruf oder in Gemein­schaften nur auf eigene Vorteile oder bin ich bereit, andere zu fördern? Bin ich bereit meine eigenen Interessen zurückzustellen?

Das Nachdenken darüber zeigte mir einmal mehr die Dankbarkeit in einem Team zu arbeiten und demütig auf die Erfolge zurückzublicken, die wir erreicht haben. Jeder Einzelne hat dazu einen wertvollen Betrag geleistet. Gleichwohl zeigte es mir, dass es Teammitglieder gibt, die Unterstützung benötigen. Denn trotz der erreichten Ziele heißt es nicht, dass es keinen gibt, der Unterstützung gebrauchen kann.

In diesem Sinne grüße ich Sie zum Wochenstart und lassen Sie uns in Gemeinschaft aufeinander achten.

 

Wochenspruch:    Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Psalm 98,1

Wochenpsalm:      Psalm 98 - EG 739

Wochenlied:          EG 302, Du meine Seele singe

Download:              ANgeDACHT 2021-18

 

Sebastian Beck
Leiter des Fachbereiches IT

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26.04.2021

„Wohl dem der gütig ist, zum Helfen bereit.“

Psalm 112,5

Die Bibel bietet eine Vielzahl Berichte und Erzählungen, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Da begegnen wir zum Beispiel dem barmherzigen Samariter (Lukas 10,30-35).

Die Geschichte ist ein Sinnbild der Fürsorge und beschreibt diakonisches Handeln vor 2000 Jahren.
Heute verbindet man mit dem Wort Samariter nur positives. Der Duden definiert Samariter als einen selbstlos helfenden Menschen. Das war zu Jesu Zeiten ganz anders. Samaritaner galten als gewalttätig, abtrünnig und kein frommer Jude wollte mit ihnen etwas zu tun haben. Und da erzählt Jesus diese Geschichte von einem Schwerverletzen in der Wüste, auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho. Ein frommer Priester und ein Levit auf dem Heimweg vom Tempel, beides Vor­bilder der Frömmigkeit und der Gesetzestreue, gehen vorüber, ohne zu helfen. Und dann kommt ein Samaritaner, einer aus dem niederen Volk, der als gottlos verschrien ist, ausgerechnet der hat ein Herz und packt an…
Jesus will uns mit dieser Geschichte den Spiegel vorhalten. Vorurteile und Feindseligkeiten, das bewegt uns bis heute. Er gibt zu bedenken:
Was einen Menschen wirklich ausmacht, das sehen wir nicht, wenn er in der Öffentlichkeit vor aller Augen seinen Dienst tut, wie der Priester und der Levit im Tempel. Nein, was in einem Menschen steckt, das erkennen wir, wenn er auf dem Heimweg ist, scheinbar unbeobachtet.
Was einen Menschen wirklich ausmacht, erfahren wir nicht, wenn wir auf das hören, was alle über ihn sagen, sondern nur, wenn wir uns selbst ein Bild von ihm machen.
Was in einem Menschen steckt, darüber geben weder sein Name Auskunft noch seine Herkunft, weder sein Beruf noch seine Stellung, sondern: sein Handeln. Nur darauf kommt es an.
Wenn der Samariter in uns sich aus freien Stücken meldet und sich nicht ab­schrecken lässt von Bildern der Not und auch nicht von der Gefahr ausgenutzt zu werden,
wenn der Samariter in uns auf seine Stimme und Gefühl hört und hofft, dass doch die Vernunft irgendwann siegt,
wenn der Samariter in uns einfach mal anfängt, ohne an das Ende zu denken,
dann ist die Frage längst beantwortet, ob die Erzählung vom barmherzigen Samariter nur eine schöne Geschichte ist…

 

Segen:

Ich will ein Segen sein für die Menschen, die mir begegnen.
Ich will ein Segen sein für die Schöpfung, die mich umgibt.
Ich will ein Segen sein und dich erkennen in meinem Gegenüber.

 

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Wochenpsalm:   Psalm 66, 1 – 9

Wochenlied:        EG 110 – Die ganze Welt, Herr Jesu Christ

Download:            ANgeDACHT 2021-17

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Woche. Bleiben Sie gesund und behütet.

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

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19.04.2021

„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Johannes 10,11a.27-28a

Psalm 23 ist das bekannteste Gebet aus der Bibel. Viele können es heute noch mitsprechen.

Gott ist mein Hirte. Heute sieht man nur noch selten Hirten mit ihren Schafherden. Aber vielleicht erinnern Sie sich an so eine Szene aus Ihrer Kindheit oder Jugend: Der Hirte, oft groß und kräftig, hat einen Hirtenstab in der Hand. Damit wehrt er die gefährlichen Tiere wie Wölfe ab. Mit dem Stab hält er auch die Schafe zusammen. Wenn eines in die falsche Richtung läuft, dirigiert er es wieder zurück. Er passt auf, dass keines seiner Tiere verloren geht. Der Hirte kennt seine Tiere genau. Sie sind ihm anvertraut. Das Zögerliche stupst er manchmal an. Das Mutige läuft immer ganz vorn mit. Eins weiß die besten Weiden sehr zu schätzen. Ein anderes vertritt sich schnell einen Fuß. Dann trägt der Hirte es eine Weile.

Gott ist mein Hirte. Er kennt mich. Er weiß, wie es mir geht. Wenn ich zögere, dann stupst er mich an. Wenn ich den Kopf hängen lasse, schenkt er mir Mut. Er freut sich, wenn ich mich freue. Immer wieder will er mir Gutes schenken. Vielleicht ist das auch eine grüne Wiese, auf der ich sitzen kann. Die Sonnenstrahlen, die mein Gesicht wärmen und der warme Wind, der mein Boot in Fahrt bringt. Das fröhliche „Guten Morgen“ der Betreuungskraft.

„Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ Der Hirte zieht mit seiner Herde weiter, wenn die Wiese abgegrast ist. Er hat kein festes Haus, sondern wohnt in einem Zelt. Die Schafe haben nicht nur einen Stall. Der Hirte findet immer neue Plätze, wo sie sicher und geborgen sind.

Gott ist mein Hirte. Er zieht mit mir, wenn ich in ein anderes Haus komme. Ins Krankenhaus. In eine neue Umgebung, die mir fremd ist. In Gottes Haus werde ich immer bleiben. Dort bin ich geborgen. Hier auf der Erde und einst für alle Zeit.

 

Wir beten:
Jesus Christus, du bist der gute Hirte. Du kennst mich. Du sorgst für mich.
Du hast mir Gutes geschenkt. Daran denken wir in einem Moment der Stille: […]
Bleib auch in den dunklen Stunden an meiner Seite.
Lass mich spüren, dass ich nicht allein bin.
Bleibe bei mir an jedem Ort und zu jeder Zeit.

 

Wochenspruch:  Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.  Johannes 10,11a.27-28a

Wochenpsalm:   Psalm 23

Wochenlied:        EG 274 oder EG 358

Download:            ANgeDACHT 2021-16

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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12.04.2021

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“

Johannes 20,29

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ heißt es im Johannesevangelium.
Jesus sagt dies zu Thomas, einem seiner Jünger, der sich nicht vorstellen kann, dass Jesus auferstanden ist, wie die anderen berichten.
Er möchte ihn sehen, ihn anfassen, er will es begreifen und verstehen.
Uns wäre es doch vielleicht genauso gegangen. Thomas durfte die Erfahrung machen, dass Jesus vor ihm stand. Für uns gilt auch heute: Jesus lebt, er hat den Tod überwunden, der Tod hat nicht das letzte Wort. Wir dürfen genau wie die Jünger damals uns darauf verlassen, dass Gott es gut mit uns meint, auch in Situationen die ausweglos scheinen. Um uns herum gibt es viel Leid, Krankheit, Hunger und Not und man könnte verzweifeln, wenn man die Nachrichten im Fernsehen und Radio hört. Und doch gibt es immer wieder Hoffnung und Menschen die sich berufen fühlen, dies zu ändern, weil ihr Glaube und die Gemeinschaft der Christinnen und Christen sie trägt.
Es gibt Wichtiges im Leben, das kann man nicht sehen und nicht anfassen, aber erfahren, glauben. Lassen Sie uns darauf vertrauen, dass es immer einen Neubeginn gibt. Wir haben Frieden mit Gott und den Menschen und lassen uns so in den Dienst zum Nächsten berufen, wie Jesus es uns vorgelebt hat.

Bei Lothar Zenetti kann man lesen, was wichtig ist und was man erfahren kann.
Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter.
Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.
Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen Alles in einem anderen Licht.

 

Gebet
HERR, wir danken dir, dass du da bist,
auch wenn wir dich nicht sehen und dass wir dir alle unsere Sorge anvertrauen dürfen.
Bleibe bei uns und führe uns auf einen guten Weg.

 

Wochenspruch:    Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1.Petrus 1,3)

Wochenpsalm:      Psalm 116 - EG 746

Wochenlied:           EG 108 – Mit Freuden zart

Download:               ANgeDACHT 2021-15

 

Möge eine gute Woche vor Ihnen liegen, bleiben Sie gesund und behütet.

Christiane Soyeaux
Stabsstelle Christliches Leben und Diakonie

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04.04.2021

Auf dem Weg nach Emmaus

Lukas 24,13 - 32

Die Erzählung von den Emmaus-Jüngern (Lukas 24,13-32) gehört zu den beliebtesten Stellen der Bibel. Sie spricht Erfahrungen an, die viele Menschen zu allen Zeiten sehr gut teilen konnten und können. Es fällt nicht schwer, uns in die Rolle der Jünger hineinzuversetzen und mit ihnen unterwegs zu sein.

Zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus – tieftraurig, erschöpft, sprachlos. Sie fliehen von dem Ort, an dem sie alle ihre Hoffnungen verloren. Jesus wurde ein Opfer von Hass und Intrigen. Der, zu dem sie aufgeschaut hatten, wurde hingerichtet und begraben. Sie hatten ihn Messias genannt. Angesichts des Leidens und Sterbens Jesu scheint ihnen das Bild, dass sie von ihm hatten, zerbrochen. So schnell können Träume zerplatzen. Auch wir kennen das Gefühl. Da geschieht etwas Unvorstellbares, was uns den Boden unter den Füßen weg­zieht und auch die Jünger werden sich gefragt haben, was nun werden soll.

Doch Jesus ist auferstanden und lässt sie in ihrer Not nicht allein. Er schließt sich ihnen unerkannt an und geht mit ihnen gemeinsam die Straße nach Emmaus. Er begleitet sie und er fragt, was sie beschäftigt, hört ihnen geduldig zu. Wir erleben Seelsorge: mitgehen, reden lassen, zuhören, Zeit schenken und Zeit lassen. Erst als die Jünger sich alles von der Seele geredet haben, antwortet Jesus. Er spendet Trost und macht ihnen deutlich, dass alles, was in den letzten Tagen in Jerusalem passierte, vorbestimmt war. Er erklärt ihnen die unbegreiflichen Ereignisse und sie beginnen zu verstehen. Die Jünger haben gespürt, hier ist einer, der nicht nur zuhört, sondern der auch eine Ahnung von dem hat, was sie beschäftigt, der Antworten auf ihre Fragen hat. Als der Fremde gehen will, bitten sie ihn: Bleibe bei uns, denn es wird Abend, der Tag hat sich geneigt. Jesus folgt der Einladung, Als er mit ihnen das Brot bricht, da endlich erkennen sie Jesus. Hoffnungslosigkeit wandelt sich in Freude und es gibt für sie kein Halten. Sie müssen zurück nach Jerusalem und erzählen, was sie erlebt haben.

Und auch wir können unsere Emmaus-Erfahrungen machen:

Emmaus ist, wo wir uns aufmachen.
Emmaus ist, wo wir miteinander reden.
Emmaus ist, wo wir Fremde zulassen.
Emmaus ist, wo wir das Brot brechen.
Emmaus ist, wo Glaube weitergegeben wird.

Irischer Segen:
Möge es in deinem Leben keine verschenkten Tage geben,
aber viele, die Du anderen schenkst.

 

Wochenspruch: Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.   Offb. 1,18

Wochenpsalm: Psalm 118  -  EG 747

Wochenlied: EG 100 - Wir wollen alle fröhlich sein

 

Eine gute Woche wünscht Ihnen

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

 

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29.03.2021

Sagt zu der Tochter Zion: Sieh doch: dein König kommt zu Dir! Er ist freundlich und reitet auf einem Esel, einem jungen Esel – geboren von einer Eselin.

Matthäus 21,5 (Basisbibel)

Wir feiern bald Ostern. Dazu gehört Palmsonntag und auch die ernsten Feiertage Gründonnerstag und Karfreitag. Wir begleiten Jesus in dieser Woche auf seinem schweren Gang bis zu seinem Tod am Kreuz.

Wir können die Geschichte in der Bibel im Matthäusevangelium, Kapitel 21,1-9 nachlesen:
Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs nach Jerusalem zum Passafest. Viele Leute sind mit ihnen zusammen auf der Straße. Jesus hat die Tage vorher im ganzen Lande gepredigt und die Kranken geheilt. Jetzt will er nach Jerusalem zum Tempel Gottes. Es hat sich herumgesprochen: »Hier kommt der Retter, den Gott uns schickt.«  Die Leute denken dabei allerdings an einen starken König, der mit vielen Soldaten kommt und auf einem schnellen Pferd reitet. Jesus ist schon in der Nähe der Stadt. Er muss nur noch über den Ölberg ziehen, der ein wenig höher liegt als der Berg Zion, auf dem die Stadt Jerusalem und der Tempel gebaut sind.

Jesus kommt als König und doch anders als erwartet: Er reitet auf einem Esel, ganz sanft und still und verletzlich. So stellt sich Jesus an die Seite der Schwachen in dieser Welt und macht uns damit deutlich: Ihr seid nicht allein. Ob das die Leute wohl verstehen können? Sie begrüßen Jesus mit großer Freude und machen ihm den Weg schön mit Palmenzweigen.

Wie gehen wir, wie gehen Sie in diese Karwoche?

Lasst uns neu begreifen, was wir von Jesus lernen können und beten:
Du bist unser Vater und wir gehören zusammen als Gemeinschaft der Kinder Gottes, wir sind nie allein, auch nicht in schweren Zeiten.
Lass uns darauf achten das auch wir an der Seite der Schwachen stehen.
Hilf uns, zu vergeben, wo andere uns verletzt haben, und hilf uns Vergebung anzunehmen.
Bewahre uns vor Selbstzufriedenheit und Bequemlichkeit, dass wir nicht nur uns selbst sehen, sondern auch die, die uns brauchen. Amen

Im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 13 finden Sie das passsende Lied dazu:

Tochter Zion, freue dich! Jauchze, laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir!
Ja er kommt, der Friedenfürst.
Tochter Zion, freue dich! Jauchze, laut, Jerusalem!

Wochenspruch: Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Joh.3 ,14b.15

Wochenpsalm: Psalm 69  –  EG 731

Wochenlied: EG 91  –  Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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22.03.2021

Judika – 5. Sonntag der Passionszeit

lateinisch:  judica me       deutsch:  richte mich
Die Frage nach dem „Warum?“

Warum gibt es böse Menschen?
Warum gibt es unheilbare Krankheiten? Warum gibt es Corona?
Warum muss ich unter den Beschränkungen leiden? Warum hat Gott das zugelassen?
Ist Gott gerecht?

Was mich zu Boden schlug, war Gottes Hand!

Dieser Satz steht in der Bibel. Und er wurde gesprochen von einem rechtschaffenden, redlichen und gottesfürchtigen Mann. Einen Mann, der auf drastischer Weise erfahren hat, was Leiden heißt. Warum?

Hiob war ein Mann, der reich an Gütern und Leben war. Er war fromm und hatte eine Beziehung zu Gott, die auf dem ersten Blick nichts erschüttern konnte. Und dann, wie aus dem Nichts, verliert er alles. Erst alles Materielle, dann die Menschen, die er liebt und zuletzt seine Gesundheit. Warum lässt Gott das zu?
Alle Freunde, die Hiob zur Seite eilen, können ihn weder helfen, noch können sie die Frage nach dem Warum beantworten. Die Frage nach dem Warum kann niemand beantworten. Das ist in den meisten Fällen bis heute so geblieben.
Aber Hiob hat uns gezeigt, dass das Leiden ein Ende hat. In dem Moment, in dem Hiob aufhört zu Fragen, warum ist das so geschehen, in dem Moment, wo er die Perspektive von der Vergangenheit in die Zukunft wechselt, in dem Moment, wo er nicht nach dem Grund, sondern nach dem Ziel Ausschau hält, in diesem Moment hat Hiob seine Rettung gefunden.
Bei Hiob hat es geholfen, die Gerechtigkeit Gottes nicht in Frage zu stellen. Seine ganze Hoffnung auf Gott auszurichten und ihm zu vertrauen. Hiob ist überzeugt davon, dass etwas Großartiges geschehen wird. Er sieht das Ziel und den Plan Gottes. Wenn das Elend am größten ist, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, auf sein Ende zu hoffen.

Vielleicht hilft es auch uns ab und zu mal, die Perspektive zu wechseln. Nicht zu fragen, warum muss ich dies oder warum muss ich das. Sondern darauf zu vertrauen, dass es richtig ist, dies oder das zu tun oder zu dulden. Viel zu oft verzetteln wir uns bei der Bewältigung der alltäglichen Probleme, stehen vor Hindernissen und wissen manchmal einfach nicht weiter. Vielleicht kann es uns helfen, in solchen Momenten innezuhalten, ein paar Schritte zurückzu­gehen und auf das große Ganze zu schauen. In die Zukunft zu schauen, anderen zu vertrauen und zu hoffen, dass alles gut wird. Den Glauben daran, dass das Leiden nicht das letzte Wort behält, sollten wir uns bewahren. Vertrauen, Glaube und Hoffnung.

Wochenspruch: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Mat. 20, 28

Wochenpsalm: Psalm 43  -  EG 724

Wochenlied: EG 76  –  O Mensch, bewein dein Sünde groß

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.
Daniella Haase

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15.03.2021

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12,24

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt…“ So beginnt der Bibelspruch, der uns durch diese Woche begleitet. Die Bibel spricht oft und gern in Bildern. Ein Weizenkorn, dass nicht ausgesät wird, kann keine Frucht bringen. Es verliert seine Kraft, bleibt allein. Nur im dunklen und feuchten Ackerboden beginnt das Korn zu keimen und es wächst aus ihm neues Leben. Dabei kann ein Korn bis zu drei Ähren hervorbringen mit insgesamt etwa einhundertzwanzig Weizenkörnern. Aus eins wird einhundertzwanzig. Ein schönes Bild, das uns hier die Bibel malt. Aber was will dieses Bild uns sagen? Für welche Wirklichkeit steht es?
Gern vermitteln uns die Medien Bilder von „Siegern“ und „Machern“, oft geprägt von Selbstfindung und Selbstdarstellung. Der große Markt der Ratgeberliteratur erklärt uns dann, wie das geht, was uns stark macht und zum Erfolg führt. Sicher ist daran auch vieles richtig, aber ist es immer das Richtige?

Auch Jesus hätte aufstrebend leben können. Er hatte viele Anhänger im Volk und ständig wurden es mehr. Gute Voraussetzungen für Erfolg, Status, Reich-tum und Macht. Doch Jesus hatte eine andere Sicht, ging einen anderen Weg: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“. Jesus hat sein Leben nicht für sich selbst gelebt. Auch er hatte Ziele, aber dabei strebte er nicht nach Ehre, Größe und Selbstbestätigung. Er hat sein Tun und sein Leben den Menschen gewidmet und hingegeben. Und wie beim Weizenkorn bedeutet Jesu Sterben nicht das Ende. Mit der Auferstehung beginnt neues Leben. Er ist überall gegenwärtig und möchte uns mit auf seinen Weg nehmen. Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die nicht nur ihr eigenes Wohlergehen, ihr eigenes Interesse, ihre Lebensqualität im Blick haben. Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die alle Facetten des Lebens wahrnehmen und danach handeln. Wer auf diesen Weg Jesu nachfolgt, erfährt ein erfülltes Leben und bringt wie das Weizenkorn viel Frucht für alle.

Segen
Mögen Zeichen an der Straße Deines Lebens sein, die Dir sagen, wohin Du auf dem Wege bist. Mögest Du die Kraft haben, die Richtung zu ändern, wenn Du die alte Straße nicht mehr gehen kannst.

 

Wochenspruch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Joh 12,24

Wochenpsalm: Psalm 84 - EG 734
Wochenlied: EG 98 – Korn das in die Erde

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter

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08.03.2021

„Gottes Liebe ist wie die Sonne, sie ist immer und überall da“

So heißt es in einem Lied

Wir kennen das Gefühl aus eigenem Erleben in der Familie und besonders in den Diensten für Menschen im Alter aus Gesprächen mit Angehörigen: Die Mutter kommt allein nicht mehr zurecht. Zu Hause geht es einfach nicht mehr.

Die Mutter wird immer wackeliger auf den Beinen, einige Male ist sie schon gestürzt. Nun muss sie doch noch umziehen in ein Seniorenzentrum.
Unglücklich sitzt die Mutter nach einigen Tagen in ihrem neuen Zuhause in ihrem Sessel, als die Tochter sie besucht. Ja, sie werde gut versorgt, sagt sie, doch ihre Stimme klingt hart. Aber es sei eben nicht ihr Zuhause.
"Lass uns ein bisschen rausgehen", schlägt die Tochter vor. Spazierengehen hat schon immer geholfen, denkt sie. Sie ziehen sich Jacken an und setzen sich Mützen auf, die Mutter schiebt ihren Rollator vor sich her. Im Schneckentempo gehen sie über den langen Flur und durch die Eingangshalle. Die Tür nach draußen öffnet sich, kühle Luft schlägt ihnen entgegen.
"Ist das herrlich ", sagt die Mutter schon nach wenigen Schritten, "hier kann ich durchatmen“. Sie gehen weiter, die Bäume sind noch kahl, über der flachen Landschaft hängt im März der Himmel tief, schwere Wolken, die fast bis zum Boden reichen. Doch dazwischen ist hier und da ein Stück vom blauen Himmel zu sehen. Dann blitzt plötzlich für einen Moment die Sonne wunderschön gelb durch.
"Gottes Liebe ist wie die Sonne", singt die Mutter mit brüchiger Stimme, "sie ist immer und überall da“.
Hinter schweren Wolken strahlt die Sonne leuchtendhell. Schon immer ist der Mutter zu allem ein Lied eingefallen. Hier draußen mit dem Blick in die Sonne ist die Stimmung der Mutter wie ausgewechselt, alles Schwere im Leben ist wie weg­geblasen, alles was sie bedrückt und manchmal aggressiv macht ist verschwunden.
Hier draußen kann sie die schönen Bilder in ihrem Leben sehen: die Sonne, die hinter den Wolken doch da ist und silberne Ränder um sie herum zeichnet. Und ab und zu blitzt die Sonne durch, auch an düsteren Tagen. Ein Stückchen gehen sie noch, die Mutter atmet tief ein und aus. Wie sehr wünsche ich ihr, dass das Lied lange weiterklingt, denkt die Tochter. Und Gott ihr nah bleibt und sie wärmt mit seiner Liebe.

Wir beten:
Gott, einmal am Tag möchte ich innehalten und den Blick schweifen lassen:
Wo ist mir Gutes begegnet?
Ich möchte deinen Worten nachlauschen: Welches davon hat mich aufgerichtet?
Ich möchte Gesten nachspüren: Welche hat mich heute schon gewärmt?
Gott, einmal am Tag möchte ich mich fragen:
Wo könnte Gott sich entdecken lassen, nah neben mir?
Denn der, den du nicht siehst, ist näher als du denkst und spannt über dem Weg seinen Segen aus.

Wochenspruch: Wer die Hand an den Flug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lukas 9,62

Wochenpsalm: Psalm 34  -  EG 718

Wochenlied: EG 391   -  Jesus geh voran

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie

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01.03.2021

Denk an deine Barmherzigkeit und Güte Herr. Denn schon seit Urzeiten bestehen sie.

Psalm 25, Vers 6 (Übersetzung Basisbibel)

Der zweite Sonntag in der Fastenzeit Reminiszere – „Gedenke“ nimmt mit seinen Texten die Beziehung von Gott und den Menschen in den Blick. „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit.“

Der Psalmbeter David ist sich gewiss, seine Vergangenheit, seine Gegenwart und seine Zukunft liegen in Gottes Hand. Egal was war, wir können immer wieder neu anfangen, uns wird nichts nachgetragen.
Jetzt sind wir aufgefordert, dem Wort Gottes zu folgen und Gutes zu tun, für den Nächsten da zu sein. Das heißt, wir können unser Herz öffnen und die Not anderer Menschen wahrnehmen und dann handeln. Und es bedeutet auch, wir brauchen keine Angst vor der Zukunft zu haben. Viele Menschen, ja Generationen vor uns, haben erfahren, dass Gott spürbar ist, dass wir uns an ihn wenden können, wenn wir Hilfe brauchen. Er greift uns unter die Arme, wir sind gehalten.

Mit Worten von Gregor Linßen beten wir:

Herr, in deine Hände, lege ich meinen Weg, begleite mich.
Herr in deine Hände, lege ich meine Zeit, erbarme dich.
Herr in deine Hände, lege ich meine Angst, erhöre mich.
Herr in deine Hände, lege ich meinen Dank, ich glaube an dich

 

Wochenspruch:      Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.   Römer 5,8

Wochenpsalm:        Psalm 25  -  EG 713

Wochenlied:             EG 94 – Das Kreuz ist aufgerichtet

 

Christiane Soyeaux

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