Die Lafim-Diakonie beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag der Pflege

Der Applaus und die Sympathiebekundungen für die Pflege zu Beginn der Pandemie sind verhallt!

Mitarbeitende der Alten- und Behindertenhilfe, Bewohner:innen, Tagesgäste und Kita-Kinder haben sich an 6 Standorten, stellvertretend für die gesamte Lafim-Diakonie im Land Brandenburg, an der #Aktion Pflege braucht Aufwind# beteiligt. Sie möchten damit auf die vielfältigen Herausforderungen, die bereits heute deutlich spürbar sind und die in Zukunft an Dramatik zunehmen werden, ein Zeichen setzen.

Pflege braucht Aufwind – politisch und gesellschaftlich- weil, bereits Anfang des Jahres 2020 durch die Veröffentlichungen des sogenannten Rothgang Gutachtens, der Nachweis erbracht wurde, dass bereits heute in der Altenpflege ein personeller Mehrbedarf von 36% besteht. Das entspricht 115.000 Stellen.

   

Fotos: Altenpflegeheim Auf dem Drachenkopf  – Eberswalde, Ev. Seniorenzentrum Emmaus-Haus – Potsdam, Diakonisches Zentrum Teltow, Ev. Seniorenzentrum Friedrich Weissler – Oranienburg, Förderbereich Potsdamer Landstraße – Fliedners

Aus zahlreichen Befragungen von Kolleginnen und Kollegen in allen Bereichen der Betreuung und Pflege wissen wir:

  • Die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen ist nicht nur ein verantwortungsvoller und vielseitiger Job, der auch Spaß macht. Allerdings: zunehmende Tätigkeitsdichte, Zeitdruck und überbordete Bürokratie werden als große Belastung erlebt.
  • Ausgeschiedene Kolleginnen und Kollegen würden in den Pflegeberuf zurückkehren, wenn die Arbeitsbedingungen besser wären.

Wir brauchen Aufwind, für eine konsequent und dauerhaft gut ausgestattete Personalbemessung, um einen verlässlichen Dienstplan zu gewährleisten!
Wir brauchen Aufwind, um die Attraktivität der Pflegeberufe weiter zu stärken!
Wir brauchen Aufwind, um mit optimalen Bedingungen die Herausforderungen der Zukunft zu meistern!

Wir Mitarbeitenden der Lafim-Diakonie möchten die Aufmerksamkeit nicht nur für die eigene Situation, sondern auf mehr Akzeptanz und Wertschätzung richten –  für all die Menschen, die Ihre Angehörigen, Bekannten und Freunde in der Häuslichkeit unterstützen. Alle Pflegenden ob in Kliniken, Seniorenzentren, ambulanten Dienste oder Tagespflegen haben die Gesellschaft durch die schweren Zeiten der Pandemie gebracht und tun es noch immer.
Es darf nicht sein, dass sich die Politik nur in schwierigen Zeiten zur Pflege bekennt, sondern die gesamte Gesellschaft muss dauerhaft an ihrer Seite stehen und nachhaltige sowie spürbare Zeichen setzen. Nur so können wir die in der Pflege tätigen motivieren und für ausreichenden Nachwuchs werben, damit auch morgen noch humane Pflege stattfinden kann.