Psalm 112,5

Die Bibel bietet eine Vielzahl Berichte und Erzählungen, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Da begegnen wir zum Beispiel dem barmherzigen Samariter (Lukas 10,30-35).

Die Geschichte ist ein Sinnbild der Fürsorge und beschreibt diakonisches Handeln vor 2000 Jahren.
Heute verbindet man mit dem Wort Samariter nur positives. Der Duden definiert Samariter als einen selbstlos helfenden Menschen. Das war zu Jesu Zeiten ganz anders. Samaritaner galten als gewalttätig, abtrünnig und kein frommer Jude wollte mit ihnen etwas zu tun haben. Und da erzählt Jesus diese Geschichte von einem Schwerverletzen in der Wüste, auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho. Ein frommer Priester und ein Levit auf dem Heimweg vom Tempel, beides Vor­bilder der Frömmigkeit und der Gesetzestreue, gehen vorüber, ohne zu helfen. Und dann kommt ein Samaritaner, einer aus dem niederen Volk, der als gottlos verschrien ist, ausgerechnet der hat ein Herz und packt an…
Jesus will uns mit dieser Geschichte den Spiegel vorhalten. Vorurteile und Feindseligkeiten, das bewegt uns bis heute. Er gibt zu bedenken:
Was einen Menschen wirklich ausmacht, das sehen wir nicht, wenn er in der Öffentlichkeit vor aller Augen seinen Dienst tut, wie der Priester und der Levit im Tempel. Nein, was in einem Menschen steckt, das erkennen wir, wenn er auf dem Heimweg ist, scheinbar unbeobachtet.
Was einen Menschen wirklich ausmacht, erfahren wir nicht, wenn wir auf das hören, was alle über ihn sagen, sondern nur, wenn wir uns selbst ein Bild von ihm machen.
Was in einem Menschen steckt, darüber geben weder sein Name Auskunft noch seine Herkunft, weder sein Beruf noch seine Stellung, sondern: sein Handeln. Nur darauf kommt es an.
Wenn der Samariter in uns sich aus freien Stücken meldet und sich nicht ab­schrecken lässt von Bildern der Not und auch nicht von der Gefahr ausgenutzt zu werden,
wenn der Samariter in uns auf seine Stimme und Gefühl hört und hofft, dass doch die Vernunft irgendwann siegt,
wenn der Samariter in uns einfach mal anfängt, ohne an das Ende zu denken,
dann ist die Frage längst beantwortet, ob die Erzählung vom barmherzigen Samariter nur eine schöne Geschichte ist…

 

Segen:

Ich will ein Segen sein für die Menschen, die mir begegnen.
Ich will ein Segen sein für die Schöpfung, die mich umgibt.
Ich will ein Segen sein und dich erkennen in meinem Gegenüber.

 

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Wochenpsalm:   Psalm 66, 1 – 9

Wochenlied:        EG 110 – Die ganze Welt, Herr Jesu Christ

Download:            ANgeDACHT 2021-17

 

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Woche. Bleiben Sie gesund und behütet.

Dorette Herper
Lafim-Diakonie für Menschen im Alter