Lukas 6,36

Aschermittwoch“ – schon der Name klingt trist und grau. Unbestritten, dass es ein ernster Tag ist, denn er nimmt den Menschen ernst – mit all seinen Verstrickungen in Schuld und Unrecht und mit all seinem Sehnen danach, dass etwas besser oder neu werden könnte. Und dazu noch das Wort „Fastenzeit“. Beides sind Wort, die nicht gerade Begeisterungsstürme auszulösen. Sie klingen eher nach spaßfreier Zone und nach Verzicht. Leider kann ich da nun auch nicht wirklich Gegenteiliges behaupten.
Manchmal brauchen wir aber genau das: Zeiten, die ruhiger sind und die uns die Gelegenheit geben, unser Leben in Augenschein zu nehmen. Dazu braucht es allerdings Mut, denn es ist viel einfacher und bequemer, die Augen davor zu verschließen, was nicht gut ist an uns, an unserem Um­gang mit anderen und mit uns selbst.
Der Aschermittwoch will uns ermutigen, wieder einmal auf das zu schauen, was wir im vergangenen Jahr in Gedanken, in Worten und in Taten immer wieder anderen an Unrecht getan haben – „Asche auf unser Haupt!“
Vor unseren eigenen Augen können wir – wenn wir ehrlich sind – oft nicht bestehen.
Wie sollten wir es da vor den Augen Gottes können? Doch das können wir! Gott ist mehr als gerecht, er ist anders: Gott ist barmherzig und ein Zufluchtsort in jeder Lebenslage. Wie gut tut es, zu wissen, dass dir jemand Zuflucht gibt, ganz gleich, was du auch getan und erlebt hast.
Bereiten wir uns auf den Aschermittwoch, der in dieser Woche fest im Kalender steht, vor. Machen wir uns bewusst, wo wir Zuflucht nehmen können, denn: „Reich an Barmherzigkeit und Gnade ist der HERR, unendlich geduldig und voller Güte.“ (Psalm 103,8, Basisbibel)
Nehmen wir unser Leben in Augenschein. Nehmen wir uns dafür Zeit in der beginnenden Passionszeit auf Ostern hin und schauen einmal rein bei www. 7wochenohne.evangelisch.de oder nehmen an der Aktion Klimafasten mit Herrn Schehle teil.
Zeigen wir Mut und verschließen nicht die Augen!

Wir beten:
Gütiger Gott, wir danken dir für deine Barmherzigkeit mit uns und bitten dich: Schenke uns Einsicht in unsere Fehler und Kreativität und Fantasie, um Dinge wieder in Ordnung zu bringen, wenn es in unserer Macht steht. Vergib uns, wenn wir nicht mutig genug gewesen sind, für das Richtige einzutreten. Hilf uns, anderen und uns selbst ebenso barmherzig zu begegnen wie du uns.
Gütiger Gott, es ist Krieg in Europa, wir kommen zu dir und bitten dich um Frieden für die Menschen in der Ukraine, für die Männer, die in den Krieg geschickt werden, und alle, die um sie bangen.
Wir kommen zu dir und bitten dich um Frieden für die, die sich dem Krieg in den Weg stellen, für die Verwundeten und Traumatisierten, für alle in Angst.

 

Wochenspruch: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.     Lukas 18,31

Wochenpsalm:  Psalm 31 – EG 716

Wochenlied:       EG 401 – Liebe, die du mich zum Bilde

Download:          ANgeDACHT 2022-09

 

Zu Beginn der Woche grüßt Sie herzlich

Diakon Olaf Eggert
Fliedners Lafim-Diakonie