Psalm 73,23-24

Eigentlich gefällt mir der Psalm, weil er so lebensnah ist.
In Psalm 73 berichtet Asaph, ein Mann, der im Tempel von Jerusalem Vorsänger und Chorleiter ist; heute würden wir sagen: ein Kantor. Eigentlich geht es ihm gut. Doch manchmal beschleicht ihn ein Gefühl, bei Anderen läuft es besser: Familie, Karriere, Freunde – Alles läuft blendend. Andere haben scheinbar mehr Glück im Leben. Ertappen wir uns nicht auch manchmal dabei, es könnte doch auch Manches einfacher sein? Besonders dann, wenn die Dinge nicht rund laufen, wenn sie uns nicht so gut von der Hand gehen. Wenn ich abgespannt und müde oder auch einfach gerade etwas empfindlicher und gereizt bin, kommt es immer wieder vor, dass ich kurzsichtig und mit eingeschränktem Blick auf das schaue, was um mich herum passiert. Manchmal bin ich enttäuscht, mutlos oder unzufrieden und versinke wie Asaph in Selbstmitleid. Aber Asaph hat eigentlich keinen Grund zur Klage, wie wir auch nicht. Er hat einen guten Job, wie man landläufig sagt, satt zu essen, zu trinken und ein Dach über dem Kopf. Er fragt sich: Sollte der Segen Gottes nicht irgendwie auch sichtbar sein im Leben der Menschen, die mit Gott unterwegs sind? Sollte es uns nicht besser gehen? Macht es einen Unterschied, ob ich mit Gott unterwegs bin oder nicht?

Doch er geht in den Tempel, hält inne und fragt nochmal nach der Botschaft Gottes. Er erkennt, dass das Unterwegssein mit Gott ihn fröhlich macht, weil es nie ein Ende hat, nicht in schwierigen Zeiten oder in Not und auch nicht am Ende des Lebens. Und dann werden Neid und sein Klagen zu einem Lob umgewandelt.
So rüttelt Gott mich immer wieder wach und erinnert mich daran, dass er doch den besseren Überblick hat. Er sieht weiter als ich. Gott geht mit mir und hält mich bei meiner rechten Hand. Ist das nicht eine großartige Zusage von Gott?

 

Wochenspruch:     Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.  Lukas 12,48

Wochenpsalm:       Psalm 63 –  EG 729

Wochenlied:            EG 397  –  Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

Download:               ANgeDACHT 2021-31