Matthäus 11, 28

Als ich in meinem Büro zu Hause auf den Rechner starre und mir so gerade nichts einfallen sollte, geht die Tür auf. Zwischen den ganzen Mails und Telefonaten fragten mich meine Kinder nach Unterstützung bei ihren Aufgaben im Homeschooling. Da dachte ich mir, ich kann doch auch einmal um ihre Unterstützung bitten und fragte, was sie mit den folgenden Sätzen und Wörtern verbinden:

„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“

Mit großen Augen staunten sie und waren bestimmt auch etwas stolz der Mama bei der Arbeit zu helfen. Sie sprudelten auch gleich los und sagten, dass sie unter abmühen verstehen, dass ich immer so viel zu tun habe. Ich fragte sie, ob es etwas gibt, wo auch sie sich abmühen. Da kam natürlich prompt die Aussage, dass sie sich in der Schule ganz viel Mühe geben. Mein Sohn meinte dann etwas zögerlich, dass er selbst in einem Spiel immer sein Bestes geben möchte. Und das bedeutet ein ganzes Stück Arbeit und Anstrengung. Das fand ich sehr interessant, dass selbst in den Stunden der Entspannung, wir immer bestrebt sind der Beste zu sein. Muss das so sein? Warum langt uns nicht auch einfach Spaß zu haben und den Moment zu genießen? Belastet uns der Umstand nicht immer der Beste zu sein? Meine Tochter meinte, wenn man belastet ist, fühlt man sich schlecht. Das ist in der Corona-Zeit das Gefühl, wenn man seine Freunde nicht treffen kann und alle großartigen Orte wie Karls Erdbeerhof geschlossen sind. Könnten wir dem nicht entfliehen? Ich gehe oft mit meiner Nachbarin spazieren. Sicherlich ist das für Kinder nicht so spannend wie Karls aber ist es nicht der Kontakt zu andern Menschen der uns bereichert? Das Spazierengehen haben wir vor der Pandemie nicht gemacht. Wir hatten doch keine Zeit! Und so ist es doch ein Zugewinn für uns. Eine Zeit in der wir gemeinsam entschleunigen und den Wald genießen. So frage ich mich, ob nicht jeder der belastet ist, seinen Ballast für ein paar Stunden von sich werfen kann, um den Moment zu genießen. Den Moment der Ruhe? Was bedeutet Ruhe? Keine Arbeit? Den Stimmen des Waldes lauschen? Versonnen mit Lego spielen? Auf dem Rücken eines Pferdes sitzen? Oder einfach mit einem Freund auf dem Trampolin springen? Ich denke jeder kann seinen eigenen Weg finden. Wichtig ist seine Kraft aufzutanken. Wir sollten loslassen von Sorgen und Ängsten. In diesem Sinne möchte ich Ihnen allen viel Kraft für die Woche wünschen.

Ines Bruns

 

Wochenspruch:         Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matt. 11,28

Wochenpsalm:          Psalm 36  –  EG 719

Wochenlied:              EG 213 – Kommt her, ihr seid geladen

Download:                 ANgeDACHT 2021-24