Mit dem Sonntag Trinitatis gestern findet das Kirchenjahr mit seinen Offenbarungsgeschichten Gottes in Weihnachten, Ostern und Pfingsten einen ersten Zwischenstopp. Ab jetzt gilt es, die bislang am Lebenslauf Jesu bis zur Ausgießung des Geistes zu Pfingsten orientierten Feste zu deuten. Der Facettenreichtum Gottes wird sprachlich gefasst in Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist – formuliert in Glaubens­bekenntnissen. So ist es nicht verwunderlich, dass in den früheren Jahren Trinitatis auch „Fest des Glaubensbekenntnisses“ genannt wurde.

Mit dem Trinitatisfest feiern wir die Unbegreiflichkeit Gottes. Durch Jesus wissen wir viel von Gott, manchmal meinen wir, etwas zu verstehen – in Wahrheit aber ist Gott unbegreiflich. Wir sehen seine Werke: die Schöpfung, Jesus und den guten Geist, der manchmal unter uns aufleuchtet, wenn Menschen sich anderer Menschen erbarmen – aber schon im nächsten Augenblick verstört uns etwas und wir erkennen: Gott bleibt uns unbegreiflich. Sein Walten in der Welt bleiben uns Rätsel oder Geheimnis.

Geheimnis ist vielleicht das treffendste Wort. „Wer hat des Herrn Sinn erkannt“?  Vielleicht nur die, die ihn mit allen Fasern ihres Herzens und Körpers und ihrer Seele anbeten können. Vielleicht nur die, die vor ihm liegen mit ihrem Gebet und über allem nur dem vertrauen, was Jesus sagte: Dein Wille geschehe. Gott will nicht verstanden, sondern angebetet werden. Vielleicht öffnet er dann ein wenig sein Geheimnis und offenbart sich uns, die wir von begrenztem Verstand sind.

Und wenn wir nur an die Menschen denken, die sich, ohne etwas bekommen zu wollen, unserer erbarmt haben. Gott ist auch da, wo Liebe nicht verrechnet wird. Er ist auf seine Weise da: als Schöpfer, als sich erbarmender Sohn oder als der gute Geist, der uns Freude am Leben schenkt.

 

Wir beten:

Schöpferischer Gott, seit Anbeginn hast du den Himmel über uns gesetzt und die Erde unter unsere Füße. Wir dürfen festen Schrittes gehen und unser Blick darf in die Weite schweifen.
Du, Gott, stehst uns Menschen in ungeahnter Vielfalt gegenüber. Als Schöpfer, Versöhner und Geistkraft. Du bist Geheimnis und Offenbarung. Wir können deine Größe nicht denken oder fassen.
Schenke uns den Glauben, dass du uns so begegnest wie wir dich brauchen in unserem Leben. Schenke uns ein offenes Herz, damit wir deine Vielfalt erkennen und feiern können.
Hilf uns, die in den Blick zu nehmen, die die Schönheit und den Reichtum deiner Schöpfung jeden Tag in ihrer Vielfalt sehen. Die Luftsprünge machen, wenn sie einen Schmetterling sehen, die mit den Bienen tanzen und im Wind deinen Geist erahnen.

 

Wochenspruch:         Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mir uns allen.    2. Korinther 13,13

Wochenpsalm:           Psalm 93

Wochenlied:               EG 139 – Gelobet sei der Herr

Download:                   ANgeDACHT 2022-24

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie