Matthäus 25,40

Unsere Hände sind fleißig. Sie arbeiten den ganzen Tag…
Hände können zufassen, aufheben, ablegen.
Hände können aber auch ruhen, still sein und halten.
Hände können begrüßen und sich schütteln,
sie können großartige Dinge herstellen und Dinge verschenken.
Hände können freundlich winken, können trösten.
Hände können auf andere herablassend zeigen und sie können sich wehren.
Manchmal braucht man die ganze Hand, wie beim Autofahren.
Manchmal braucht man nur die Finger, wie beim Tippen auf der Tastatur.
Und: Hände können sich falten und zum Beten ruhen.

„Ich habe keine anderen Hände als die Euren.“
St. Ludgeri ist einer der ältesten katholischen Sakralbauten im westfälischen Münster. Dort befindet sich in einer Kapelle eine geschnitzte Christusfigur. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche fast zerstört und die Christusfigur verlor beide Arme, ein Bombensplitter durchschlug die Brust. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau und auch die Christusfigur sollte restauriert werden. Dann beschloss die Kirchengemeinde, die Figur in ihrer beschädigten Form zu belassen und stattdessen auf dem Querbalken des Kreuzes eine Inschrift anzubringen. Der Text lautet: „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“.

„Ich habe keine anderen Hände als die Euren“. Dieser zeitlose Satz ist Aufforderung und Auftrag an uns alle Jesu Werk fortzusetzen und in seinem Namen zu handeln. Was wir mit unseren Händen leisten, soll nicht nur dem eigenen Selbsterhalt dienen, wir sollen durch unserer Hände Arbeit den Glauben sichtbar machen und weitertragen. Dabei geht es im Alltag nicht um die
großen ruhmreichen Taten, vielmehr geht es darum, die Probleme des Alltags anzupacken und die Nächstenliebe, über die wir immer viel sprechen, Praxis werden zu lassen. Und das kann ganz simpel mit echtem Interesse und Anteilnahme anfangen. Dass man jemandem wirklich zuhört und ihn ausreden lässt. Dass man sich nicht selbst in den Mittelpunkt drängt, sondern dem Anderen Raum gibt, dass man offen ist für den Anderen und seine Lebenssituation. Nächstenliebe muss also nicht schwer sein, gerade so, wie es in einem afrikanischen Sprichwort heißt:
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“

 

Gebet:
Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.

Wochenspruch:     Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.  Jesaja 42,3a

Wochenpsalm:       Psalm 147, 1-6.11

Wochenlied:            EG 289  –  Nun lob, mein Seel, den Herren

Download:               ANgeDACHT 2021-34

 

Herzliche Grüße und eine gute Woche wünscht

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gemeinnützige GmbH